Bundesligist Borussia Dortmund hat Pierre-Emerick Aubameyang erneut aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen und dem Torjäger mit ernsten Konsequenzen gedroht. "Irgendwann ist man an einem Punkt angekommen, wo man das nicht mehr tolerieren kann und da sind wir heute angekommen. Drei Suspendierungen in einem relativ kleinen Zeitraum, ich glaube, in einem Jahr. So kann es nicht weitergehen", sagte ein verärgerter BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach dem 0:0 der Dortmunder zum Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg bei Sky .
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Der Gabuner stand für dieses Spiel nicht im Aufgebot, da er unentschuldigt der Mannschaftssitzung am Vortag ferngeblieben war, wie Trainer Peter Stöger vor dem Anpfiff bestätigte. "Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht, wir haben heute ein sehr kontroverses Gespräch geführt. Diese Verhaltensweise habe ich über Jahre bei ihm nicht gesehen, er war sonst immer professionell. Das was jetzt abgeht, ist von unserer Seite nicht zu tolerieren. Wir werden das auch monetär sanktionieren", berichtete Zorc, der auch eine vorzeitig Trennung nicht mehr ausschließt: "Wir brauchen jetzt keine Transferspekulationen anzustellen, aber klar ist auch, so kann es nicht weitergehen. Da werden ganz wichtige Abläufe gefährdet und es kommt Unruhe in die Mannschaft."
Auba wird beim Training erwartet
Zorc geht aber ebenso wie Stöger davon aus, dass Aubameyang am Montag wieder zum Training erscheint. "Er erhält eine neue Chance", sagte Stöger, der zuvor noch auf den Samstag zurückgeblickt hatte: "Das ist eine relativ wichtige Sitzung, und er ist eben ferngeblieben. Das hat zur Folge, dass ich die Einschätzung habe, dass es ihm nicht ganz so wichtig ist, dass er nicht so fokussiert ist. Dann haben wir Konsequenzen gezogen", sagte Stöger bei Sky . Zorc ergänzte: "Wir stehen voll dahinter, was der Trainer erklärt hat. Ich sehe das sogar in einem etwas größeren und längeren Kontext, was Undiszipliniertheiten und Verfehlungen angeht."
Stöger sagte noch zu Aubameyang Reaktion: "Er war ein wenig überrascht heute. Er hat das für sich nicht ganz so wahrgenommen. Für uns ist es aber eine klare Geschichte. Wenn er da nicht dabei sein will, dann spielt eben ein anderer, der voll fokussiert ist. Er hat kurz angedeutet, dass er es vergessen hätte, aber wir wissen alle, dass das nicht so der Fall ist."
Getty ImagesAubameyang ist Wiederholungstäter
Aubameyangs Eskapaden halten die Dortmunder seit Jahren in Atem. Mal flog er unerlaubt nach Mailand zum Einkaufen, mal drehte er trotz Verbots ein Image-Video auf dem Trainingsplatz. Zudem gab es immer wieder Spekulationen über einen Abschied aus Dortmund, die Aubameyang teilweise selbst befeuerte.
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Stöger ließ trotz der Suspendierung die Tür weiter offen für den Stürmer. "Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nachtragend bin. Er kann sich nächste Woche ganz normal wieder für die Mannschaft qualifizieren", sagte der Österreicher. Darüber, ob Aubameyang möglicherweise seinen Abgang provozieren wolle, wollte Stöger nicht spekulieren.
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte den 28-Jährigen vor dem neuerlichen Vorfall noch in Schutz genommen. Aubameyang sei "ein totaler Profi", sagte Watzke. Im Spanien-Trainingslager hatte Aubameyang entgegen der Gepflogenheiten seine Familie im Mannschaftshotel einquartiert.
Mitspieler äußern sich kritisch
Neben Zorc und Stöger äußerten sich auch die Spieler des BVB im Nachgang der Partie kritisch über den Gabuner. Torwart Roman Bürki sagte bei Sky zu der Suspendierung: "Ich teile die Entscheidung auf jeden Fall. Jeder Spieler hat Regeln, die für alle gelten, egal wie viele Tore er schießt oder verhindert. Das ist eine logische Entscheidung. Wir werden ihn wieder mit offenen Armen aufnehmen. Er gibt im Training immer alles. Wir brauchen ihn, das hat man auch heute wieder gesehen und es wäre schade, wenn er häufiger wegen solchen Sachen fehlt."
Mittelfeldspieler Julian Weigl schlug versöhnlichere Töne an: "Darüber werden wir innerhalb der Mannschaft sprechen. Für mich ist das kein Thema, die sportliche Leitung hat das entschieden. Natürlich hat er Riesenqualität und hat für uns sehr viele Tore schon geschossen, aber die Spieler, die jetzt vorne standen, haben das auch sehr gut gemacht." Auch andere Spieler aus dem Kader könnten für Tore sorgen, falls der Stürmer mal nicht mehr beim BVB spiele, so der deutsche Nationalspieler weiter.
