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Kevin Trapp bei Eintracht Frankfurt: Die Wiederauferstehung

17:45 MEZ 14.02.19
Kevin Trapp Eintracht Frankfurt
In der vergangenen Saison vegetierte er wie ein Häufchen Elend auf der PSG-Bank vor sich hin. In Frankfurt hat Kevin Trapp zu alter Stärke gefunden.
Wer mit Izabel Goulart unter einem Dach in der Stadt der Liebe lebt und seine Freizeit mit Neymar verbringt, dem kann es eigentlich gar nicht so schlecht gehen. Für Kevin Trapp gilt aber genau das Gleiche wie für jeden anderen ambitionierten Fußballer: Er will einfach nur spielen. Spielen, das gehörte in der vergangenen Saison nicht wirklich zu den Zentralaufgaben des Schlussmanns aus dem Saarland. Er vermochte vielleicht sein Portugiesisch zu verbessern, seine Qualitäten zwischen den Pfosten aber nicht. 

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Unai Emery, damals noch Trainer von PSG, setzte ihn vom einen auf den anderen Tag Eigengewächs Alphonse Areola vor die Nase. Eine Entscheidung, die ihn fast die Teilnahme an der Weltmeisterschaft kostete. Dass Joachim Löw ihn letztlich doch noch als Nummer drei hinter Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen mit nach Russland nahm, war mehr seiner Beliebtheit innerhalb des DFB-Teams geschuldet als seinen sportlichen Verdiensten.

Bei PSG erhielt Kevin Trapp mit Gianluigi Buffon zusätzliche Konkurrenz

Da für die Deutschen allerdings bereits nach der Gruppenphase Schluss war, bot sich Trapp im Sommer genügend Zeit zur Selbstreflexion. Soll er warten, ob ihm der Erbe des gescheiterten Emery, Thomas Tuchel, eine neue Chance im Parc des Princes gewährt? Oder soll er dem Ruf eines anderen Klubs folgen? Die Premier League, so hieß es, habe Trapp zu dieser Zeit gereizt. Auch der türkische Vertreter Besiktas Istanbul sei vor der Verpflichtung von Liverpool-Keeper Loris Karius scharf auf ihn gewesen. Trapp aber zögerte. Und zögerte. Bis er sich durch den Transfer von Juventus-Routinier Gianluigi Buffon eingestehen musste, auch unter seinem Landsmann Tuchel keine allzu großen Chancen auf Einsätze zu erhalten. 

Der 28-Jährige wechselte aber nicht nach England. Er wechselte auch nicht an den Bosporus. Er wechselte an den Main. Zurück zur alten Liebe. Zurück zu Eintracht Frankfurt. Dabei hatten die Hessen eigentlich schon einen Ersatz für den zu Bayer Leverkusen abgewanderten Lukas Hradecky an Land gezogen. Frederik Rönnow, 26, hinter Kasper Schmeichel immerhin zweiter Torhüter der dänischen Nationalelf, war für knapp drei Millionen Euro von Bröndby IF gekommen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Ein Beitrag geteilt von Izabel Goulart (@izabelgoulart) am Feb 5, 2019 um 6:23 PST

Rönnow wusste während der Vorbereitung jedoch weder mit Leistung noch mit körperlicher Fitness zu punkten. Ständig wiederkehrende Knieprobleme zwangen ihn zu Pausen, außerdem sah er beim 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern und dem peinlichen Pokal-Aus gegen Viertligist SSV Ulm nicht nur einmal schlecht aus. Und als sich den Eintracht-Bossen dann unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode die Möglichkeit bot, Trapp auszuleihen, zögerten sie keine Sekunde. Der PSG-Keeper sei nicht nur fit und spielbereit, sondern auch "eine absolute Identifikationsfigur mit großem Führungspotenzial", befand Manager Bruno Hübner.

Der Plan ging auf. Trapp fügte sich mithilfe seiner Teamkollegen, die er zum Teil schon vor seinem Wechsel nach Paris im Jahr 2015 gut kannte, sowie den Fans auf Anhieb an seiner alten Wirkungsstätte ein. Mittlerweile steht er bei 24 Einsätzen (2128 Minuten). Auch wenn er davon nur vier ohne Gegentor beendete, überzeugte er vor allem in der Hinrunde als wichtiger Rückhalt. In der Bundesliga parierte er bislang knapp 70 Prozent der Bälle, die auf sein Tor kamen. Eine hervorragende Bilanz für einen Torwart, dessen Vorderleute eher offensiv denken. Unter Trainer Adi Hütter wird nämlich weitaus frecher und riskanter nach vorne gespielt als noch unter Vorgänger Niko Kovac.

Eintracht Frankfurt möchte Kevin Trapp von PSG fest verpflichten

Umso zufriedener sind die Verantwortlichen mit Trapp. Und erwägen, ihn im Sommer fest zu verpflichten. Nach Informationen von Goal und SPOX wollen die Frankfurter bereits im Laufe des März Verhandlungen mit PSG über eine feste Verpflichtung aufnehmen. Die Bild berichtet, dass der französische Meister rund acht Millionen Euro für den bis 2020 an der Seine unter Vertrag stehenden Trapp verlangt. Eine Summe, die das Budget des Klubs sprengen könnte, wenn man bedenkt, dass der Keeper mit knapp fünf Millionen Euro pro Jahr nicht gerade wenig Geld in Paris verdient. 

"Eintracht Frankfurt muss wollen, Paris spielt eine Rolle, und ganz am Ende ist mein Wort das entscheidende. Ich entscheide das. Ohne mein Ja oder mein Nein passiert gar nichts", sagte Trapp vor dem Hinspiel des Europa-League-Sechzehntelfinales in Charkiw gegen Schachtjor Donezk (ab 21 Uhr  im LIVE-TICKER).

Die Eintracht-Fans dürfen sich durchaus Hoffnungen auf einen Verbleib machen. Er fühle sich seit seiner Rückkehr "superwohl", bekräftigte Trapp mehrfach. Einerseits wegen seines positiven Standings im Team und im Verein, andererseits wegen seines Privatlebens. Das brasilianische Supermodel Goulart, mit dem er inzwischen verlobt ist, kann dank der guten Flugverbindungen nach Frankfurt regelmäßig bei ihm sein, nur etwas mehr als zwei Stunden muss er fahren, um seine saarländische Heimat zu besuchen. 

Kevin Trapp sieht bei der SGE "viele positive Dinge"

Letztlich, und darum geht es jedem ambitionierten Fußballer, zählt allerdings das, was auf dem Platz passiert. An Einsätzen mangelt es Trapp bekanntlich nicht. Bleibt nur abzuwarten, wo der Weg der immer höher fliegenden "Adler" hingeht. Das Halten von Leistungsträgern und die Teilnahme am europäischen Wettbewerb sind wichtige Faktoren für das frühere Eigengewächs des 1. FC Kaiserslautern. "Gerade, seitdem ich wieder da bin, merke sich sehr deutlich, dass sich etwas entwickelt. Es wäre toll, wenn wir auch in Zukunft so erfolgreich spielen würden. Wir haben ein tolles Trainerteam, das ambitioniert ist, das vieles erreichen will, auch der Verein hat sich von der Denkweise nach vorne entwickelt. Das sind viele positive Dinge", so Trapp. 

Ein Weiterkommen gegen Donezk wäre sicherlich ein weiteres Argument, das ihn zum Bleiben bewegen würde.