Borussia Dortmund v Atalanta BC - UEFA Champions League 2025/26 League Knockout Play-off First LegGetty Images Sport

"Manchmal sind die Leute unfair": Jobe Bellingham hat beim BVB ein neues Level erreicht

Seit bald 17 Jahren arbeitet Niko Kovac, heute 54, als Trainer. Es war für den ehemaligen defensiven Mittelfeldspieler damals in Salzburg ein fast pausenloser Übergang vom Profi zum Übungsleiter. Weit über 400 Partien hat Kovac mittlerweile gecoacht.

  • Er besitzt also reichlich Erfahrung, selbst wenn man seine 18 Jahre als Spieler nicht mit einrechnet. Einen seiner Erfahrungswerte teilte Kovac während der Hinrunde mit. "Drei bis sechs Monate" dauere es seiner Ansicht nach grundsätzlich, "bis sich ein junger Spieler in einem neuen Klub eingewöhnt hat". Wie schnell das gehe, sei freilich individuell unterschiedlich. Klar ist jedoch: "Es braucht Zeit. Aber manchmal sind die Leute unfair und erwarten sofortige, große Entwicklungssprünge."

    So war es auch bei Jobe Bellingham, über den Kovac diese Sätze sagte. Heute lässt sich festhalten: Kovac lag mit seiner Einschätzung goldrichtig. Bellingham hat in der Tat einen beachtlichen Entwicklungssprung im Vergleich zu seiner Anfangszeit bei Borussia Dortmund hingelegt.

    Der Fortschritt ist nicht etwa riesig, der 20-Jährige spielt nicht plötzlich zwei Klassen besser. Es ist ein organisches Wachstum, das Bellingham mit der Zeit hingelegt hat, ganz nach Kovacs seelenruhig vorgetragener Prognose. Dieser Schritt nach vorne ist auch deshalb beachtlich, weil der über 30 Millionen Euro teure Neuzugang von AFC Sunderland alles andere als einen leichten Start hatte.

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  • 1. FC Union Berlin v Borussia Dortmund - BundesligaGetty Images Sport

    Schwieriger BVB-Start für Jobe Bellingham

    Man könnte sogar behaupten: Bellinghams Beginn beim BVB lief genauso, wie er nicht hätte laufen sollen. Seine Hinrunde war gepflastert von Widrigkeiten: Auswechslung nach 45 Minuten am 1. Spieltag inklusive anschließender Posse um seinen Vater Mark, zahlreiche Bankplätze in Serie, unglückliche Aktion beim Gastspiel in München, groteske Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied im Winter und kurz vor Weihnachten eine Rote Karte, für die er nichts konnte.

    In seinen Darbietungen war leicht zu erkennen, dass der Engländer mit der Umstellung von der körperlich beinharten Championship auf die schnelle und technisch anspruchsvollere Bundesliga ordentlich zu knabbern hatte. Erst Ende Oktober absolvierte er seine erste Partie über die vollen 90 Minuten. Bellingham hatte kaum Einfluss aufs Dortmunder Spiel, war im Passspiel zu oft auf Sicherheit statt auf Tiefe bedacht und zeigte nur wenig Präsenz.

    Kovac moderierte dies sowie die Dauer-Aufregung um Bellingham souverän und betont unaufgeregt. Schon Anfang November ließ er wissen: "Ich habe bei ihm wirklich keine Bedenken. Im Gegenteil: Ich weiß, was er kann. Wir bauen ihn hier langsam auf. Ich glaube, es ist sogar schneller als das, was ich mir selbst vorgestellt habe, weil der Junge wirklich viel, viel Qualität hat."

  • Jobe Bellinghamgetty

    Jobe Bellingham hat neues Level beim BVB erreicht

    Auch 2026 begann für Bellingham nicht ideal, die Rotsperre reichte noch bis ins neue Jahr. Dann aber profitierte er von der knapp vierwöchigen Verletzungspause Marcel Sabitzers. Kovac ließ Bellingham daraufhin regelmäßig ran, was ihm sichtlich half, einen höheren Rhythmus und mehr Wettkampfhärte zu bekommen.

    Seitdem ist er auf einem neuen Level angelangt. Bellingham hat physisch zugelegt, wirkt fitter und agiert robuster in den direkten Duellen, von denen er stets mit die meisten beim BVB führt. Am Fleiß mangelte es ihm ohnehin nie, im Training muss man Bellingham eher zurückhalten.

    "Was mir bei ihm gefällt, ist der Eifer. Er ist wirklich einer, der sich tagtäglich verbessern möchte. Auf dem Platz, neben dem Platz, im Videostudium, in der individuellen Analyse, in der Teamanalyse. Er ist ein Vollprofi", sagte Kovac vor einigen Wochen bereits. "Mir gefällt es, wenn einer in jungen Jahren schon ganz genau weiß, was er braucht, um besser zu werden. Das ist genau das, was ein Trainer sich wünscht. Manchmal muss ich ihn bremsen und ihn daran erinnern, dass wir zwei Spiele pro Woche haben."

  • Borussia Dortmund v VfB Stuttgart - BundesligaGetty Images Sport

    Jobe Bellingham zeigt mehr Präsenz und Entschlossenheit

    Genauso wichtig ist Bellinghams Entwicklung in Ballbesitz. Seine Präsenz ist deutlich gestiegen, er bietet sich häufiger aktiv an und ist in der Umsetzung handlungsschneller geworden. All seinen Aktionen liegt nun eine echte Entschlossenheit zugrunde. Die Brust ist breiter geworden.

    Wo es noch Luft nach oben gibt, ist gleichermaßen eindeutig. Bellingham muss sich noch mehr zutrauen, häufiger ins Risiko gehen, die Schlagzahl an vertikalen Pässen erhöhen und öfter in Räume kommen, in denen er torgefährlich werden kann.

    Doch vielleicht - oder vermutlich - benötigt er für diesen nächsten Schritt ja wieder ein paar Monate. Es wäre kein Beinbruch und in seinem Alter das Normalste der Welt. Die aktuelle Richtung stimmt jedenfalls, Bellinghams Fortschritte sind unschwer zu erkennen.

    Bleibt er gesund, sollte seine tadellose Einstellung dafür sorgen, dass er weiter an Qualität zulegen wird. Tipps, wie er die ideale Balance zwischen der Verstetigung seiner Leistung und einer idealerweise exponentiellen Weiterentwicklung findet, kann er ja bei Kovac einholen. Einen Hinweis gab der Trainer ihm schon: "Manchmal sage ich ihm, dass er nicht nur Fußball essen, trinken und schlafen sollte, sondern auch andere Dinge in seinem Leben braucht, um seinen Kopf freizubekommen."

  • Jobe Bellingham: Leistungsdaten für den BVB

    PflichtspieleToreVorlagenGelbe KartenRote Karten
    370421

Häufig gestellte Fragen

Der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund wurde am 19. Dezember 1909 in Dortmund gegründet. 

Die Lizenzfußballabteilung des BVB ist seit 1999 als Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA aus dem Ballspielverein Borussia 09 e.V. ausgegliedert und börsennotiert. Aktionäre mit höheren Anteilen sind beispielsweise die Sponsoren Evonic, Signal Iduna und Puma. Die Kontrolle über den Verein behält allerdings die Komplementär-GmbH Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die dem Verein weiterhin zu 100 Prozent gehört.

Das Stadion heißt seit Dezember 2005 offiziell Signal-Iduna-Park, wird allerdings häufig noch Westfalenstadion genannt - der frühere Name.

Der Signal-Iduna-Park ist mit einer Kapazität von 81.365 Fans bei nationalen Spielen eines der größten Fußballstadien Europas. Bei internationalen Partien, wenn Steh- zu Sitzplätzen umgewandelt werden müssen, passen rund 66.000 Menschen in das Stadion. 

Borussia Dortmund hat in der Vereinsgeschichte insgesamt 22 Titel gewonnen, darunter auch einmal die Königsklasse: Im Jahr 1997 schlug der BVB im Finale Juventus Turin mit 3:1.

Die Dortmunder haben neben fünf DFB-Pokalsiegen auch die nationale Meisterschaft häufig gewonnen. Mit acht Titeln sind sie der dritterfolgreichste Klub nach dem 1. FC Nürnberg (9 Meisterschaften) und dem FC Bayern München (34 Meisterschaften).

Die meisten Pflichtspiele im BVB-Trikot hat Michael Zorc absolviert (562 Partien von 1981 bis 1998), gefolgt von Mats Hummels (508 Einsätze zwischen 2008 und 2024).

Toptorschütze der Borussia ist Adi Preißler mit 177 Toren in 278 Einsätzen in den 40er- und 50er-Jahren. Knapp hinter ihm liegt Marco Reus mit 170 Buden.

Der BVB hatte zahlreiche prominente Spieler in seinen Reihen, beispielsweise Matthias Sammer, Michael Zorc, Lars Ricken, Karl-Heinz Riedle, Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Dede, Robert Lewandowski, Marco Reus, Jude Bellingham, Erling Haaland oder Mats Hummels.

Auch an der Seitenlinie standen einige prominente Namen. Unter Ottmar Hitzfeld gewann der Klub neben Meisterschaften in 1997 die Champions League, auch unter Jürgen Klopp (u.a. 2x Meisterschaft, 2x DFB-Pokal), Thomas Tuchel (DFB-Pokal) und Matthias Sammer (Meisterschaft) sammelte Dortmund einige Trophäen.

Spitznamen hat Borussia Dortmund einige. Die Abkürzung "BVB" ist die gängigste Bezeichnung, auch "die Schwarz-Gelben" und "die Borussen" fallen oft.