INTERVIEW
Es war ein perfekter Einstand für Rückkehrer Jupp Heynckes : Mit 5:0 hat der FC Bayern München am Samstagnachmittag im Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg gewonnen. Mats Hummels stand nach der Partie in der Interviewzone Rede und Antwort.
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Mats, wie ordnen Sie den Erfolg ein?
Mats Hummels: Es ist sehr schön und auch wichtig für uns, mehr aber auch nicht.
Sieht das Ergebnis letztlich besser aus, als das Spiel war?
Hummels: Das würde ich nicht unbedingt sagen. Wir haben dem Gegner in der ersten Halbzeit zwei gute Chancen aufgelegt. Ansonsten war das wirklich eine gute Leistung von uns. Ob es jetzt ein Tor zu hoch ist oder nicht - der Meinung kann man auf jeden Fall sein. Wir haben uns viele gute Chancen herausgespielt und ein paar schöne Tore gemacht. Deswegen hat auf jeden Fall schon viel gepasst.
Stimmen: Heynckes will auf dem Sieg aufbauen
Sie haben zuletzt gegen Wolfsburg und in Berlin ein 2:0 aus der Hand gegeben. Hatten Sie diesmal ein anderes Gefühl?
Hummels: Beim 3:0 hatte ich ein anderes Gefühl. Wir haben in der Halbzeit natürlich schon thematisiert, dass wir es zweimal in den Sand gesetzt haben. Es war ganz klar, dass wir uns hinten beziehungsweise im Spiel nach hinten keine einzige Leichtsinnigkeit erlauben dürfen. Das haben wir umgesetzt. Das 3:0 hat dann, glaube ich, alle Widerstände gebrochen. Aber: Wenn mal einer durchrutscht zum 1:2 kann es immer eng werden.
Jupp Heynckes hat gesagt, das A und O sei eine stabile Defensive. Das werden Sie vermutlich unterschreiben?
Hummels: Zu hundert Prozent. Ich werde nicht müde zu betonen, dass es mir überhaupt nicht passt, dass immer nur von Abwehr geredet wird, wenn etwas nicht stimmt. Gleichzeitig ist es auch nicht nur die Abwehr, wenn man zu Null spielt. Es ist immer ein Verdienst von allen. Man kann einen, maximal zwei Spieler tolerieren, die nicht so intensiv in der Defensive mitarbeiten. Ansonsten braucht man da alle, sonst ist man keine richtig gute Mannschaft. Das hat der Trainer auch begriffen und es allen sehr klar gemacht.
Javi Martinez hat wie schon in Berlin auf der Sechs gespielt. Wie sehen Sie ihn dort?
Hummels: Sehr gut, weil er defensiv sehr viel zerstört, weil er da ist, weil er diese Positionstreue hat und eben nicht die ganze Zeit irgendwo anders herumturnt, sondern sehr stark seine Position hält. Jetzt hoffe ich erstmal, dass er gesund geblieben ist. Das wäre sehr wichtig für uns und für ihn sowieso auch. Er hat in den beiden Spielen auf der Sechs sehr gute Leistungen gezeigt.
Sie haben Heynckes erstmals als Trainer erlebt. Wie ist Ihr Eindruck?
Hummels: Er ist im Training sehr fordernd. Es ist eine große Intensität, die er will und die wir auch zeigen. Ich glaube, er war da bisher sehr zufrieden. Es ist so, dass er ständig nachhakt, korrigiert, anfeuert. Das tut uns auch gut. Ansonsten hat er erstmal mit, ich glaube, allen das Gespräch gesucht, mit sehr vielen zumindest. Er hat persönlich gesagt, was er erwartet, und wollte natürlich auch vom Spieler noch ein bisschen was hören. An ein paar Dingen haben wir schon gearbeitet. Es waren aber nur vier Trainingseinheiten, mit der ganzen Mannschaft sogar noch weniger. Deshalb konnte er noch nicht alles auf den Tisch legen, was er hat. Das wird in den kommenden Wochen noch folgen.
Worauf legt er besonderen Wert?
Hummels: Auf ein sauberes, intensives Passspiel. Das hat Bayern München ja auch jahrelang ausgezeichnet, als ich mit dem BVB gegen Bayern antreten musste. Dass die Spieler unheimlich ballsicher sind, sich gut im Positionsspiel zeigen und bewegen, immer eine Anspielstation abgeben wollen. Das ist etwas, worauf Jupp Heynckes einen gewissen Fokus gelegt hat.
Wie ist Heynckes als Mensch?
Hummels: Ich habe ihn ja erst vier Tage erlebt. Bisher habe ich nichts, worüber ich mich beschweren kann. (schmunzelt)
Ist der Spielplan jetzt auf Ihrer Seite? Erst nach Celtic und Hamburg stehen die Top-Spiele gegen RB Leipzig und Borussia Dortmund an.
Hummels: Man hätte das bei einem Heimspiel gegen Wolfsburg dann auch so sagen können. Da haben wir es dann nicht geschafft. Deshalb ist das immer so eine Sache. Wir spielen gegen jede Mannschaft einmal zuhause und einmal auswärts. Wann das der Fall ist, ist ehrlich gesagt wurscht. Ich bin niemand, der sagt, die eine Mannschaft habe einen besseren oder schlechteren Spielplan. Am Ende weiß man nie, wie man drauf ist.
Was erwartet Sie am Mittwoch im Champions-League-Spiel gegen Celtic?
Hummels: Ehrlich gesagt habe ich mich bisher mit Celtic noch gar nicht auseinandergesetzt. Allerdings spielen wir zu Hause. Wir sind auf jeden Fall die Mannschaft, die das Spiel dominant gestalten will und muss. Daran werden wir weiter feilen. Genaue Details zu Celtic standen bislang aber noch nicht auf der Tagesordnung. Das wird erst ab Montag der Fall sein.
Ist es eine ungewohnte Situation, so früh in der Gruppenphase unter Druck zu sein?
Hummels: Ich meine, wir hätten vergangene Saison das zweite Spiel in Madrid (0:1 bei Atletico, Anm. d. Red.) verloren, von daher kenne ich es nicht anders.




