Arjen Robben im Interview: "Dass wir Deutscher Meister werden, ist klar"

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Arjen Robben vom FC Bayern spricht nach dem 6:0-Sieg gegen den HSV über die Meisterschaft, Mitleid, Besiktas und Joshua Kimmichs Entwicklung.

MIXED-ZONE-INTERVIEW

Gut gelaunt trat Arjen Robben am Samstagabend in der Interviewzone der Fröttmaninger Arena vor die Kameras, Mikrofone und Diktiergeräte. Nach dem 6:0-Sieg des FC Bayern München im Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV sprach der Niederländer ausführlich mit den Reportern.

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Arjen, wieder einmal ein hoher Sieg gegen den HSV. Wie hat es sich auf dem Platz angefühlt?

Arjen Robben: Wir haben das Spiel sehr gut begonnen, das ist immer der Schlüssel und das sprechen wir Spieler und der Trainer auch immer wieder an. Egal, ob der Vorsprung 20, zehn oder fünf Punkte beträgt, wir müssen weitermachen. Wir können nicht einfach die Bundesligaspiele machen und uns nur auf die Partien in der Champions League konzentrieren. Wir müssen auch in der Liga zeigen, dass wir gut drauf sind.

Hilft es, dass Sie in zwei Spieltagen gegen Borussia Dortmund schon alles klar machen können oder würde dadurch eher die Gefahr eines Spannungsverlusts bestehen?

Robben: Wir sprechen das immer wieder an, wir wissen um den Vorsprung. Dass wir Deutscher Meister werden, ist auch klar. Ich glaube, das dürfen wir jetzt auch schon aussprechen. Aber wir brauchen die Spiele. Wir können und dürfen nicht nachlassen. Man hat heute ja gesehen, wie wir angefangen haben. Man kann natürlich auch denken, die Bayern machen einfach ihre Spiele. Aber wir haben gezeigt, dass wir alle heiß waren. Wir haben das Spiel aggressiv begonnen und sind schnell 3:0 in Führung gegangen.

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Wie viele Gänge haben Sie nach dem dritten Treffer heruntergeschaltet?

Robben: Wir haben nicht heruntergeschaltet, aber wir waren in den zehn Minuten vor der Halbzeit nicht so gut, weil wir einen Tick weniger konzentriert waren. Das ist normal und menschlich - wir sind keine Roboter. Das hat der Trainer dann in der Pause angesprochen.

Hatten Sie Mitleid mit dem unterlegenen Gegner?

Robben: Was heißt Mitleid? Ich glaube, die Hamburger wollen kein Mitleid. Das ist Fußball, das ist die Realität. Der HSV ist jetzt in dieser Situation. Aber wir gehen trotzdem nicht mit Mitleid ins Spiel. Wir wollen unser Spiel machen, Tore schießen und Spaß haben. Das 6:0 ist bitter für den HSV, das ist ein sehr schöner Verein.

Jupp Heynckes hat zuletzt viel rotiert. Ist die Aufstellung aus dem HSV-Spiel auch die Startelf für die großen Spiele?

Robben: Wenn wir Erfolg haben wollen, brauchen wir alle Spieler. Der Trainer muss letztlich entscheiden, aber er wird schon alle Spieler benutzen, glaube ich.

Am Mittwoch treffen Sie im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League auf Besiktas. Sie gehen mit einem Vorsprung von 5:0 aus dem Hinspiel in die Partie. Wie gehen Sie damit um?

Robben: Das ist das gleiche Thema wie mit der Bundesliga. Wir müssen weitermachen und das Spiel so angehen, als würde es noch 0:0 stehen. Natürlich wissen wir, dass ein 5:0 komfortabel ist, aber im Fußball kann alles passieren. Deswegen müssen wir das Ding ganz konzentriert angehen.

Freuen Sie sich auf das stimmungsvolle Stadion in Istanbul?

Robben: Ich glaube, das wird schon etwas Besonderes. Wir müssen das genießen, dürfen uns gleichzeitig aber auch nicht ablenken lassen.

Müssen Sie sich aktuell vermehrt selbst herausfordern, da die Gegner Sie kaum fordern?

Robben: Wir müssen immer versuchen, ein super Spiel abzuliefern. Das müssen wir miteinander machen, aber wir müssen es auch nicht übertreiben. Die Hamburger sind in einer schwierigen Situation, sie sind nicht gut drauf, deswegen war es heute einfach für uns. Aber das ist nicht jede Woche der Fall.

Joshua Kimmich hat seinen Vertrag langfristig bis 2023 verlängert. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Robben: Die kann man ja nur positiv sehen. Er ist so ein junges Talent - mit 23 ist er ja immer noch jung - und hat eine sehr gute Entwicklung genommen. Zudem spricht sein Charakter für ihn. Vom Kopf her ist er ganz gut dabei, er ist ein intelligenter Junge und macht seine Sache sehr, sehr gut.

Sie haben einmal gesagt, mit Philipp Lahm sei es wie mit einem langjährigen Ehepartner. Ist Kimmich ein junger Ehepartner?

Robben: Ja, klar. Fast Papa und Sohn. Ich muss ihm noch ein bisschen was beibringen. (lacht)

Aber er ersetzt Lahm schon gut?

Robben: Natürlich macht er das gut, aber das darf man nicht vergleichen. Philipp ist hier eine Legende, Joshua fängt jetzt erst an und hat verlängert. Ich glaube, bis 2023 schaffe ich es nicht mehr.

Sie haben auch einmal gesagt, Lahm sei Ihr rechter Fuß gewesen. Gilt für Kimmich dasselbe?

Robben: Ja, das hat man heute auch wieder gesehen. Beim zweiten Tor von Lewy habe ich mit dem Ball am Fuß versucht, etwas zu kreieren. Ich habe Joshua mitgenommen und er hat mit einem Kontakt geflankt. Und zack, Tor. So einfach kann Fußball manchmal sein.

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