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"Ein Monster", das "wie Neymar" ist: So tickt Georginio Rutter, auf den BVB, Bayern und Leipzig scharf sind

Über einen Mangel an Talenten können sie sich bei Stade Rennes eigentlich nicht beschweren. Der Klub des schwerreichen Besitzers Francois-Henri Pinault hat traditionell eine herausragende Nachwuchsarbeit. Unter anderem brachte der Traditionsverein aus der Bretagne in den vergangenen Jahren Ousmane Dembele, Ismaila Sarr oder Tiemoue Bakayoko hervor. Was sich aber an herausragenden Talenten aktuell beim Ligadritten der Vorsaison tummelt, ist selbst für dessen Maßstäbe außergewöhnlich.

Da wäre der 17-Jährige Eduardo Camavinga, seit dieser Woche drittjüngster Nationalspieler in der Geschichte Frankreichs und bereits auf dem Einkaufszettel von Real Madrid und PSG. Ebenfalls spannend: Der erst 18 Jahre alte Rechtsverteidiger Brandon Soppy, Linksaußen Lucas Da Cunha und Spielmacher Yann Gboho (beide 19).

BVB, FC Bayern und RB Leipzig wollen Georginio Rutter

Die Schlagzeilen allerdings gehören dieser Tage einem anderen Teenager. Die Rede ist von Georginio Rutter, an dem laut eines Berichts der L'Equipe nicht nur Milan, die englischen Klubs FC Arsenal und Newcastle United interessiert sind, sondern hinter dem "die halbe Bundesliga" her sein soll.

Namentlich nennt das französische Blatt Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig, die allesamt ihre Fühler nach dem 18-jährigen Stürmer ausgestreckt hätten. Nicht unbedingt die schlechtesten Adressen im deutschen Fußball also.

Das große Interesse an Rutter kommt nicht von ungefähr. Zum einen ist er sportlich ein hochspannender Spieler von enormem Potenzial, zum anderen macht ihn seine Vertragssituation zusätzlich attraktiv. 2021 läuft sein Vertrag in Rennes aus und bislang macht er keine Anstalten, das Arbeitspapier zu verlängern. Vielmehr, so heißt es, will er abwarten, ob er sich im Profikader von Trainer Julien Stephan etabliert, ehe er unterschreibt. Rennes gerät so unter Druck und könnte in diesem Sommer zu einem Verkauf gezwungen werden.

Rutter, der in der ersten Mannschaft bereits einige Male auf der Bank saß, hat also einen klaren Plan davon, wie er sich seine Entwicklung demnächst vorstellt. Wie Camavinga vor ihm möchte der U18-Nationalspieler regelmäßig Einsatzzeit in der Ligue 1 sammeln. Ähnlich zielstrebig ist auch Rutters Spielweise. Der 1,82 Meter große Stoßstürmer ist enorm durchsetzungsstark. Gegenspieler vermag er dank Schnelligkeit, prächtiger Physis und cleveren Zweikampfverhaltens regelmäßig abzuschütteln. Er ist mit einer guten Technik ausgestattet und nicht an den Sechzehner gebunden. Er kann sich auch fallen lassen, Bälle schleppen und hat eine Auge für seine Mitspieler. Arbeiten muss er dagegen noch am Abschluss.

Ex-Mitspieler: Georginio Rutter "war ein Monster"

Ex-Lorient-Talent Christopher Martin, der Rutter aus gemeinsamen Zeiten in der bretonischen Eliteakademie Pole Espoirs Football de Ploufragan kennt, beschreibt seinen ehemaligen Weggefährten bei Goal und SPOX so: "Technisch war er ungemein gut, egal ob mit links oder rechts. Und körperlich war er ein Monster."

"Offensichtlich juckt es ihn nun ein bisschen und er will gerne sein Debüt in der Ligue 1 geben, wie es Eduardo ihm vorgemacht hat", so Martin weiter. "Er strebt immer nach dem Maximum." Dabei sei der Offensivspieler einer, "dem es egal ist, was die Leute über ihn sagen".

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Bild: Getty Images

Das Fußballeinmaleins lernte Rutter zwischen 2007 und 2014 bei seinem Heimatklub AS Menimur. Jugendtrainer Frederic Lagadec sagte über ihn vor kurzem im Guardian: "Er erinnert mich an Neymar, aber nicht wegen der schlechten Dinge. Sondern weil er den Fußball liebt und einfach Spaß auf dem Spielfeld haben möchte."

Von 2014 bis 2017 kickte Rutter in Vannes, dann folgte der Schritt nach Rennes, wo er im Alter von 16 Jahren seinen ersten Profivertrag unterzeichnete. In Frankreichs Junioren-Auswahlmannschaften gehört er zu den treffsichersten Spielern und ist in seinem Jahrgang stets eine Führungskraft. Bei der U17-EM im vergangenen Jahr gehört er mit Lucien Agoume (Sochaux) und dem Neu-Bayern Tanguy Nianzou Kouassi (ehemals PSG) zu einem Trio, das Trainer Jean-Claude Giuntini als seinen "Rat der Weisen" bezeichnete. Markenzeichen Rutters sei es, "niemals aufzugeben".

Stade Rennes: Georginio Rutter freut sich für Eduardo Camavinga und Yann Gboho

Der Gelobte selbst glänzte auch vor gut einem Jahr bei der U19-Weltmeisterschaft in Brasilien, als er auf dem Weg zum dritten Platz drei Tore beisteuerte. Damals schilderte er Goal und SPOX, wie er seine Rolle innerhalb der Mannschaft sieht: "Ich habe große Lebensfreude. Wenn es jemandem nicht gut geht, versuche ich ihn zu trösten. Das ist wichtig, weil die Spieler sich gut fühlen und gute Laune haben müssen. Wenn ich ihnen das geben kann, bin ich glücklich."

Damals betonte er noch, nicht neidisch auf seine Weggefährten Camavinga und Gboho zu sein. "Ich freue mich für sie. Es macht mich stolz, wenn ich meine Freunde in der Ligue 1 spielen sehe", so Rutter.

Demnächst aber reicht ihm das wohl nicht mehr. Dann will er selbst Profiluft schnuppern. Und wenn es nicht mit seinen Kumpeln in Rennes ist, dann ja vielleicht in Deutschland.

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