FrankreichsDimitri Payet und Albaniens Ledian Memushaj traten bei der UEFA EURO 2016 an, um die Hoffnungen ihres Landes zu tragen. Im direkten Duell erfüllte diese jedoch nur einer der beiden.
Beide sind zum ersten Mal beim Kontinental-Turnier dabei. Und während Payet sich anschickt, den Gastgeber zum Titel zu führen, ging Memushaj mit seiner Landesauswahl als Außenseiter in die EM. Schon die erfolgreiche Qualifikation der Albaner war historisch.
Payet war der Star am ersten Spieltag, legte gegen Rumänien den Führungstreffer auf und traf kurz vor Schluss spektakulär zum französischen 2:1-Sieg. Im zweiten Gruppenspiel gegen Albanien entschied sich Trainer Didier Deschamps dann sogar dazu, die Superstars Paul Pogba und Antoine Griezmann zunächst auf der Bank zu lassen, um Payet eine noch zentralere Rolle im 4-2-3-1 zu gewähren.
Allerdings wäre Payet unfreiwillig beinahe Teil einer der größten Sensationen in der EM-Geschichte zu sein. Lange stand es aufgrund einer aufopferungsvollen Leistung der Albaner 0:0. Und es war Memushaj, dessen Versuch am Aluminium scheiterte, der einem albanischen Treffer am nächsten kam.
Frankreich tat sich erneut schwer, in Schwung zu kommen. Dann segelte ein albanischer Freistoß in den Strafraum, wo Memushaj die Kugel an Hugo Lloris vorbei brachte, aber am Pfosten scheiterte.
Die Albaner hatten jedenfalls nicht die besten Statistiken. Sie gaben keinen einzigen Schuss auf das Tor ab, der Versuch von Memushaj kam einem Treffer am nächsten.
Frankreich benötigte indes seinen neuen Shootingstar, um durchzustarten. Lediglich ein paar Minuten nach Memushajs Chance war es Payet, der das Heft in die Hand nahm. Er nahm den Ball auf der linken Seite auf, schlug eine wundervolle Flanke auf den eingewechselten Pogba am zweiten Pfosten. Der Juventus-Star konnte die Kugel aber nicht entscheidend drücken.
Von nun an lief alles über Payet, die Franzosen begannen ein Powerplay. Zehn Minuten vor dem Ende setzte sich Payet gegen drei Albaner durch und gab zu Bacary Sagna, dessen Volley über die Latte strich.
Wiederum zwei Minuten darauf brachte ein Payet-Freistoß Laurent Koscielny in Position, der Kopfball segelte aber über den Kasten. Ein von Payet inspirierter Angriff nach dem anderen rollte auf das albanische Tor - und die Mühen wurden mit Antoine Griezmanns Treffer kurz vor Schluss belohnt.
In der 96. MInute krönte dann Payet seine Vorstellung mit dem Treffer zum 2:0-Endstand nach traumhaftem Solo. Damit ist er schon jetzt der erste Spieler seit Zinedine Zidane 2004, der bei einer EM-Endrunde an drei französischen Toren direkt beteiligt ist.
Memushaj und Albanien haben sich - nach dem 0:1 gegen die Schweiz zum Auftakt - bei ihrem EM-Debüt tapfer geschlagen. Dennoch ist es Payet, der weiterhin am hellsten strahlt. Es könnte seine EM werden.




