David Alaba konnte die Erwartungen bei dieser Europameisterschaft nicht erfüllen, genauso wenig wie seine Kollegen von der österreichischen Nationalmannschaft. Nach dem 1:2 gegen Island und dem gleichbedeutenden EM-Aus sprach er in der Mixed Zone über das Turnier.
David, wie niedergeschlagen war die Mannschaft gerade in der Kabine?
David Alaba: Wie die Stimmung ist, können Sie sich wahrscheinlich denken. Das Turnier war enttäuschend. Unser Traum ist geplatzt, schon vor dem Achtelfinale. Wir haben uns natürlich viel mehr vorgenommen und haben das Ziel nicht erreicht.
Was nehmen Sie primär von dieser Europameisterschaft mit?
Alaba: Ich denke, dass wir viel mitnehmen können. Unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben, die EM war nur ein Kapitel davon. Es ist sicherlich kein schönes, aber auf dem Weg zum Erfolg gehört auch ein solches Kapitel dazu. Wir wollen jetzt das nächste aufschlagen und dann unseren Weg weitergehen.
Sie hatten vor dem Elfmeter ein kurzes Gespräch mit Dragovic. Warum haben Sie nicht geschossen?
Alaba: Ich war der Gefoulte und er kam schnell nach vorne. Als wir gesprochen haben, hatte er den Ball schon in der Hand. Er hat sich sehr, sehr gut gefühlt und wollte schießen. Das war okay.
Mit Ungarn und Island sind zwei Mannschaften weitergekommen, die individuell nicht so stark aufgestellt sind wie Österreich. Hat Ihr Kollektiv nicht so gut funktioniert wie bei den anderen Mannschaften?
Alaba: Wenn man sich das Spiel heute angeschaut hat, kann man das so nicht sagen. Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns genug Chancen herausgespielt. Leider haben wir sie nicht genutzt. Dann ist es bei so einem Großereignis schwer, eine Runde weiterzukommen. Ich denke aber nicht, dass das Kollektiv bei uns entscheidend war. Wir haben gezeigt, was wir für einen Fußball können und hätten es verdient gehabt, eine Runde weiterzukommen.
Sie persönlich haben nicht die Leistung gezeigt, die man aus München von Ihnen gewohnt war. Haben Sie selbst eine Erklärung dafür?
Alaba: Unmittelbar nach dem Turnier ist das schwer zu sagen. Was ich sagen kann, ist, dass ich alles gegeben habe für mein Land und die Mannschaft.
Sie spielten unter Marcel Koller auf der Zehn. Ging der Impuls dafür von Ihnen aus?
Alaba: Wir haben das System im Vorfeld gemeinsam besprochen. Als Mannschaft haben wir uns damit auch wohlgefühlt. In den Trainingseinheiten konnten wir es gut umsetzen. Es ist aber schwer zu sagen, ob es am System gelegen hat. Für mich persönlich war es in der ersten Hälfte heute nicht so einfach. Zwar habe ich versucht, mich freizulaufen, aber es hat nicht so gut funktioniert. Ich habe die Linie nicht gefunden.
Wollten Sie bei Ihrem ersten großen Turnier vielleicht zu viel?
Alaba: Das würde ich nicht sagen. Ich habe versucht, mich einzubringen. In einigen Situationen ist mir das nicht gelungen, in anderen schon. Es ist auch in meinem persönlichen Buch ein Kapitel, das ich so mitnehme. Im nächsten will ich wieder besser dastehen.
Fanden Sie die Kritik an Ihrer Person in der letzten Zeit zu hart?
Alaba: Ich versuche, mich mit dem Ganzen nicht zu sehr zu befassen. Manche Dinge habe ich vielleicht ein bisschen anders gesehen, in anderen Situationen teile ich die Kritik. Ich nehme das aber vielleicht auch positiv, dass man solche Erwartungen an mich hat, dafür gibt es schließlich einen Grund.
Lastete auch innerhalb der Mannschaft großer Druck auf Ihnen?
Alaba: Ich glaube nicht. Wir haben tolle Spieler in unseren Reihen. Sie zeigen in ihren Vereinen auch immer wieder, dass sie Leistungsträger sind. Das gilt auch für die Nationalmannschaft. Wir haben schon oft bewiesen, dass wir als Mannschaft sehr stark auftreten können.
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