lionel messi argentinien wm quali 090617Getty Images

Lionel Messi und Argentinien leiden - WM-Drama geht weiter: "So verdienen wir es nicht"

Eigentlich undenkbar, aber mit jedem Spiel ein Stück mehr Realität: Dem fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi und Argentinien, vor drei Jahren erst im Finale von Deutschland gestoppt, droht bei WM-Endrunde in Russland die Zuschauerrolle. Statt eines Befreiungsschlages gegen das Eliminatorias-Schlusslicht machte sich der Vize-Weltmeister mit dem 1:1 (0:0) gegen Venezuela das Leben noch schwerer.

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"So verdienen wir es nicht", schrieb das Sportblatt Ole mit Schlusspfiff im prall gefüllten Estadio Monumental von Buenos Aires entsetzt auf seiner Homepage. "Kein Spiel, keine Reaktion", wetterte das "Stimmungsthermometer" der Gaucho-Fans weiter und bekannte: "Messi leidet. Wir auch."

Trainer Jorge Sampaoli, der nach dem 0:0 am Donnerstag in Uruguay trotz 73 Prozent Ballbesitz auch im zweiten Pflichtspiel unter seiner Regie einen Rückschlag einsteckte, haderte mit dem Fußball-Gott. Und das auf den Tag genau 24 Jahre nach dem historischen 0:5-Debakel daheim gegen Kolumbien. "Wenn du elf glasklare Torchancen hast, und keine davon verwertest, und der Gegner gleich eine nutzt, macht sich eine gewisse Unruhe breit", monierte der 57-Jährige.

Argentiniens WM-Teilnahme in großer Gefahr

Da passt es ins Bild, dass trotz eines Messis auf dem Platz, trotz der neuen Sturmhoffnungen Paulo Dybala und Mauro Icardi, ausgerechnet ein Ex-Duisburger mit einem Eigentor den Eliminatorias-Bann nach 309 torlosen Minuten brach. Rolf Feltscher grätschte in der 55. Minute unglücklich in eine Flanke, fünf Minuten nach Jhon Murillos Führungstor der erst einmal siegreichen Vinotintos, die schon im Hinspiel den Favoriten mit einem 2:2 geärgert hatten.

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Am 5. Oktober, dem vorletzten Spieltag, geht es gegen das punktgleiche Peru (beide 24) weiter, das mit einem 2:1 (0:0) in Ecuador auf Rang vier vorstürmte und nun die letzte der vier in Südamerika zu vergebenen WM-Fahrkarten inne hat. Argentinien bleibt als Tabellenfünfter derzeit die Hoffnung auf den Umweg Play-offs gegen Ozeanien-Vertreter Neuseeland.

Auch Chile vor WM-Aus

Noch mehr in der Bredouille steckt Südamerikameister Chile, der vor zwei Monaten noch beim 0:1 im Confed-Cup-Finale Weltmeister Deutschland Paroli geboten hatte. Sinnbild der Krise ist ausgerechnet der Münchner Arturo Vidal. 

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Beim 0:1 (0:0) in Bolivien unterlief dem Bayern-Mittelfeldmotor wie beim 0:3 vor einer Woche gegen Paraguay fast erneut ein Eigentor (17.), dann vergab er kläglich die mögliche Führung (40.). Ein Handspiel des Ex-Hamburgers Marcelo Diaz nutzte Juan Acre (59.) per Strafstoß zum Sieg der Gastgeber.

Brasilien, Kolumbien und Uruguay in großen Schritten Richtung Russland

Mit dem 1:1 (1:0) im Glutofen Barranquilla endete für Brasilien eine Serie von neun Eliminatorias-Siegen in Folge, obwohl Willian (FC Chelsea) fast mit dem Pausenpfiff die Gästeführung erzielt hatte. 

Bei Kolumbien war der Münchner James Rodriguez 35 Tage nach seinem Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel Dreh- und Angelpunkt im Spiel, den verdienten Ausgleich markierte aber Monacos Torjäger Falcao (56.).

Trotz des Remis gegen den enteilten Spitzenreiter Brasilien (37) machte Kolumbien (26) ebenso einen großen Schritt Richtung WM wie Uruguay (27), das mit einem 2:1 (0:0) in Paraguay auf Rang zwei vorrückte.

Während Argentinien nun gegen Peru praktisch ein "Endspiel" hat, könnte Chile am 5. Oktober daheim gegen Ecuador Boden gut machen und Kolumbien die letzten WM-Hoffnungen Paraguays zerstören. Die Schlusslichter Bolivien und Venezuela erwarten in Brasilien bzw. Uruguay die Topteams der Eliminatorias.

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