Auf der Suche nach einem Käufer für den TSV 1860 München hat Noch-Mehrheitseigentümer und Investor Hasan Ismaik ausgerechnet bei Uli Hoeneß vom Stadtrivalen FC Bayern München nachgefragt. Der reagiert verwundert auf das Angebot.
Getty"Das wäre, wie wenn ich die Metropolitan Opera leiten sollte": Bayern-Patron Uli Hoeneß bleibt nach kuriosem Angebot von 1860-Investor Hasan Ismaik nur das Lachen übrig
WAS IST PASSIERT??
"Wenn Sie den FC Bayern verlassen wollen und zu 1860 München kommen wollen, dann heiße ich Sie recht herzlich willkommen", bot Ismaik in einer Liveschalte dem Ehrenpräsidenten des deutschen Rekordmeisters im Rahmen der Sendung Blickpunkt Sport des Bayerischen Rundfunks an.
Hoeneß, der im Studio vor Ort zu Gast war, reagierte mit einem Lachen und lehnte das kuriose Angebot erwartungsgemäß ab: "Da kann ich Ihnen leider keine Zusage machen. Das ist undenkbar."
WAS WURDE NOCH GESAGT?
Als daraufhin die Liveschalte mit Ismaik beendet war, machte Hoeneß noch einmal deutlich, wie realitätsfern das Angebot des Löwen-Investors eigentlich ist. "Indem er darüber überhaupt auch nur nachdenkt, daran sieht man, dass er in einer anderen Welt lebt. Uli Hoeneß bei 1860 - das wäre, wie wenn ich die Metropolitan Opera leiten sollte."
ImagoWAS IST DER HINTERGRUND?
Ismaik, seit 2011 Mehrheitseigentümer von 1860 München, hatte erst kürzlich publik gemacht, seine Anteile am Drittligisten verkaufen zu wollen. "Ich denke, 1860 braucht jemand Neues. Es wäre das Beste für 1860, wenn Hasan nicht bleibt. Wenn ich bleibe, wird dieser Klub so bleiben, wie er ist", teilte er in einem ARD/BR-Interview mit.
Seitdem ist der jordanische Geschäftsmann auf der Suche nach einem möglichen Käufer. Und dieser wird wohl tief in die Tasche greifen müssen. "Wenn er nicht 200 bis 300 Millionen hat, wird es für ihn nicht funktionieren", stellte Ismaik klar.
WUSSTEST DU?
Mit Ismaik am Ruder krachte es bei den Sechzgern in der Vergangenheit andauernd zwischen Präsidium und der Investoren-Seite. Heute beklagt der 47-Jährige: "Seit 14 Jahren leide ich unter diesen Leuten. Es gibt keine Wertschätzung, keinen Respekt. Nichts."
Die Unstimmigkeiten hat auch Hoeneß beobachten können. Er habe "immer das Gefühl gehabt, dass die ganze Geschichte ein großes Missverständnis war. Da hat die linke Hand nicht gewusst, was die rechte Hand macht", so Hoeneß.
Ismaik hatte den Traditionsverein 2011 vor der Insolvenz gerettet, konnte ihn danach aber nicht in die Erfolgsspur bringen. Die letzte Bundesligasaison von 1860 datiert aus der Spielzeit 2003/04.

