Der von Eintracht Frankfurt zu Stade Brest verliehene Junior Dina Ebimbe hat in einem schonungslos offenen Interview mit der Sport Bild Einblicke in seine Seele gewährt. "Ich hatte Angst, dass ich alles verliere. Aber in Brest wurde ich geheilt", gestand der Flügelspieler. Es war eine Flucht nach vorne, weg von einem toxischen Umfeld, das ihn laut eigener Aussage fast den Job gekostet hätte.
Getty Images Sport"Ich hatte Angst, dass ich alles verliere": Ehemaliger Bundesligaspieler verblüfft mit krassem Geständnis
Dina Ebimbe gab dabei offen zu, dass er die Professionalität schlichtweg unterschätzt hat. Während Mitspieler wie Hugo Ekitike, der inzwischen für den FC Liverpool spielt, den Ernst der Lage erkannten, wähnte sich Ebimbe noch in einer Komfortzone. "Ich verstehe jetzt, dass Fußball nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch meine Arbeit ist. Das war mir vorher nicht klar", sagte er.
Dina Ebimbe räumte ein: "Ich wünschte, ich wäre früher so professionell gewesen wie jetzt. Viele meiner Mitspieler haben es früher kapiert als ich. Hugo Ekitike zum Beispiel. Fußball ist hart, du musst härter arbeiten als die anderen. Davor habe ich in Frankfurt die Augen verschlossen. Ich war zu entspannt."
Dina Ebimbe hat sein Umfeld verändert
Zudem gab er Einblicke in seine menschliche Enttäuschung. Als Gutgläubiger sei er an die falschen Leute geraten: "Ich bin jemand, der sein Vertrauen leicht verschenkt. Leider habe ich es Leuten gegeben, die mich ausgenutzt haben. Das habe ich teuer bezahlt. Jetzt vertraue ich nur denen, die auch für mich da waren, als ich nicht mehr gespielt habe. Zum ersten Mal in meiner Karriere weiß ich, dass ich mit den bestmöglichen Leuten zusammen bin."
Die Konsequenz: Ein kompletter Austausch des Umfelds und ein radikal geänderter Lebensstil. "Ich habe alles geändert. Ich habe große Entscheidungen in meinem Leben getroffen, bezüglich Menschen, die mir nahestanden. Ich habe viele Dinge geändert und tue abseits des Platzes alles, um Leistung zu bringen", sagte er und führte aus: "Mittlerweile mache ich zwei Einheiten am Tag, habe einen Ernährungsberater und gehe früh schlafen. Sogar Wasser trinke ich mehr. Ich fühle mich nicht nur auf dem Platz, sondern in meinem ganzen Leben besser."
Getty Images SportKrösche und der Ratschlag an Dina Embibe
Der 25-Jährige wurde dabei konkret: "Ich habe mein Leben umgekrempelt, Berater gewechselt und Beziehungen zu sogenannten Freunden ausgenutzt. Mir wurde oft nur das gesagt, was ich hören wollte. Das war falsch."
Seine Konsequenz daraus: "Du musst mit Leuten zusammen sein, die ehrlich zu dir sind. Nicht sagen, was du hören willst. Wenn Menschen dich wirklich lieben, sagen sie dir die Wahrheit, egal ob sie dir gefällt oder nicht. Das habe ich mir zu Herzen genommen."
Zudem gab er an, es zu bereuen, einen Rat von Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche nicht angenommen zu haben. "Er hat mir gesagt: 'Pass auf dein Umfeld auf und umgebe dich mit besseren Leuten.' Ich hätte es gern früher verstanden. Aber manchmal haben Dinge ihren Grund. Jetzt habe ich es verstanden, und es hat mir geholfen, der zu werden, der ich jetzt bin", sagte Dina Ebimbe.
Kommt Dina Ebimbe zurück nach Frankfurt?
Dina Ebimbe, für den die Eintracht einst 6,5 Millionen Euro an Paris Saint-Germain überwies, stand in Frankfurt zwischen November 2024 und September 2025 ganze elf Minuten auf dem Rasen. Ein geplanter Wintertransfer zur AS Monaco platzte im letzten Moment am Medizincheck.
Trotz der erfolgreichen Leihe bei Stade Brest (26 Spiele, fünf Tore) deutet alles auf ein Comeback bei der SGE hin. Zwar besitzt der Tabellenzwölfte der Ligue 1 eine Kaufoption über sieben Millionen Euro, doch für einen Klub, dessen Rekordtransfer bisher bei fünf Millionen Euro lag, ist dieser Betrag kaum zu stemmen.
"Ich weiß nicht genau, gehe aber nicht davon aus. Ich werde wohl erst mal zurück nach Frankfurt gehen", so die Prognose des Schienenspielers. In Frankfurt trifft er auf eine veränderte Situation. Unter Ex-Coach Dino Toppmöller war er am Ende komplett außen vor, durfte nicht einmal mehr mit den Profis trainieren. Doch Dina Ebimbe brennt auf eine zweite Chance unter der neuen sportlichen Führung.
"Ich komme als neue Person zurück. (…) Ich liebe Frankfurt, ich liebe diesen Klub, ich liebe die Fans. Sie haben viel für mich getan, das kann ich nicht leugnen. Deswegen respektiere ich ihre Entscheidungen", sagte er.
Sollte es in Frankfurt keinen Platz für ihn geben, sieht er sich zumindest gewappnet: "Wenn sie mir diese Chance unter dem neuen Trainer geben, werde ich sicher einhundert Prozent geben. Und wenn nicht, dann gebe ich trotzdem alles, um für einen anderen Klub in bester Verfassung zu sein."