EXKLUSIV
Für David Alaba endete die Saison mit einer Enttäuschung. Mit der österreichischen Nationalmannschaft kam der Profi des FC Bayern München am Sonntagabend im wichtigen WM-Qualifikationsspiel in Dublin gegen Irland nicht über ein 1:1 hinaus. Die zum Turnier in Russland berechtigenden Plätze eins (Serbien) und zwei (Playoffs / Irland) sind damit bereits jeweils vier Zähler entfernt.
Trotz des enttäuschenden Abschneidens bei der Europameisterschaft in Frankreich und der stockenden Qualifikation ist die Entwicklung des österreichischen Fußballs in den vergangenen Jahren allerdings ein positive. Großen Anteil daran haben die Legionäre aus der Bundesliga, wie Alaba vor einigen Wochen im exklusiven Gespräch mit Goal verriet.
"Der Einfluss der Bundesliga auf die ÖFB-Elf ist sehr, sehr groß", erklärte Alaba: "Es ist doch kein Geheimnis, dass die deutsche Bundesliga stärker ist als die österreichische Liga. Deshalb profitieren wir als Nationalmannschaft davon, dass wir immer mehr Legionäre haben. Wenn die Spieler Woche für Woche auf hohem Niveau spielen, werden sie besser – und das haben wir in den vergangenen Jahren auch gezeigt." In Dublin standen zuletzt gleich acht Bundesliga Profis in der Startelf des Teams von Marcel Koller.
Exklusiv: Alaba verrät seine Traumelf
Ein weiterer Faktor für den Aufschwung des Fußballs in dem 8,7-Millionen-Einwohner-Land sei die "seit Jahren extrem gute Jugendarbeit". Österreich spiele inzwischen auch "international in den Jugendmannschaften eine sehr gute Rolle", so Alaba. Der gebürtige Wiener muss es wissen, kickte er doch beim SV Aspern und bei Austria Wien, ehe er im Sommer 2008 zum deutschen Rekordmeister wechselte. "Ich habe auch hier in München noch in der Jugend gespielt und mich dabei noch einmal weiterentwickelt, trotzdem bin ich sehr dankbar, dass ich die Arbeit in Österreich mitmachen durfte. Ich weiß, was ich dort lernen und mitnehmen konnte, um mich dann später hier beim FC Bayern so einzubringen."
Heimaturlaub und USA-Trip
Mit den Münchner gewann Alaba in der abgelaufenen Saison zum fünften Mal in Folge die Bundesliga. Mit 47 absolvierten Pflichtspielen war er neben Robert Lewandowski wettbewerbsübergreifend gar der meisteingesetzte Profi im Team von Trainer Carlo Ancelotti. Nun geht es für Alaba in den wohlverdienten Urlaub. Ein Trip in die Heimat, ein weiterer in die USA, so lautet Alabas Plan.
"Eine Reise nach Österreich ist für mich auch Urlaub. Ich komme während der Saison nicht so oft in meine Heimat und genieße es daher umso mehr, wenn ich Zeit zuhause verbringen kann. Die österreichische Luft zu riechen, tut gut. Das ist schon etwas Besonderes. Zudem glaube ich, dass wir eine sehr, sehr gute Küche haben", sagte Alaba, der sich auch in den Staaten, "wirklich sehr wohl" fühlt.
"In erster Linie ist es in den USA sehr angenehm, weil ich wirklich meine Ruhe habe", führte er aus: "Ich kann ganz normal durch die Straßen laufen und einfach Ich sein. Das ist sicherlich ein großer Vorteil." In den Staaten hat der bekennende Basketball- und Football-Fan bereits Freunde gefunden, zu denen auch NFL-Profi Odell Beckham Jr. zählt. "Mit ihm bin ich sehr gut befreundet. Wir haben viel Kontakt. Aus der NBA durfte ich auch schon ein paar Spieler kennenlernen."
Kein Treffen mit Schweini geplant - China vor der Brust
Ein Wiedersehen mit seinem langjährigen Weggefährten Bastian Schweinsteiger werde es voraussichtlich indes nicht geben. "Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass es mich dieses Jahr nach Chicago ziehen wird. Aber mal schauen, vielleicht ist er ja in der Nähe."
Am 1. Juli wird Alaba jedenfalls wieder in München sein, dann steht der Trainingsstart für die neue Spielzeit auf dem Programm. Anschließend reist er mit den Bayern vom 16. bis 28. Juli auf die Audi Summer Tour 2017 nach China. Bereits 2014 war er dort, seinerzeit war der FCB-Tross schon am Flughafen geradezu fürstlich empfangen worden. "Es ist schon etwas Schönes, wenn man ganz woanders hinfliegt, neue Kulturen kennenlernt. Wenn dann noch so viele Fans auf einen warten, ist das schon etwas Besonderes. Eine solche Unterstützung zu spüren auf einem ganz anderen Kontinent, ist außergewöhnlich."
Und weiter: "Es ist einfach etwas ganz anderes. München und Peking zum Beispiel kann man so gar nicht vergleichen. Da ist immer etwas los auf den Straßen. Die Stadt schläft nie. Shanghai genauso. Das sind unglaubliche Städte." Allgemein gebe es da schon "krasse Unterschiede", auch beim Essen, so Alaba, der sich gleichzeitig als Liebhaber der asiatischen Küche outet. "Meine Mama kommt von den Philippinen, deshalb bin ich sogar ein sehr, sehr großer Fan davon."


