Der nächste Hagi lässt Rumänien träumen: Papa Gheorghe vergleicht ihn mit Zidane

Kommentare()
Rumäniens Ianis Hagi, Sohn von Karpaten-Maradona Gheorghe Hagi, sorgt bei der U21-EM für Furore. Nun geht es gegen Deutschland.

HINTERGRUND

Gheorghe Hagi wird seinen Sohn Ianis auch diesmal wieder anrufen, ihm Nachrichten auf das Handy schicken mit Ratschlägen, wie er die deutsche Abwehr um Jonathan Tah überlisten kann. "Er kennt alle unsere Gegner und hilft mir mit ein paar Tricks", sagt Ianis Hagi über seinen berühmten Vater Gheorghe, Rumäniens ultimativem Fußball-Helden: "Aber zum größten Teil weiß ich, was ich tun muss."

Und genau deshalb sorgt der Name Hagi wieder einmal für Furore. Während Gheorghe in den 80er und 90er Jahren als einer der besten Spielmacher Europas galt, für Real Madrid und den FC Barcelona wirbelte, zaubert der 20 Jahre alte Ianis derzeit bei der U21-EM für Rumänien. Und natürlich trägt er wie der Papa damals die "10" auf dem Rücken.

"Ich verspüre wegen meines Namens keinen Druck - mein Vater ist für mich ein Idol", sagt Hagi vor dem Halbfinale am Donnerstag gegen Deutschland (18.00 Uhr): "Ich hoffe, eines Tages in seine Fußstapfen treten zu können." Die Anlagen sind jedenfalls vorhanden. Hagi ist der Kopf der Überraschungsmannschaft des Turniers, fühlt sich wohl mit dem Ball am Fuß - und ist durchaus selbstbewusst.

Ianis Hagi mag Vergleiche mit berühmtem Papa nicht

"Ich bin Ianis und möchte auch Ianis bleiben", sagt Hagi und scheut den Vergleich mit seinem Über-Vater, der in der Heimat beim FC Viitorul Constanta auch sein Trainer ist, nicht: "Er hatte seine Qualitäten und ich habe meine. Er war schneller und torgefährlicher, ich spiele lieber Pässe und bereite Tore vor." Sein "tödlicher Pass" sei jetzt schon "besser", sagt Ianis Hagi, der bei der EM wie seine Teamkollegen George Puscas und Florinel Coman von den Scouts zahlreicher europäischer Topklubs beobachtet wird. Hagi wird bereits mit dem FC Arsenal von Mesut Özil in Verbindung gebracht.

Bereits mit 16 Jahren debütierte Ianis Hagi in der rumänischen ersten Liga für Viitorul. Nach einem missglückten Abstecher Richtung Florenz ist er wieder zurück in der Heimat, sein stolzer Vater machte ihn auch zum Kapitän seiner Mannschaft.

"Im Gegensatz zu mir ist er beidfüßig, größer und schlanker. Er ist ein absoluter Playmaker", sagte Gheorghe Hagi, der bei den EM-Spielen seines Sohnes in der Kurve steht, dem Magazin 11Freunde einmal. Und dann verglich der Karpaten-Maradona seinen Sohn mit einem noch Größeren als sich selbst: "Er spielt nicht wie Gheorghe Hagi, eher wie Zinedine Zidane."

Hagi, Puscas, Coman und Torwart Ionut Radu - in Rumänien wird das Team bereits als neue "goldene Generation" gehandelt. Und Spielmacher Hagi will der Anführer sein, wie einst der Vater. "Der Name Hagi ist keine Bürde, sondern eine große Ehre", sagt er.

Schließen