Emre Can hat am Montag nicht nur mit dem FC Liverpool in der Premier League im letzten Heimspiel der Saison 1:1 gegen Chelsea gespielt, sondern auch einen Preis abgeräumt. Bei der Auszeichnung des Deutschen Fußball Botschafters 2016 bekam er den Publikumspreis.
"Es ist mir eine große Ehre und es macht mich auch sehr stolz, diesen Preis zu bekommen", sagte Can im Interview mit der Deutschen Welle. Seit zwei Jahren spielt der ehemalige Münchner und Leverkusener nun bei den Reds an der Anfield Road und hat schon grundlegende Unterschiede zwischen dem Fußball in Deutschland und in England ausgemacht. "Die haben hier einfach eine andere Mentalität. Wenn ich beispielsweise in ein Taxi einsteige, dann weiß der Taxifahrer Bescheid, was im Verein los ist. Die ganze Stadt lebt einfach für den Verein", berichtete Can.
In Liverpool ist der Mann aus dem defensiven Mittelfeld aktuell allerdings nur der zweitberühmteste Deutsche - nach Trainer Jürgen Klopp. "Ich habe auch den Eindruck, dass sich alle Leute in ihn verliebt haben. Er ist einfach sehr ehrlich, und das mögen die Fans hier", sagte Can. An das erste Zusammentreffen mit seinem neuen Coach erinnert er sich ganz genau: "Er hat zu mir einen Satz gesagt, der mich ein bisschen nachdenklich gemacht hat. Er hat gesagt: 'Viele denken, dass du ein Leader bist, aber das bist du noch lange nicht. Aber das schaffen wir, Emre.' So sehe ich das auch", meinte Can.
Emre Can: Für das DFB-Team, gegen den Ball?
"Man bekam ein Lächeln ins Gesicht"
In Liverpool strebt er seinem großen Idol nach: "Zinedine Zidane", antwortete Can auf die Frage nach seinem Vorbild. "Es hat einfach Spaß gemacht, ihm zuzusehen. Wenn man ihn Fußball spielen sah, bekam man ein Lächeln ins Gesicht. Wenn man sah, wie er den Ball gestreichelt hat", erklärte Can.
Der aktuelle Trainer von Real Madrid wurde 2000 Europameister mit Frankreich - ein Ziel, das Can auch mit dem DFB-Team in diesem Sommer hat. "Ich möchte zur EM. Und ich will dort auch spielen. Es ist nicht mein Ziel, zur EM zu fahren und zu sagen 'Okay, ich sitze auf der Bank.'. Mein Ziel ist es, auf dem Platz zu stehen, wobei ich immer die Entscheidung des Trainers respektiere", sagte Can.


