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Donyell Malen, Jeremy Doku, Roman Yaremchuk: EM-Stars im Visier der Bundesliga

10:58 MESZ 06.07.21
GFX Malen Doku Yaremchuk EURO
Die EM ist für viele Spieler natürlich die beste Bühne, sich für große Klubs zu präsentieren. Einige Shootingstars sind in der Bundesliga begehrt.

HINTERGRUND

Bei einer Europameisterschaft machen traditionell weniger bekannte Spieler mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Auch die Bundesliga-Klubs haben aufgemerkt - und sollen an Stars wie dem Niederländer Donyell Malen oder Belgiens Jeremy Doku dran sein. Goal bewertet die aktuellen Transfergerüchte.

Donyell Malen (PSV Eindhoven): Jadon Sanchos Ersatz beim BVB?

  • Bilanz bei der EM 2021: 4 Einsätze (150 Spielminuten), 0 Tore, 2 Assists
  • Vertrag bis 2024

Der 22-Jährige wurde schon vor der EURO lose mit einem Bundesliga-Wechsel in Verbindung gebracht. Spätestens seitdem der Abgang von Jadon Sancho zu Manchester United feststeht , haben die Gerüchte jedoch deutlich an Fahrt aufgenommen - schließlich konnte Malen bei der EM durchaus überzeugen. Nachdem er im ersten Gruppenspiel der Elftal kurz vor Schluss eingewechselt worden war, glänzte er gegen Österreich (2:0) und Nordmazedonien (3:0) im Kombinationsspiel mit Memphis Depay und legte jeweils einen Treffer auf. Im Achtelfinale musste er nach der Roten Karte gegen Matthijs de Ligt vorzeitig runter.

Dazu kommt eine starke Saison in der Eredivisie mit 27 Toren und 10 Assists. Sein dortiger Trainer Roger Schmidt hat die Hoffnungen auf einen Verbleib bereits aufgegeben: "Für mich steht schon seit einiger Zeit fest, dass Donyell und Denzel [Dumfries] uns sehr wahrscheinlich verlassen werden", sagte er gegenüber  NOS . "So läuft das im Fußball nun mal, vor allem bei einem Verein wie PSV."

Laut  Bild  und  Ruhr Nachrichten  besteht schon geraume Zeit Kontakt zwischen dem BVB und Malens Berater Mino Raiola. Verhandelt wird mit PSV vor allem über die Ablöse, die soll bei etwa 30 Millionen Euro liegen, Dortmund wolle maximal 27 Millionen Euro zahlen. Eine derartige Diskrepanz hört sich nicht nach einer unüberwindbaren Hürde an, selbst wenn die Borussia die Sancho-Millionen angesichts der Corona-Pandemie extrem sparsam einsetzen will.

Eins zu eins ersetzen könnte Malen Sancho beim BVB nicht, schließlich ist er eher Mittel- als Flügelstürmer. Laut  kicker  ist dort unter dem neuen Trainer Marco Rose aber ein 4-4-2-System mit zwei Stürmern und Raute im Mittelfeld denkbar. Malen könnte also neben Erling Haaland wirbeln.

Neben dem BVB wird aus der Premier League auch dem FC Liverpool Interesse nachgesagt, Ex-PSV-Coach Mark van Bommel würde Malen zudem gerne zum VfL Wolfsburg holen. Dortmund hat allerdings klar die besten Chancen. Berater Raiola weiß, dass die Schwarz-Gelben der perfekte Verein dafür sind, den nächsten Schritt zu machen. Umgekehrt hat er bei Haaland aber auch die Erfahrung machen müssen, dass Dortmund die eigenen Leistungsträger nicht ganz so einfach wieder hergibt. Malen dürfte das Ruhrgebiet also nicht als allzu kurzfristige Durchgangsstation betrachten.

Roman Yaremchuk (KAA Gent): Weghorsts Vertretung in Wolfsburg?

  • Bilanz bei der EM 2021: 5 Einsätze (430 Spielminuten), 2 Tore, 1 Assist
  • Vertrag bis 2025

Die Ukraine war eine der positiven Überraschungen der EM, bevor gegen England im Viertelfinale (0:4) schließlich die Lichter ausgingen. Vorn überzeugte dabei das Sturmduo Yaremchuk - Yarmolenko. Während Letzterer mit Borussia Dortmund bereits eine Bundesliga-Station hinter sich gebracht hat, soll Yaremchuk nun auf dem Zettel des VfL Wolfsburg gelandet sein. Das berichten italienische Medien.

Nachvollziehbar wäre das allemal: Der 25-Jährige ist kopfballstark und torgefährlich, dazu verfügt er trotz seiner 1,91m über einen guten Antritt. Wenn es für England tatsächlich mal gefährlich wurde, war Yaremchuk immer beteiligt. Auch in Gent, wohin es ihn 2017 von seinem Jugendverein Dynamo Kiew zog, stimmt die Torquote (insgesamt 27 Ligatreffer in den vergangenen beiden Jahren).

Ein Transfer zu den Wölfen erscheint dennoch unwahrscheinlich. Gent dürfte für den Mittelstürmer eine Ablöse jenseits der 20 Millionen Euro aufrufen, und so ganz kann man sich Yaremchuk nicht neben Wout Weghorst vorstellen - beide sind sich einfach zu ähnlich. Eine derartige Ablöse für einen Ersatzstürmer würde Wolfsburg auch nicht bezahlen. Sollte Weghorst Niedersachen allerdings verlassen, wäre der Ukrainer ein idealer Ersatzmann.

Bis es soweit ist, ist ein Transfer Yaremchkuk in die Serie A - der AC Milan soll Interesse haben - allerdings wahrscheinlicher. Oder in die Premier League. Dort sucht West Ham United einen Ersatz für den zu Ajax abgewanderten Sebastian Haller. Und in Andriy Yarmolenko würde bei den Hammers bereits ein alter Bekannter auf Yaremchuk warten.

Jeremy Doku (Stade Rennes): Belgiens Zukunft zu teuer für Bayern?

  • Bilanz bei der EM 2021: 2 Einsätze (166 Spielminuten), 0 Tore, 1 Assist
  • Vertrag bis 2025

Gerade mal drei Spieler hatte Ex-Bayern-Torhüter Jean-Marie Pfaff im belgischen EM-Team ausgemacht, die "wirklich etwas bewegen können", verriet er dem  SID : "Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und der junge Jeremy Doku." Grund dafür, den 19-jährigen Doku in eine Reihe mit den beiden Weltstars zu stellen, war dessen grandiose Leistung bei der knappen Niederlage gegen Italien, als er unter anderem einen Elfmeter herausgeholt und einen Rekord in Sachen erfolgreiche Dribblings aufgestellt hatte. "Beim jungen Jeremy Doku wird mir ganz schwindlig", staunte auch der frühere WM-Torschützenkönig Gary Lineker und prophezeite "eine Schlange von interessierten Klubs".

Diese Schlange scheint sich bereits zu formieren, auch wenn Doku keineswegs ein unbeschriebenes Blatt ist. Jürgen Klopp wollte ihn schon vor vier Jahren nach Liverpool holen, und als Doku im Oktober 2020 in Rennes unterschrieb, waren nach Angaben von Papa David unter anderem auch Manchester City, Arsenal, Chelsea und Ajax Amsterdam interessiert. Rennes überwies am Ende stolze 26 Millionen Euro an den RSC Anderlecht.

Nicht erwähnt wurde damals der FC Bayern München, doch auch der soll damals interessiert gewesen sein. Das verriet kürzlich  Bild -Fußballchef Christian Falk. Demnach hat auch der deutsche Rekordmeister den schnellen Flügelstürmer gescoutet. Mittlerweile soll das Interesse aus München allerdings erkaltet sein.

Was auch am stolzen Preis für Doku liegen dürfte. Angesichts der langen Vertragslaufzeit und den finanziellen Mitteln des schwerreichen Besitzers Francois-Henri Pinault werden in Rennes keine halben Sachen gemacht. "Er spielt nächstes Jahr auf jeden Fall bei uns", sagte Klubpräsident Nicolas Holveck vor dem EM-Start. "Wenn es ein Angebot über 100 Millionen Euro gibt, denken wir darüber nach."

Auch wenn der wirkliche Preis deutlich tiefer liegen dürfte: Die Ereignisse müssten sich schon überschlagen - etwa endgültig geplatzte Verhandlungen mit Kingsley Coman und ein kurzfristiger Abgang zu einem potenten Premier-League-Klub -, damit Doku ein konkretes Thema bei den Bayern wird. Zum BVB würde er als Sancho-Ersatz nominell passen, Interesse aus Dortmund ist allerdings nicht bekannt.

Mikkel Damsgaard (Sampdoria Genua): Danish Dynamite für Leverkusen?

  • Bilanz bei der EM 2021: 4 Einsätze (264 Spielminuten), 1 Tor, 1 Assist
  • Vertrag bis 2024

Die Dänen sind bei der EURO längst Everybody's Darling. Das liegt nicht nur am Drama um Christian Eriksen, sondern auch am erfrischenden Offensivfußball der Truppe von Kasper Hjulmand (schon elf Turniertore). Einer der Shootingstars ist Mikkel Damsgaard - oder auch "Damsinho", wie Hjulmand den 21 Jahre alten Mittelfeldmann aufgrund seiner technischen Fertigkeiten nennt.

Damsgaard überragt in der kreativen Rolle als Vertreter von Inter-Star Eriksen und leitete mit seinem Traumtor gegen Russland (4:1) das dänische EM-Wunder erst so richtig ein. Das soll unter anderem den FC Barcelona und Milan auf den Plan gerufen haben, wie spanische und italienische Medien berichten. Und laut  Calciomercato  ist auch Bayer Leverkusen an Damsgaard dran. Der ist vor allem auf dem linken Flügel beheimatet, kann aber auch zentral spielen.

Knapp sieben Millionen Euro zahlte Sampdoria vor einem Jahr an Nordsjaelland für den Rechtsfuß, laut  Ekstra Bladet  würde die Ablösesumme bei einem neuerlichen Transfer schon bei über 25 Millionen Euro liegen. Vielleicht sogar deutlich höher. "Ich weiß nicht, wie viel er wert ist, weil er nicht zum Verkauf steht", wehrte Genua-Präsident bei GR Parlamento ab: "In meinen Augen irgendwo zwischen 30 und 50 Millionen Euro." Man wolle Damsgaard aber erst einmal halten und entwickeln - und später richtig viel Gewinn mit ihm machen.

Das alles spricht gegen einen Transfer zur Werkself, zumal dort im offensiven Mittelfeld nicht wirklich Bedarf besteht. Sollte ein hohes Angebot für Kaliber wie Moussa Diaby oder Leon Bailey hereinflattern, wird sich Bayer aber sicherlich noch einmal mit Damsgaard beschäftigen.