Top-Talent Dennis Seimen soll eigentlich die neue Nummer eins beim VfB Stuttgart werden. Doch an diesem Szenario scheiden sich intern angeblich die Geister. Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge herrscht in Bad Cannstatt Uneinigkeit über die Besetzung im Tor, da sich hinter den Kulissen zwei Lager gebildet haben.
Getty ImagesZu hohes Risiko? Dem VfB Stuttgart droht bei Top-Talent wohl eine interne Zerreißprobe
Cheftrainer Sebastian Hoeneß, Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Sportdirektor Christian Gentner halten demnach das Risiko schlichtweg für zu hoch, mit einem derart jungen und auf Erstliga-Niveau noch gänzlich unerfahrenen Eigengewächs als gesetzte Nummer eins wie Seimen in eine anspruchsvolle Spielzeit inklusive Königsklassen-Belastung zu gehen.
Dabei lieferte der 20-jährige Seimen sportlich zuletzt eigentlich die perfekten Argumente für den großen Sprung. Während seiner einjährigen Leihe zum SC Paderborn 07 hat der Youngster eine furiose Entwicklung genommen, die er erst am Montag mit dem viel umjubelten Aufstieg in die Bundesliga krönte.
Getty ImagesInterner Zwist beim VfB Stuttgart?
Daher prüft die sportliche Leitung im Hintergrund die Verpflichtung eines externen Keepers. In diesem Kontext werden drei namhafte Kandidaten genannt: Finn Dahmen vom FC Augsburg, Freiburgs Noah Atubolu und der 34-jährige Bernd Leno, der bereits früher für die Schwaben kickte und aktuell beim FC Fulham unter Vertrag steht. Eine Festverpflichtung des bisherigen Bayern-Leihspielers Alexander Nübel gilt dagegen schon länger als finanziell ausgeschlossen.
Allerdings, so der Bericht weiter, herrscht innerhalb der Vereinsgremien eine gänzlich andere Meinung bezüglich der Torwartfrage vor. Dort sei man sich einig, eben keine neue Nummer eins von außerhalb an Bord holen zu wollen. Das klare Argument der Bosse: Man dürfe dem hochveranlagten Seimen den Weg in das Stuttgarter Tor nicht langfristig verbauen, indem man ihm einen gestandenen Konkurrenten vor die Nase setzt.
Seimen eine der großen deutschen Torhüter-Hoffnungen
Hinzu kommt die wirtschaftliche Komponente, die den Gremien sauer aufstößt. Ein Transfer von etablierten Kräften wie Dahmen oder insbesondere Atubolu wäre für den VfB alles andere als günstig und würde wertvolles Budget verschlingen, das an anderen Stellen des Kaders benötigt wird.
Seimen wird schon jetzt als eine der großen deutschen Torhüter-Hoffnungen gehandelt. In Florian Hellstern hat der VfB ein weiteres vielversprechendes Keeper-Talent im Verein. Kürzlich gab man dessen Vertragsverlängerung bekannt. Der 18-Jährige hütet derzeit in der 3. Liga für die Reserve den Kasten.
Nach Informationen der Bild ist wahrscheinlich, dass Hellstern den "Seimen-Weg" geht. Der VfB prüfe bereits die Möglichkeit eines Leihgeschäfts in die 2. Bundesliga oder ins Ausland. Es sollen bereits lose Gespräche mit potenziellen Abnehmern stattgefunden haben.
Getty Images SportWo wird Alexander Nübel als nächstes spielen?
Und Nübel? Der dreimalige Nationaltorhüter, der mit Deutschland zur WM nach Übersee fliegen wird, hat auch in München keine Zukunft. Schon mehrfach betonte er, dass er seinen Status als Nummer eins auf Vereinsebene nicht mehr hergeben will.
Beim FC Bayern jedoch hat Manuel Neuer verlängert. Der Kapitän soll Ersatzmann Jonas Urbig den Übergang erleichtern, ehe der 22-Jährige endgültig die Nachfolge des Routiniers antreten wird.
Nübel verdient in München angeblich rund elf Millionen Euro pro Jahr, die Summe teilten sich die Stuttgarter zuletzt mit den Bayern. Das Arbeitspapier des 29-Jährigen ist noch bis 2029 datiert.
Im Zuge der Gehaltseinsparungen, die weiterhin auf der Agenda von Sportvorstand Max Eberl stehen, hat ein endgültiger Abschied Nübels im Sommer Priorität. Als mögliche Ablösesumme stehen 20 bis 25 Millionen im Raum, die der FCB bei einem Transfer einnehmen könnte.