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ManzambiGetty Images

Er hat sogar schon einen legendären Fan-Song! Wird Johan Manzambi zum nächsten 100-Millionen-Transfer?

Gleich zwei Rekorde purzelten, als Johan Manzambi im Sommer bei Aston Villa unterschrieb. 60 Millionen Euro Ablöse plus Boni flossen vom Premier-League-Klub in der Breisgau. Manzambi avancierte damit zum kostspieligsten Zugang der Villans und teuersten Freiburger Abgang.

Ein Preis, den er sowohl beim SCF (sieben Treffer, neun Assists in 47 Pflichtspielen) als auch kurz zuvor bei der Weltmeisterschaft gerechtfertigt hatte. Drei Tore und zwei Vorlagen, zunächst als Joker, erzielte der inzwischen 21-Jährige bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko und hatte damit maßgeblichen Anteil am Einzug der Nati in die K.o.-Runde. Umso schmerzhafter: Im Achtelfinale gegen Kolumbien (4:3 im Elfmeterschießen) und beim Aus im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Argentinien (1:3 nach Verlängerung) fehlte der Jungstar den Eidgenossen wegen einer Knieprellung.

Die Verletzung stellte sich letztlich als hartnäckiger heraus als zunächst angenommen. Manzambi verpasste den Saisonstart, den Villa zu allem Überfluss auch noch komplett in den Sand setzte. Nur ein Pünktchen sprang aus den ersten drei Ligaspielen heraus. Bei seinem Comeback nach Einwechslung in den Schlussminuten musste der Jungstar dann die nächste Pleite seiner neuen Mannschaft aus nächster Nähe über sich ergehen lassen: Gegen Oliver Glasners Nottingham Forest setzte es ein 1:2.

Manzambis Startelf-Debüt sieben Tage später brachte schließlich die Wende. Der vielseitige Mittelfeldspieler mit Offensivdrang traf zunächst zur Führung und legte kurz darauf das 2:0 von Ex-Bayern-Leihgabe Nicolas Jackson gegen das ebenfalls kriselnde Tottenham Hotspur auf. Villa gewann mit 3:2 und feierte dank Matchwinner Manzambi den ersten Sieg in der Premier League.

Manzambi wäre beinahe bei Newcastle gelandet

Seitdem läuft es bedeutend besser für den amtierenden Europa-League-Sieger. Je zwei Tore und Assists ließ der 20-malige Schweizer Nationalspieler seitdem folgen. Er glänzte unter anderem bei einem abermals überragenden Auftritt beim 6:0-Kantersieg gegen Fenerbahce Istanbul in der Champions League und schoss den goldenen Treffer beim 1:0 in der Liga über Newcastle United. Ausgerechnet. Denn es hätte alles ganz anders kommen können.

Im Sommer wäre der neue Heilsbringer der Villans nämlich beinahe in Newcastle gelandet, ehe der Traditionsklub den Magpies auf der Zielgeraden einen Strich durch die Rechnung machten. In der obligatorischen Pressemitteilung sprach SC-Vorstand Jochen Saier vielsagend von "wirklich intensiven Gesprächen und Verhandlungen". Ein kleiner Wermutstropfen: Die Engländer waren es, die Manzambi und Freiburg rund zwei Monate zuvor im Europa-League-Finale mit 2:0 bezwungen hatten.

Ein Glücksfall für Manzambi, der nun bei sechs Torbeteiligungen in sechs Pflichtspielen steht und sich damit in Rekordzeit in die Herzen der Fans gespielt hat. Zur Melodie des Klassikers "Zombie" von The Cranberries wurde ihm sogar schon sein eigenes Lied gewidmet. "He‘s in your head, in your head, Manzambi, Manzambi, Manzambi, bi, bi, bi", hallt es in diesen Tagen durch den Villa Park und Birmingham. Manzambi selbst nahm die Ehre hingegen zunächst gar nicht wahr. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich auf dem Platz gar nichts gehört", verriet er unlängst dem Blick. Erst ein Instagram-Video klärte ihn auf: "Ich war sehr glücklich, als ich das gehört habe."

Johan ManzambiGetty Images

Ehemaliger Star des FC Bayern versteht sich blendend mit Manzambi

In der Presse wird er obendrein als "schnell, trickreich, clever, elegant, beeindruckend, perfekt ausbalanciert" beschrieben. Die BBC adelte ihn als eines der "größten Talente des Weltfußballs". The Telegraph spekulierte sogar, dass seine Absage entscheidend zum Rücktritt von Ex-Newcastle-Coach Eddie Howe beitrug.

Und auch der zuletzt ebenfalls bestens aufgelegte Jackson schwärmte vom Zusammenspiel mit seinem neuen Offensiv-Partner: "Er ist ein großartiger Spieler. Er entwickelt sich noch weiter. Hoffentlich wird er von Spiel zu Spiel besser, schießt Tore und unterstützt mich dabei. Er wird es noch weit bringen und hoffentlich bleibt er von Verletzungen verschont." Beide ergänzen sich scheinbar perfekt auf dem Platz. Derart, dass das lange Fehlen eines anderen Neuzugangs bis zu seinem Debüt im Schatten der Gala des neuen Traum-Duos gegen Fenerbahce Istanbul in der vergangenen Woche kaum Thema war. Die Rede ist von Leon Goretzka.

Trainer Unai Emery ist bei Manzambi ebenfalls voll des Lobes. "Er hat einen sehr guten Impact mit seinen Fähigkeiten", sagte der akribische Spanier über seinen brandgefährlichen Schützling nach dem Newcastle-Spiel und lobte neben dessen "Spielintelligenz" auch die "körperliche Stärke" Manzambis, die "sehr wichtig" für seine Spielweise sei, "um uns in der Verteidigung zu unterstützen und uns dabei zu helfen, die Zweikämpfe im Angriff für uns zu entscheiden."

Wird Manzambi zum nächsten Mega-Transfer des FC Barcelona?

Stärken, die Manzambi bereits bei der WM und in Freiburg eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte. Zudem belegte er in der vergangenen Bundesliga-Saison den ersten Platz bei den Vorstößen über zehn Meter oder mehr (116), den Läufen, die mit einem Schuss endeten (13) und den herausgeholten Fouls (78). Da verwundert es auch nicht, dass offenbar längst Europas Elite auf Manzambi aufmerksam geworden ist. Nur wenige Wochen nach seiner Ankunft wird schon wieder über einen möglichen Abgang spekuliert.

Lose Gerüchte gibt es bereits zuhauf. Konkretes Interesse wird allen voran dem FC Barcelona nachgesagt. Wie die Marca berichtet, soll Sportdirektor Deco bereits seine Fühler nach Manzambi ausgestreckt haben und die Möglichkeit für eine Verpflichtung im kommenden Sommer ausloten. Als mögliches Preisschild wird in den Gazetten 100 Millionen Euro genannt, was angesichts der Ablöse vor wenigen Monaten, den Entwicklungen auf dem rasanten Transfermarkt in der jüngeren Vergangenheit und einem noch bis 2031 laufenden Vertrag keineswegs abwegig wäre.

Zeigt Manzambis Entwicklungskurve weiterhin derart rasant nach oben, ist ein frühes Handeln vermutlich nicht die schlechteste Idee. Der Weg in die absolute Weltklasse scheint in jedem Fall geebnet.


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