Vier der fünf europäischen Top-Ligen haben am vergangenen Wochenende die Saison beendet, lediglich in der Serie A steht noch der letzte Spieltag an. Doch auch in Italien ist die Meisterschaft bereits entschieden. Juventus Turin hat sich mit dem 3:0-Sieg gegen Crotone den sechsten Scudetto in Folge gesichert. Lediglich ein Sieg fehlt den Bianconeri noch, um mit dem ersten Triple der Vereinsgeschichte Geschichte zu schreiben.
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Um dieses Ziel jedoch zu erreichen muss die Alte Dame im Finale der Champions League gegen Real Madrid gewinnen. Doch auch die Königlichen reisen nach der ersten nationalen Meisterschaft seit 2012 auf einem Höhenflug nach Cardiff.
In Frankreich beendete ein junges, angriffsfreudiges Team aus Monaco die Dominanz von Paris Saint-Germain und feierte den Titel in der Ligue 1. In Deutschland hingegen setzte sich mit dem FC Bayern auch in diesem Jahr der haushohe Favorit auf die Meisterschale durch.
Ähnlich dominant, doch etwas überraschender war die Saison des FC Chelsea in der Premier League. Die Blues zeigten sich nach dem Trainerwechsel zu Antonio Conte im vergangenen Sommer als beinahe unbezwingbar und sicherten sich verdient die Meisterschaft in der englischen Beletage.
Wenig überraschend ist jeder nationale Titelträger auch in unserem Team der Saison vertreten. Doch auch Spieler von Klubs, welche in dieser Spielzeit mit Problemen zu kämpfen hatten, haben es in unsere Auswahl geschafft.
GIANLUIGI BUFFON – Juventus Turin

Am Sonntag durfte Buffon den insgesamt achten Scudetto seiner Karriere feiern (insgesamt waren es bereits zehn, zwei wurden jedoch im Zuge des Manipulationsskandals von 2006 annulliert). Keinem anderer Spieler in der Geschichte des italienischen Fußballs gelang das häufiger. Und warum? Weil Gigi Nazionale ein Naturtalent ist. Ein Mann, der es aufgrund gnadenloser Professionalität und unbändigen Siegeswillens geschafft hat, trotz seines fortschreitenden Alters noch immer zu den besten Torhütern der Welt zu zählen. Er selbst gab nach der erfolgreichen Titelverteidigung zu, "süchtig nach Siegen" zu sein.
ANDREA CONTI – Atalanta Bergamo
Der Rechtsverteidiger wettete vor der Saison mit seinem Berater, dass er in dieser Spielzeit mindestens fünf Treffer erzielen würde. Am 2. April gewann er als Wetteinsatz schließlich eine teure Uhr. Daraufhin versprach sein Berater, ihm ein teures Auto zu schenken, sollte er die Sieben-Tore-Marke knacken. Mittlerweile steht der 23-Jährige bei acht Treffern – und freut sich über ein neues Gefährt. Kein anderer Verteidiger in den Top-Fünf-Ligen des Kontinents erzielte in der zurückliegenden Spielzeit so viele Tore wie Conti. Nicht nur deshalb wird der Rechtsverteidiger mittlerweile von den Schwergewichten Europas gejagt, er selbst will jedoch kommende Saison für Atalanta in der Europa League auflaufen.
CESAR AZPILICUETA – FC Chelsea
Es gibt einen Grund dafür, dass der spanische Nationalspieler in der zurückliegenden Saison der einzige Spieler der Blues war, der jede Minute auf dem Feld stand: Es gibt derzeit schlichtweg keinen vielseitigeren, konstanteren und verlässlicheren Verteidiger in England. Auch Trainer Antonio Conte schwärmt von dem Spanier: "Das bedeutet, dass er ein großartiger Spieler, ein Champion, ist. Wenn man jede Minute auf dem Feld steht und keine Verletzungen oder Sperren hat, dann ist man nicht nur auf, sondern vor allem auch abseits des Platzes ein außergewöhnlicher Spieler."
DIEGO GODIN – Atletico Madrid
Wie wäre die Amtszeit von Manuel Pellegrini als Coach von Manchester City wohl verlaufen, hätte er vor zwei Jahren den uruguayischen Innenverteidiger von einem Wechsel ins Etihad überzeugt? Es gibt wohl kein Team in der Welt, welches nicht von den Qualitäten Godins profitieren würde. Der 31-Jährige steht für die alte Verteidiger-Schule: kompromisslos, schnörkellos und aggressiv. Darüber hinaus ist der Uruguayer noch äußerst loyal: "Ich fühle mich genauso wie jeder andere Fan dieses Klubs", räumte er Anfang des Jahres jegliche Gerüchte über einen Abgang von den Colchoneros aus der Welt. Atletico kann sich glücklich schätzen, ihn in seinen Reihen zu wissen.
MARCELO – Real Madrid
AFP/GettyNach seinem späten Siegtreffer zum 2:1 gegen den FC Valencia im Bernabeu sagte der Brasilianer: "Wir mussten alles geben und haben gezeigt, wer wir sind." Mit seinem tollen Treffer zeigte Marcelo jedoch auch, wer er ist: Der beste Linksverteidiger des Planeten. Kein anderer Verteidiger in den Top-Fünf-Ligen Europas bereitete so viele Treffer vor wie der 29-Jährigen, doch vor allem seine Defensiv-Qualitäten werden dabei häufig übersehen. Er wird womöglich nie Roberto Carlos als Ausländer mit den meisten Einsätzen für den Klub ablösen, doch die spielerischen Qualitäten seines Landsmannes hat er mittlerweile zweifellos erreicht.
THIAGO ALCANTARA – Bayern München
Getty ImagesDer FC Barcelona muss derzeit viel Kritik dafür einstecken, dass er Rechtsverteidiger Dani Alves vor der Saison ablösefrei zu Juventus Turin ziehen ließ. Im Jahre 2013 begingen die Katalanen jedoch einen weitaus größeren Fehler, als der Klub nicht versuchte Thiago Alcantaras Wechsel zu Bayern München zu verhindern. Dani Alves war bei seinem Abgang mit 33 Jahren über seinem Zenit, Thiago mit 22 noch ein junger Spieler. Nun, da der Nationalspieler von Verletzungen weitgehend verschont bleibt, rechtfertigt er die mittlerweile legendäre Forderung "Thiago oder nix", welche Pep Guardiola kurz nach seiner Amtsübernahme bei den Bayern aussprach. Der Spielmacher war eine der tragenden Säulen im Team von Trainer Carlo Ancelotti. "Diese ist meine beste Saison als Profi", musste auch Thiago selbst vergangenen Monat konstatieren.
N'GOLO KANTE – FC Chelsea
"70 Prozent der Erde wird von Wasser bedeckt, den Rest nimmt N'Golo Kante ein" – ein beliebter Spruch unter Chelsea-Fans. Tatsächlich nahm der französische Nationalspieler auch dieses Jahr bei seiner persönlich zweiten Meisterschaft in Folge eine Schlüsselrolle ein. Mit scheinbar unendlicher Ausdauer, einem bemerkenswerten Arbeitseifer und überragenden Defensiv-Qualitäten zählte Kante zu den wichtigsten Komponenten im Team der Blues und wurde schließlich zum Spieler der Saison in der Premier League gewählt. Trainer Antonio Conte gilt gemeinhin als schwer zu beeindrucken, doch selbst er sieht im 26-Jährigen den perfekten Profi. "N'Golo ist ein fantastischer Spieler und ein fantastischer Typ", schwärmt der Italiener. "Er ist sehr hingebungsvoll und verhält sich großartig. Ein großes Vorbild für alle anderen." Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
BERNARDO SILVA – AS Monaco
Edinson Cavani wurde zwar zum Spieler der Saison in der Ligue 1 gekürt, der beste Spieler in Frankreich war jedoch ein anderer: Bernardo Silva. Auch wenn der portugiesische Flügelspieler in einer Zeit spielt, in der Physis schwerer gewichtet wird als Technik, zeigt der 22-Jährige, dass das Spiel im Kopf entschieden wird – nicht mit den Füßen. PSG-Legende Pauleta stößt ins gleiche Horn: "Es gibt Leute, die behaupten, er sei zu klein und nicht robust genug, doch er ist anders als die meisten Spieler. Er kann Dinge, die andere nicht können." Monaco mit Leichtfüßigkeit und Raffinesse zum Titel zu führen, beispielsweise.
LIONEL MESSI – FC Barcelona
Es gab Menschen, die behaupteten, Messi hätte seinen Zenit überschritten. Sie lagen falsch. Nirgendwo stellte er das besser unter Beweis als am 23. April im Santiago Bernabeu. Casemiro trat ihn um. Marcelo verpasste ihm einen Ellenbogenschlag. Sergio Ramos fegte ihn mit einer Blutgrätsche von den Beinen. Doch Messi stand immer wieder auf. Bis in die allerletzten Sekunden des Spiels, als der Argentinier mit seinem 500. Tor für Barca den 3:2-Siegtreffer erzielte und den Triumph über den großen Rivalen aus Madrid besiegelte. Danach stand er da, still und leise. Sein Trikot der Menge entgegen haltend. Nummer 10, Messi. Noch immer der beste Fußballer des Planeten.
Getty ImagesALEXIS SANCHEZ – FC Arsenal
Müsste man sich eine Situation suchen, welche die Wichtigkeit von Alexis Sanchez unterstreichen soll, dann wäre es der Treffer gegen Stoke City. Kurz nachdem er der Bank signalisiert hatte, dass er das Feld bei der nächsten Spielunterbrechung verletzungsbedingt verlassen müsse, besiegelte der Chilene den wichtigen Sieg für die Gunners. Tatsächlich ist Sanchez genauso zäh wie talentiert. Nicht zuletzt deshalb bezeichnet ihn Trainer Arsene Wenger als einen "Kämpfer". Das Spiel im Britannia Stadium unterstreicht jedoch auch, welche Finesse im Spiel des chilenischen Angreifers steckt. Er war es, der das Tor von Mesut Özil mit dem Pass der Saison vorbereitete. Es war bereits der zehnte Assist von Sanchez, dazu netzte er 24-mal selbst. Wo stände Arsenal nur ohne ihn?
KYLIAN MBAPPE – AS Monaco
Dass Kylian Mbappe über außergewöhnliches Talent verfügt, zeigte sich früh: Im Dezember 2015 löste er Thierry Henry als jüngsten Monaco-Spieler aller Zeiten ab, im Februar 2016 trug er sich schließlich als jüngster Torschütze des Klubs in die Geschichte ein. Wie außergewöhnlich talentiert der 18-Jährige wirklich ist, stellte er in der zurückliegenden Saison unter Beweis. Mit seinen unerschrockenen, furiosen Auftritten führte er die AS Monaco zum ersten Meistertitel seit 17 Jahren. Innenverteidiger Andrea Barzagli von Juventus Turin sprach wohl allen von uns aus der Seele, als er sagte: "Ich habe noch niemals einen Spieler wie Mbappe erlebt."


