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VfB Stuttgart feiert dank Doppelpacker Mario Gomez: "Feiern, bis die Heide wackelt"


HINTERGRUND

Trainer, Mitspieler und Fans feierten ihren Derby-Helden, doch Mario Gomez gab die Spaßbremse. "Lasst uns nicht zu sehr durchdrehen, sonst kann es in München bitter werden", sagte der Doppeltorschütze nach dem 2:0 (1:0) des VfB Stuttgart gegen Champions-League-Aspirant 1899 Hoffenheim. Schließlich kann der Aufsteiger seine starke Saison am Samstag beim deutschen Meister Bayern München mit dem Einzug in die Europa League krönen.

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Gomez widersetzte sich damit augenzwinkernd der Anordnung von Sportvorstand Michael Reschke, der für den Umtrunk beim Nobel-Italiener Amici am Stuttgarter Hauptbahnhof vorgab: "Feiern, bis die Heide wackelt!" Ansonsten gab Gomez allerdings wie auf dem Platz den Teamplayer, stellte nicht seine beiden ersten Heimtore seit der Winter-Rückkehr (25./74.), sondern die Teamleistung in den Vordergrund: "Ich bin ein Stürmer, der wie kaum ein anderer von seinen Kollegen abhängig ist", sagte er, "das ist ein schöner Tag nicht für mich, sondern für uns alle."

Der Stuttgarter Traum von der Europa League lebt

Auch, dass er seinem WM-Traum ein Stückchen nähergekommen sein dürfte, wollte er nicht zu hoch hängen. "Wir machen heute nicht den Kader, erhöhen oder verringern die Prozentzahl", sagte Gomez. Schlaflose Nächte habe er aber mit Blick auf die Nominierung am 15. Mai nicht.

Die hat niemand in Stuttgart, wenn er an das Saisonfinale in München denkt, auch wenn dort Santiago Ascacibar (Gelb-Rot/65.) und Dennis Aogo (5. Gelbe Karte) fehlen werden. "Es wird sauschwer, aber wir wollen die Bayern ein bisschen ärgern", sagte Trainer Tayfun Korkut, der sich partout nicht als "Vater des Erfolgs" sehen wollte. Während Gomez und Co. sich in der Cannstatter Kurve vom übermütigen Anhang ("Zieht den Bayern die Lederhosen aus!") feiern ließen, genoss er abseits mit seinen Kindern im Stillen. "Es sind genügend Menschen im Stadion, die den VfB lieben, die gefeiert haben. Da macht es nicht so viel aus, wenn der Trainer ein bisschen schüchtern ist", sagte er verschmitzt.

Nagelsmann: "Das klingt so nach Drogenhandel"

Sein Kollege Julian Nagelsmann dagegen hatte schwer am Kreuzbandriss von Lukas Rupp (linkes Knie) zu knabbern, nachdem die TSG den Faden verloren hatte. "Das", sagte er geknickt, "bedeutet wieder einen Qualitätsverlust gegen Dortmund."

Dennoch seien die Chancen des Tabellen-Vierten (52 Punkte) im Kampf um den erstmaligen Einzug in die Königsklasse mit dem BVB (55) "nicht so gering". Dass Dortmund den Hoffenheimern in der vergangenen Saison das Champions-League-Ticket noch aus der Hand gerissen hatte, hat Nagelsmann abgehakt: "Wir gehen da nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen rein und sagen, wir haben eine Rechnung offen. Das klingt immer so martialisch, das klingt so nach Drogenhandel."

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