Die 2:5-Niederlage gegen PSG am Samstag in der Ligue 1 hinterließ bei Stade-Brest-Trainer Eric Roy einen bitteren Nachgeschmack. Vor allem bei einer bestimmten Szene witterte er anschließend Betrug.
getty"Ein echter Skandal": Stade Brests Trainer Eric Roy wittert nach Niederlage gegen PSG Betrug
WAS WURDE GESAGT?
"Und dann ist da noch das zweite Tor. Hat Sie das als Experten nicht schockiert?", fing der 57-Jährige bei der Pressekonferenz nach der Niederlage an. "Für mich ist das ein Skandal. Ich möchte, dass mir jemand erklärt, wie der VAR dieses Tor für gültig erklären konnte. Ich frage Sie als Experten, was Sie von diesem Tor halten. Der PSG-Spieler stand im Abseits", so Roy.
WAS IST PASSIERT?
Die besagte Szene spielte sich in der 57. Spielminute beim Stand von 1:1 ab, als PSG-Profi Marquinhos von der Mittellinie aus den Ball hoch in den gegnerischen Sechzehner beorderte, um Nuno Mendes zu bedienen. Der lieferte sich mit Brendan Chardonnet ein Rennen zum Ball, beim Zuspiel stand der Pariser dabei aber in abseitsverdächtiger Position.
Chardonnet köpfte den Ball daraufhin ungewollt direkt in die Gefahrenzone. Über Umwege landete der Ball bei Ousmane Dembélé, der locker ins rechte Eck schob und zum zwischenzeitlichen 2:1 für PSG traf. Mit bloßem Auge war nicht zu erkennen, ob Nuno Mendes beim Pass von Marquinhos im Abseits stand oder nicht. Die Unparteiischen sahen jedoch offensichtlich keine Abseitsposition.
WAS WURDE NOCH GESAGT?
"Wir befinden uns in der besten Phase unseres Spiels, und ich komme nicht umhin, zu glauben, dass wenn wir zu diesem Zeitpunkt ein Tor geschossen hätten, sie es zurückgenommen hätten. Es gibt nichts Schlimmeres, als den Treffer zu kassieren, wenn wir am Drücker sind. Ehrlich gesagt, das ist ein echter Skandal", ließ Roy seinem Frust freien Lauf.
Der Franzose sei überzeugt davon, dass für PSG ein anderer Maßstab angelegt werde. "Oft geht es um Mannschaften wie Real Madrid und Paris Saint-Germain. Vielleicht liegt es daran, dass sie starke Institutionen sind und deshalb wohlwollender behandelt werden."
Am meisten Leid tat es Roy jedoch für seine Spieler. "Sie fühlen sich betrogen, verhöhnt und irgendwie nicht belohnt. Leute, die das Spiel nicht gesehen haben, werden denken, dass Brest von PSG geschlagen wurde. Am Ende ist das die Realität."
WIE GEHT ES WEITER?
PSG führt die Ligue 1 mit einem großen Vorsprung an und ist auf Kurs Titelverteidigung. Stade Brest liegt nach 20 Spieltagen auf Rang acht. Chance auf eine Revanche bekommt Brest bereits bald, wenn sich die beiden französischen Klubs in den Playoffs der Champions League gegenüberstehen.



