Zahlreiche Fans des FC Bayern München setzen sich gegen die angedachte Trainer-Hospitation von Jerome Boateng ein. Es wurde eine Online-Petition ins Leben gerufen.
GettySchon einmal waren sie strikt dagegen! Fans des FC Bayern München wollen Rückkehr von Jerome Boateng verhindern
WAS IST PASSIERT?
Unter dem Titel "Grenzen setzen gegen misogyne Gewalt: Jerome Boateng darf nicht zurück zum FC Bayern" haben bei change.org rund 5.000 Menschen unterschrieben (Stand: Samstag, 13 Uhr).
GettyWAS IST DER HINTERGRUND?
Boateng wurde 2024 wegen vorsätzlicher Körperverletzung an seiner Ex-Freundin schuldig gesprochen, aber vor Gericht nur dafür verwarnt. Daher ist er offiziell auch nicht vorbestraft. Ein weiteres Verfahren wurde im März 2025 nach dem Grundsatz "in dubio pre reo" eingestellt. Mit der Begründung, "dass die Geschädigte selbst als Zeugin nicht mehr zur Verfügung steht". Boatengs Ex-Freundin Kasia Lenhardt beging im Februar 2021 Suizid.
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Der einstige Innenverteidiger hatte schon einmal mit einer Bayern-Rückkehr geliebäugelt, nachdem er den deutschen Rekordmeister im Sommer 2021 ablösefrei verlassen hatte. Als 2023 Not am Mann war, dachte der damalige Trainer Thomas Tuchel wohl über eine Rückholaktion nach. Der damals vereinslose Weltmeister von 2014 trainierte zwar kurzzeitig mit der Mannschaft, unterschrieb letztlich aber keinen Vertrag. Tausende Fans hatten sich schon damals vehement dagegen ausgesprochen und in der Allianz Arena sogar Banner ausgerollt. "Kein Platz für Charakterschweine im Verein" und "Misogyne Gewalt ist keine Privatsache. Steht zu unseren proklamierten Werten!" war unter anderem darauf zu lesen.
Nun war es Trainer Vincent Kompany, der ihm die Tür öffnete. "Wir haben eine gemeinsame Vergangenheit und sind gute Freunde", erkärte der Belgier und betonte: "Ich bin extrem stolz auf ihn und glücklich darüber, was er alles erreicht hat." Gegenüber der Bild-Zeitung bestätigte Boateng die geplante Zusammenarbeit: "Ich habe schon mit ihm gesprochen. Ich kann bei Bayern hospitieren und darauf freue ich mich sehr. Wir müssen nur noch den richtigen Zeitpunkt finden."
Wie das Boulevardblatt berichtet, würde die Hospitation nur eine Woche dauern. Insgesamt wolle Boateng lediglich vier Trainingseinheiten beobachten. "Jerome hat den Trainer gefragt, ob er an ein paar Tagen die Trainingseinheiten bei uns beobachten kann. Das ist keine Anstellung. Wenn der Trainer ihm das in Aussicht stellt und es terminlich passt, haben wir nichts dagegen", erklärte ein Sprecher des FC Bayern.
DIE TRANSFERGESCHICHTE:
Boateng hatte seine Karriere erst im September dieses Jahres beendet. Zuvor stand der 37-Jährige beim österreichischen Erstligisten LASK unter Vertrag und sammelte bei der Reserve bereits erste Erfahrungen als Co-Trainer.
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