Für Karl persönlich und das DFB-Team ist der verletzungsbedingte Ausfall des Top-Talents umso bitterer, da Karl gute Aussichten auf einen Stammplatz während der WM hatte.
Seine starke erste Profisaison beim FCB hatte Karl Ende März zunächst die erstmalige Berufung in die A-Nationalmannschaft eingebracht. Schon bei seinem Länderspieldebüt gegen die Schweiz (4:3) zeigte Karl gute Ansätze, nachdem er für die letzte halbe Stunde eingewechselt wurde. Einige Tage später kam der Münchener beim 2:1 gegen Ghana dann bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit ins Spiel und überzeugte erneut.
Obwohl sich Karl kurz danach eine Muskelverletzung einhandelte und den Bayern im Saisonendspurt einige Wochen lang fehlte, wollte Nagelsmann in seinem WM-Kader nicht auf den Mittelfeldmann verzichten. Und Ende Mai beim 4:0 gegen Finnland, dem letzten Test vor der Abreise nach Nordamerika, beorderte Nagelsmann Karl erstmals in seine Startelf.
Der machte seine Sache so gut, dass spätestens nach dem Sieg gegen die Finnen klar war: Karl hat gute Chancen, bei der WM den noch vakanten Platz neben den gesetzten Florian Wirtz und Jamal Musiala im offensiven Mittelfeld der DFB-Elf einzunehmen.
Doch dann kam eben jener 5. Juni: Einen Tag vor dem letzten Testspiel vor der WM, das Deutschland gegen Co-Gastgeber USA letztlich 2:1 gewann, verletzte sich Karl im Training und musste seine erste WM-Teilnahme abschreiben. Für ihn wurde mit Assan Ouedraogo von RB Leipzig ein weiteres Juwel des deutschen Fußballs nachnominiert.