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Homophobe Gesänge während FA Cup: Behörden in England greifen durch

  • Die Londoner Polizei greift durch: Beleidigungen in Wembley werden konsequent verfolgt

    Die Londoner Polizei teilte mit, dass gegen 16 Anhänger von Leeds United wegen homophober Gesänge während des FA-Cup-Halbfinales in Wembley Anzeige erstattet wurde, um eine mögliche Strafverfolgung zu prüfen. Das Spiel wurde durch Berichte über diskriminierende Beleidigungen im und um das Stadion beeinträchtigt.

    Ein Sprecher der Metropolitan Police erklärte: „Das FA-Cup-Halbfinale am Sonntag zwischen Leeds und Chelsea in Wembley verlief weitgehend ohne Zwischenfälle. Es gab 14 Festnahmen im und um das Stadion wegen Straftaten wie schwerer Körperverletzung (GBH), einfacher Körperverletzung (ABH), Landfriedensbruch, Angriff auf Rettungskräfte und Tailgating. Zudem wurden 18 weitere Personen zwar nicht festgenommen, sollen aber wegen anderer Straftaten angezeigt werden, darunter 16 Leeds-Anhänger, die homophobe Gesänge anstimmten.“

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  • Chelsea v Leeds United - Emirates FA Cup Semi FinalGetty Images Sport

    Die Liga geht konsequent gegen homophobe Beleidigungen vor.

    Der Fokus auf homophobe Gesänge folgt auf die Entscheidung der Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2022, den Gesang „Rent Boy“ als homophobe Beleidigung einzustufen, der im Laufe der Jahre häufig gegen Spieler und Fans von Chelsea gerichtet war. Diese Einstufung bedeutet, dass Personen, die der Verwendung dieses Ausdrucks für schuldig befunden werden, wegen Hassverbrechen strafrechtlich verfolgt werden können – eine Haltung, die die Behörden nun bei großen Sportveranstaltungen im gesamten Vereinigten Königreich aktiv durchsetzen.

  • Widerliche Anspieulungen auf Sexualstraftäter

    Neben den Festnahmen wegen homophober Beleidigungen soll das Spiel laut Berichten durch Sprechchöre gestört worden sein, die auf den verstorbenen Sexualstraftäter Jimmy Savile anspielten. Leeds United verurteilte diese von gegnerischen Fans regelmäßig gegen die eigenen Anhänger gerichteten Gesänge, rügte jedoch ebenso die Vergeltungsreaktionen eigener Unterstützer.

    Ein Klubsprecher sagte gegenüber The Athletic: „Unsere Anhänger werden in jedem Spiel von gegnerischen Fans mit diesen widerwärtigen Sprüchen konfrontiert – das hat im modernen Fußball nichts zu suchen und ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Opfern von Jimmy Saviles Missbrauch. Gleichermaßen missbilligen wir die Vergeltungsgesänge aus unseren eigenen Reihen.“ Leeds fordert, derartige Anspielungen offiziell als „Tragedy Chanting“ einzustufen, um eine strengere Strafverfolgung zu ermöglichen.

  • Chelsea v Leeds United - Emirates FA Cup Semi FinalGetty Images Sport

    Stimmung im Stadion war ohnehin angespannt

    Im Wembley-Stadion war die Stimmung wegen der umstrittenen Schiedsrichterentscheidung – Dominic Calvert-Lewin zog Marc Cucurella am Haar, sah jedoch keine Rote Karte – ohnehin angespannt. Hinzu kam die historische Rivalität der beiden Fanlager, sodass vor 82.000 Zuschauern eine explosive Atmosphäre entstand.

    Dank eines Kopfballs von Enzo Fernández gewann Chelsea 1:0 und steht nun am 16. Mai im Finale gegen Manchester City. Vor diesem Hintergrund planen der englische Fußballverband (FA) und die örtlichen Polizeikräfte eine Null-Toleranz-Linie gegen diskriminierende Gesänge, die das Halbfinale überschattet hatten.