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Andrey Yarmolenko: Der etwas andere BVB-Transfer

18:30 MESZ 29.08.17
Andriy Yarmolenko
Borussia Dortmund ist bekannt für seine Transferpolitik. Bei Andrey Yarmolenko geht der BVB einen anderen Weg. Das ist gut so. Ein Kommentar.

KOMMENTAR

Seit Jahren verfolgt Borussia Dortmund auf dem Transfermarkt eine klare Linie. Die Neuzugänge müssen jung und entwicklungsfähig sein. So war es bei Emre Mor, bei Ousmane Dembele, bei Ilkay Gündogan, bei Mahmoud Dahoud und bei Julian Weigl. Bei Andrey Yarmolenko geht der BVB nun bewusst einen anderen Weg und holt einen erfahrenen Flügelspieler ins Ruhrgebiet. Das ist gut so, Abwechslung im Kader schadet nicht. (Wer ist Andrey Yarmolenko? Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte über den "Jungen von Kilometer 130"

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Jung und begabt ist nämlich nicht immer gleich erfolgreich. Das haben sie beim BVB schmerzhaft erfahren müssen - auch wenn der DFB-Pokalsieg im Sommer dagegensteht. Aber ein Talent wie Mor konnte sich beim BVB nicht durchsetzen und hat nach einem Jahr bereits das Weite gesucht. Andere, die es geschafft haben, wechselten schnell wieder den Verein. Yarmolenko ist ein anderer Spielertyp. Er ist seinem Verein treu, ist nicht scharf auf das schnelle Geld. Neun Jahre blieb er in Kiev - auch wenn wohl nicht immer freiwillig.

Yarmolenkos Art passt zum BVB

Mit nun bald 28 Jahren hat er sich für den Schritt ins Ausland entschieden. Borussia Dortmund soll es sein. Jener Verein, der wie nur wenige in Europa für Bodenständigkeit und Leidenschaft steht. Genau das, was Yarmolenko ausmacht. Genau das, was er Woche für Woche auf den Platz bringt. Kunststückchen sind ihm nicht so wichtig wie beispielweise einem Dembele. Yarmolenko ist geradliniger, zieht auch mal aus der Distanz ab. Er ist stark im Abschluss. Eine Eigenschaft, die nicht viele BVB-Spieler haben.

Zudem hat der Ukrainer Führungsqualitäten und kann ein Spiel auch alleine entscheiden. Der BVB hat einen erfahrenen Champions-League-Spieler geholt, der auf Anhieb helfen kann - sollte er sich schnell an die Bundesliga gewöhnen.

Denn dieses Risiko bleibt. Wie wird er sich an das höhere Niveau gewöhnen? Bei Henrikh Mkhitaryan, Douglas Costa oder Yevhen Konoplyanka, die ebenfalls aus der Ukraine in die Bundesliga wechselten, dauert es etwas, bis sie in Deutschland überzeugen konnten. Costa gelang das am schnellsten - doch genauso schnell ließ er wieder nach. Schalkes Konoplyanka scheint nun endlich angekommen zu sein. Und auch Mkhitaryan drehte erst später beim BVB voll auf.

Yarmolenko hat keinen Druck

Der große BVB-Vorteil: Yarmolenko muss nicht sofort einschlagen. Dem 1,89 Meter großen Flügelspieler kann die Zeit eingestanden werden, die er braucht. Denn noch ist die Mannschaft von Peter Bosz gut aufgestellt. Maximilian Philipp und Christian Pulisic spielten in den ersten Wochen sehr stark. Yarmolenko kann sich also langsam an die Bundesliga und den BVB gewöhnen. Aber eine Sache sollte er schnellstmöglich lernen: Deutsch. Um die Verständigung im Team zu vereinfachen, wäre dies - trotz der vielen Nationen beim BVB - durchaus von Vorteil.

Mit dem international erfahrenen Yarmolenko geht Borussia Dortmund bewusst einen anderen Weg als in den Jahren zuvor. Er soll die jungen Spieler an die Hand nehmen und in kniffligen Situationen oder in entscheidenden Spielen vorweg gehen. Genau aus diesem Grund kommt er nach Dortmund. Hier kann er nun beweisen, dass er auch außerhalb der Ukraine für etwas Großes geschaffen ist.