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UEFA Champions League

Ralf Rangnick formt RB Leipzigs Kader weiter

16:49 MESZ 20.06.17
Ralf Rangnick RB Leipzig
Nach dem zweiten Platz in der Bundesliga spielt Leipzig ab kommender Saison in drei Wettbewerben. Dafür muss Rangnick einen starken Kader formen.

Ralf Rangnick gilt nicht gerade als medienscheu, doch in letzter Zeit war der Macher von RB Leipzig nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Ein kurzer Auftritt beim Leipziger Stadtteil-Jugendturnier - ansonsten blieb der 58-Jährige lieber im Hintergrund und widmete sich der Kaderplanung.

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Und das zu Recht, denn durch die Mehrfachbelastung muss der aufstrebende Brause-Klub die Qualität seiner Mannschaft deutlich verbessern. Fünf bis sechs Neuzugänge hatte der deutsche Vizemeister angekündigt, bislang wurden vier Spieler verpflichtet, deren Namen und Qualität der breiten Öffentlichkeit nicht so bekannt sind.

Zuletzt nahmen die Leipziger den portugiesischen U21-Nationalspieler Bruma von Galatasaray Istanbul für fünf Jahre unter Vertrag. Der Offensivspieler soll zwölf Millionen Euro gekostet haben. Zuvor sicherte man sich die Dienste von Innenverteidiger Ibrahima Konate (18/FC Sochaux-Montbeliard) sowie der Torhüter Philipp Köhn (19/VfB Stuttgart) sowie Yvon Mvogo (22/Young Boys Bern).

Champions-League-Startplatz noch ungeklärt

Nach den Abgängen von U21-Nationalspieler Davie Selke zum Ligarivalen Hertha BSC und Rani Khedira zum FC Augsburg sollen noch ein Stürmer sowie ein zentraler Mittelfeldspieler kommen. Hartnäckig halten sich Gerüchte um einen Weggang von Spielmacher Emil Forsberg, der mit dem AC Mailand in Verbindung gebracht wird. Rangnick hatte schon vor Wochen erklärt, dass kein Top-Spieler abgegeben werden solle, bislang behielt er recht.

Erschwerend bei den Planungen kommt hinzu, dass der Vorjahres-Aufsteiger immer noch nicht sicher weiß, ob er ab September tatsächlich in der Champions League spielt. Zwar ist RB qualifiziert, doch noch hat die UEFA dem sportlichen Ableger von Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz den Segen nicht erteilt.

Allmählich verwundert die Verzögerung, hatte man doch spätestens bis Mitte Juni mit einem Signal aus der UEFA-Zentrale in Nyon (Schweiz) gerechnet. Rangnick und RB geben sich zuversichtlich, man habe alle Hausaufgaben erledigt und wolle sich auch erst wieder zu dem Thema äußern, wenn eine Entscheidung gefallen ist, hieß es.

Financial Fair Play bei RB Leipzig eingehalten?

Die wird täglich erwartet. Im Kern entscheidet die UEFA darüber, ob Mäzen Mateschitz zwei Vereine der Königsklasse gleichzeitig kontrolliert und die Vereine zu sehr verflochten sind. Das könnte nach Wettbewerbsverzerrung riechen und würde gegen Artikel 5 der Zulassungsbedingungen verstoßen. Red Bull behauptet, dass der Konzern beim österreichischen Meister nur noch als gewöhnlicher Sponsor auftritt.

Dumm nur für RB Leipzig, dass Bull Salzburg als Meister und besser positionierte Mannschaft intern ein Vorzugsrecht genießt. Die erste Auslosung haben die Mozartstädter auch schon hinter sich. In der zweiten Qualifikationsrunde spielen sie gegen den Sieger aus der Partie Hibernians Paola (Malta) gegen Infonet Tallinn (Estland).

In einem zweiten Schritt bewertet die UEFA, ob RB gegen das Financial Fair Play verstoßen hat. Dabei geht es um die vielleicht noch brisantere Frage, ob die Sponsoringzahlungen von Red Bull an RB Leipzig, die bereits in der 2. Liga bei 50 Millionen Euro lagen, marktüblich sind. Laut Experten machten die Sponsor-Zahlungen schon im Unterhaus das Achtfache eines üblichen Sponsor-Engagements aus.