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Als Gianluigi Buffon während eines Spiels ein Autogramm gab

13:54 MESZ 07.09.22
GER ONLY Gianluigi Buffon Flitzer
Autogramme zu geben ist für einen Profi keine außergewöhnliche Sache - dies während eines Spiels zu tun hingegen schon.

Sein 166. Länderspiel für Italien wird Gianluigi Buffon wohl so schnell nicht vergessen. Nicht etwa, weil er in dieser Partie einen wichtigen Titel gewann oder eine herausragende Parade nach der anderen zeigte - sondern weil er während des laufenden Spiels nicht nur sein Tor hütete, sondern gleichzeitig ein Autogramm verteilte.

Aber der Reihe nach. Am 12. November 2016 war die italienische Nationalmannschaft im Rahmen der WM-Qualifikation zu Gast im Rheinpark Stadion in Vaduz. Gastgeber war Liechtenstein. Der Underdog startete mit drei Niederlagen aus drei Spielen und einem Torverhältnis von 1:12 denkbar schlecht in die Qualifikation und gegen Italien standen die Chancen auf eine weitere Pleite extrem hoch.

Letzten Endes war der Ausgang der Partie deutlich. Italien siegte mit 4:0, hätte dank knapp 30 Torchancen aber auch deutlich höher gewinnen können. Liechtenstein hatte keine Chance, die rund 6000 anwesenden Zuschauer sahen nur drei Schüsse neben das Tor von Buffon. Einer der anwesenden Fans trug den Namen Giuseppe Cortese.

Flitzer dachte, die Partie sei zu Ende

Eben jener Italiener hatte seinen großen Auftritt in der 88. Minute. Das Spiel plätscherte kurz vor dem Abpfiff vor sich hin, als der Fußballfan über einen Zaun im Rheinpark Stadion kletterte und auf das Spielfeld stürmte. Sein Ziel war klar: ein Autogramm von Buffon ergattern, Lieblingsspieler und Vorbild von Cortese.

Bereits einen Tag vor der Partie hatte der Flitzer vergeblich versucht, eine Unterschrift des Torhüters zu bekommen. Also startete er einen zweiten Anlauf. "Es klingt vielleicht komisch, aber ich dachte, die Partie ist zu Ende und bin dann zu ihm hin. Als ich bemerkt habe, dass die Partie noch läuft, war es schon zu spät. Ich konnte nicht mehr zurück", erklärte Cortese nach seinem Platzsturm gegenüber italienischen TV-Sendern.

Mit Bommelmütze, Einteiler in den Nationalfarben Italiens und einer Jacke der Squadra Azzurra stand der Flitzer dann vor Buffon. Und natürlich mit einem Stift für das Autogramm. Da der italienische Nationaltorhüter in dem Spiel gegen Liechtenstein keinen einzigen Schuss abwehren musste, nahm er sich knapp 20 Sekunden und unterschrieb das Oberteil seines Fans. Der war begeistert: "Gigi war so gelassen. Eigentlich wollte ich auch noch eine Kapitänsbinde von ihm unterschreiben lassen, dafür war aber keine Zeit mehr."

Denn als Cortese die Signatur seines Idols eingesackt hatte, war auch der Ordnungsdienst des Stadions zur Stelle. Mit einem Lächeln im Gesicht lief der Fan dem Sicherheitspersonal entgegen und wurde anschließend vom Platz geführt. Er hatte ergattert, wofür er gekommen war.

Autogrammsammler voller Adrenalin

Laut eigenen Aussagen war Cortese nach dieser Aktion vollgepumpt mit Adrenalin - und Glücksgefühlen: "Ich bin einfach nur überglücklich, dass ich ein Autogramm vom großartigsten Spieler und Menschen habe, Gianluigi Buffon." Zusätzlich sackte der Flitzer jede Menge Aufmerksamkeit ein, sein Clip wurde im Netz millionenfach aufgerufen.

Doch nicht alle Reaktionen darauf waren positiv. Im Netz gab es neben Lob für Corteses Einsatz auch Kritik - und die Forderung nach einer Bestrafung. Darauf antwortete der Platzstürmer: "Ich sehe mich nicht als Flitzer, sondern als Autogrammsammler." Doch diese Aussage schützte den Italiener nicht vor einem Stadionverbot. Wie lange dieses ausfiel und ob er mit weiteren Konsequenzen belegt wurde, teilte Cortese aber nicht mit.

Und Buffon selbst machte aus dem Ereignis keine große Sache, ganz Profi konzentrierte er sich direkt danach auf die restlichen Minuten des WM-Quali-Spiels. Im Anschluss an die Partie stand der Torhüter für zahlreiche Autogramm- und Fotowünsche seiner Fans zur Verfügung, stets mit einem Lächeln im Gesicht. "Das alles hat für mich etwas mit Respekt zu tun", sagte er gegenüber den anwesenden Medien.

Zehn Länderspiele kamen nach der Partie in Liechtenstein für Buffon im Dress der Squadra Azzurra noch dazu. Damit ist er Rekordspieler der italienischen Nationalmannschaft - und Fanliebling sowieso. Dazu hätte es nicht einmal das Autogramm für den Flitzer gebraucht.