Bereits bei Rieras Debütspiel gegen Union Berlin waren deutliche taktische Veränderungen erkennbar. Brown, auf dem Papier als linker Schienenspieler aufgestellt, tauchte im Spielverlauf auffallend häufig im Zentrum auf. Dort bot er sich im Aufbau aktiv an, übernahm phasenweise die Rolle des Taktgebers und setzte seine Mitspieler gezielt in Szene.
Rieras Plan ging auf. In den vier Partien, die er bislang leitete, stabilisierte sich die Defensive spürbar - ein Problem, das die Frankfurter die ganze Saison über schon plagt. Mit 49 Gegentoren stellt die Eintracht weiterhin die drittschwächste Abwehr der Liga. Nur die Abstiegskandidaten VfL Wolfsburg und der 1. FC Heidenheim sind mit jeweils 53 Gegentoren schlechter. Zwar kassierte die Eintracht gegen Tabellenführer FC Bayern München erneut drei Gegentore, doch gegen Union Berlin, Borussia Mönchengladbach und dem SC Freiburg musste man dafür insgesamt nur einmal hinter sich greifen.
Auch offensiv zahlte sich die Umstellung für Brown aus - insbesondere mit Blick auf seine Torgefahr. Gegen Union und Gladbach traf er jeweils einmal. Zuvor war ihm in 19 Bundesligaeinsätzen in der laufenden Saison lediglich ein Tor gelungen. Riera erklärte seine Herangehensweise so: "Ich liebe es, Spieler in verschiedenen Positionen einzusetzen, denn je mehr Spieler du hast, die unterschiedliche Rollen spielen können, desto weniger Masse musst du holen. Auch für sie ist es gut, denn sie lernen dazu und kommen auf ein anderes Level. Das ist gut für ihre Zukunft."
Exemplarisch für Browns neue Rolle war sein Treffer gegen die Fohlen: Im zentralen Mittelfeld erhielt er im Spielaufbau den Ball von seinem Verteidiger, behauptete sich unter dem Druck zweier Gegenspieler, zog sie dadurch auf sich und leitete nahe der Seitenlinie auf Jean-Matteo Bahoya weiter, der auf der linken Seite extrem dadurch viel Raum hatte. Bahoya zog Richtung Tor und legte in den Rückraum auf den nachgerückten Brown ab. Dessen Direktabschluss schlug präzise im langen Eck ein.
Auch gegen den FC Bayern überzeugte Brown in einer weiteren neuen Rolle. Nicht nur führte er die SGE erstmals als Kapitän aufs Feld. "Nicht wegen seiner beiden Tore gegen Union und Mönchengladbach, sondern weil er ein riesiges Potential hat und ein ruhiger und bescheidener Charakter ist. Er ist noch viel besser, als er selbst denkt, er hat kein Limit. Mit meiner Unterstützung kann er ein noch viel besserer Spieler werden", begründete Riera seine Entscheidung.
Zudem verteidigte Brown in dieser Partie phasenweise auch auf der rechten Seite. Im darauffolgenden Spiel gegen den SC Freiburg stand er sogar von Beginn an als Rechtsverteidiger auf dem Platz. "Daran wachse ich auf jeden Fall. Es ist etwas Neues. Es macht sehr, sehr viel Spaß, weil ich einfach öfter am Ball bin, mehr Aktionen habe", sagte Brown über seine neue Rolle.