Bayer 04 Leverkusen v Eintracht Frankfurt - BundesligaGetty Images Sport

"Ich habe ihn schon das eine oder andere Mal kritisiert": Hamann schlägt überraschende Töne bei BVB-Sttar an

Didi Hamann scheut sich bekanntlich vor keiner Kritik. Bei Julian Brandt von Borussia Dortmund ruderte er nun aber überraschend zurück. Nach der 0:1-Pleite des BVB gegen Bayer Leverkusen brach der frühere Nationalspieler in seiner Funktion als TV-Experte bei Sky eine Lanze für den Offensivspieler, der die Schwarzgelben am Saisonende ablösefrei verlassen wird.

  • "Wenn es nicht läuft, ist der Brandt schuld"

    "Ich habe ihn schon das eine oder andere Mal kritisiert. Und vielleicht ist er auch sinnbildlich für das gestanden, wo man in den vergangene Jahren gefragt hat: Machen die Dortmunder genug für den Erfolg?", sagte Hamann und betonte: "Vielleicht hat man ihn das eine oder andere Mal zu viel rausgezogen aus der Gruppe, wo man jeden hätte packen können. Aber man hat gesagt: Schau her, der Brandt, schon wieder der Brandt."

    Dennoch sei die Trennung im Sommer für beide Seiten die beste Lösung, erklärte Hamann. Der 29-Jährige sei häufig der Leidtragende gewesen, wenn seine Mannschaft den Ansprüchen nicht gerecht wurde. Der Tenor: "Wenn es nicht läuft, ist der Brandt schuld."

    Der langjährige Freiburg-Trainer Christian Streich schlug in dieselbe Kerbe. "Er wurde oft kritisiert. Ich habe, als er jünger war, mir innerlich auch häufig gedacht, dass ein paar Schritte mehr möglich wären. Dann ist er nach Dortmund. Da habe ich total gute Entwicklungen gesehen. Aber es hing so ein bisschen an ihm dran, weil er von seinen Bewegungsabläufen manchmal so wirkt", sagte er. 

    Streich bezeichnete Brandt obendrein als "tollen Spieler, der für die Mannschaft malocht hat". Dies sei in der Beurteilung "etwas zu kurz gekommen", wie er ihm vor zwei Jahren bei seinem letzten Gastspiel als SCF-Coach beim BVB auch selbst gesagt habe. "Obwohl ich ihn gar nicht groß kenne, aber ich wollte ihm das sagen". 

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  • Borussia Dortmund v Bayer 04 Leverkusen - BundesligaGetty Images Sport

    Nach BVB-Abschied: Wechselt Brandt ins Ausland?

    Die Zukunft von Brandt, der noch zu den besten Dortmundern gegen seinen Ex-Klub Leverkusen gehört hatte, ist derweil offen. "Es gibt viele Ideen. Nicht jede Idee ist gut. Man muss das auch nicht überstürzen", erklärte er und eröffnete, mit einem Wechsel ins Ausland zu kokettieren. "Mit dem heutigen Spiel waren es noch sechs Spieltage. Es ist dem Verein gegenüber nicht gerecht, jetzt durch Europa zu reisen und auf einmal mit jedem Verein zu sprechen."

    Ein Verbleib innerhalb der Bundesliga sei allerdings keineswegs vom Tisch. "Ich würde grundsätzlich gar nichts ausschließen", sagte Brandt: "Aber es gibt schon Sachen, die ich bevorzuge. Und es gibt Sachen, die ich zum jetzigen Zeitpunkt eher weniger bevorzuge. Es gibt ein, zwei Gedanken. Aber alles der Reihe nach." In der Vergangenheit hatte es dahingehend schon Gerüchte über ein Interesse des SV Werder Bremen gegeben.

    Auch eine Rückkehr zur Werkself war zwischenzeitlich Thema, nachdem Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro im Zuge der Bekanntgabe seines BVB-Abschieds mit Brandt geflirtet hatte. Sportchef Simon Rolfes schloss ein Comeback kurz darauf jedoch kategorisch aus. "Bei Rückholaktionen bin ich skeptisch. Wir haben auf der Position mit Ibo Maza einen super Spieler, der sich in den nächsten Jahren hervorragend entwickeln wird. Deshalb wird Julian kein Thema bei uns sein", sagte er. 

  • Brandt fühlt sich nicht "auf irgendeiner Abschiedstournee"

    Sollte Brandt bis zum Saisonende in jeder der fünf verbliebenen Partien auf dem Platz stehen, hätte er insgesamt 307 Einsätze bei 57 Treffern auf dem Konto. 

    Sentimental sei er allerdings nicht, sagte Brandt: "Irgendwann spürt man sicherlich ein bisschen Wehmut, aber ich fühle mich jetzt nicht auf irgendeiner Abschiedstournee." Dann ergänzte er doch schon etwas wehmütig: "Am Ende geht alles im Leben irgendwann mal zu Ende. Das sind alles Jungs, mit denen ich gerne den Platz teile. Ich bin vor sieben Jahr hier hingekommen. Von den Spielern, die damals da waren, ist gar keiner mehr hier. Ich glaube schon, dass es noch mal ein bisschen Gänsehaut gibt, wenn es das letzte Mal ist."

Häufig gestellte Fragen

Der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund wurde am 19. Dezember 1909 in Dortmund gegründet. 

Die Lizenzfußballabteilung des BVB ist seit 1999 als Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA aus dem Ballspielverein Borussia 09 e.V. ausgegliedert und börsennotiert. Aktionäre mit höheren Anteilen sind beispielsweise die Sponsoren Evonic, Signal Iduna und Puma. Die Kontrolle über den Verein behält allerdings die Komplementär-GmbH Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die dem Verein weiterhin zu 100 Prozent gehört.

Das Stadion heißt seit Dezember 2005 offiziell Signal-Iduna-Park, wird allerdings häufig noch Westfalenstadion genannt - der frühere Name.

Der Signal-Iduna-Park ist mit einer Kapazität von 81.365 Fans bei nationalen Spielen eines der größten Fußballstadien Europas. Bei internationalen Partien, wenn Steh- zu Sitzplätzen umgewandelt werden müssen, passen rund 66.000 Menschen in das Stadion. 

Borussia Dortmund hat in der Vereinsgeschichte insgesamt 22 Titel gewonnen, darunter auch einmal die Königsklasse: Im Jahr 1997 schlug der BVB im Finale Juventus Turin mit 3:1.

Die Dortmunder haben neben fünf DFB-Pokalsiegen auch die nationale Meisterschaft häufig gewonnen. Mit acht Titeln sind sie der dritterfolgreichste Klub nach dem 1. FC Nürnberg (9 Meisterschaften) und dem FC Bayern München (34 Meisterschaften).

Die meisten Pflichtspiele im BVB-Trikot hat Michael Zorc absolviert (562 Partien von 1981 bis 1998), gefolgt von Mats Hummels (508 Einsätze zwischen 2008 und 2024).

Toptorschütze der Borussia ist Adi Preißler mit 177 Toren in 278 Einsätzen in den 40er- und 50er-Jahren. Knapp hinter ihm liegt Marco Reus mit 170 Buden.

Der BVB hatte zahlreiche prominente Spieler in seinen Reihen, beispielsweise Matthias Sammer, Michael Zorc, Lars Ricken, Karl-Heinz Riedle, Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Dede, Robert Lewandowski, Marco Reus, Jude Bellingham, Erling Haaland oder Mats Hummels.

Auch an der Seitenlinie standen einige prominente Namen. Unter Ottmar Hitzfeld gewann der Klub neben Meisterschaften in 1997 die Champions League, auch unter Jürgen Klopp (u.a. 2x Meisterschaft, 2x DFB-Pokal), Thomas Tuchel (DFB-Pokal) und Matthias Sammer (Meisterschaft) sammelte Dortmund einige Trophäen.

Spitznamen hat Borussia Dortmund einige. Die Abkürzung "BVB" ist die gängigste Bezeichnung, auch "die Schwarz-Gelben" und "die Borussen" fallen oft.