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"Kriegsähnliche Zustände!" Zahlreiche Verletzte bei schweren Ausschreitungen zwischen Anhängern von Hansa Rostock und Dynamo Dresden

Bei den heftigen Ausschreitungen im Spiel der 3. Liga zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden (1:0) sind am Samstag zahlreiche Personen verletzt worden. 

  • WAS IST PASSIERT?

    Die Polizei verzeichnete laut einer Erklärung im Zusammenhang mit dem Einsatz mehrere Straftaten und insgesamt 13 verletzte Beamte. Fünf Stadion-Mitarbeiter wurden in Verbindung mit einem Angriff auf den Catering-Bereich der Gästefans verletzt. Weitere 33 Stadionbesucher ließen sich durch Sanitäter im Stadion behandeln.

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  • WIE KAM ES DAZU?

    Bereits im Verlauf der ersten Halbzeit hatten Einzelpersonen aus dem Gästebereich auf die Glasabtrennung zu den Heimfans eingewirkt. Zudem zündeten Fans des Heimteams mehrfach Pyrotechnik in Richtung der Gästefantribüne. Kurz vor Anpfiff der zweiten Spielhälfte wurde eine Scheibe der Abtrennung zerstört und der Versuch unternommen, in den Bereich der Heimfans zu gelangen.

    Während die Teams und Offiziellen versuchten, die Gemüter bei den Anhängern zu beruhigen, kam es auf dem Feld zu mehreren Rudelbildungen. Schiedsrichter Tom Bauer schickte beide Mannschaften zurück in die Kabinen. Die Begegnung wurde erst nach einer Pause von 45 Minuten fortgesetzt. Die Polizei hatte die Situation auf den Rängen unter Kontrolle gebracht.

  • WAS WURDE GESAGT?

    "Das Sportliche tritt natürlich in den Hintergrund. Es kotzt einen an, solche Bilder zu sehen", sagte Rostocks Vorstandschef Jürgen Wehlend im NDR-Interview und machte schnell einen Schuldigen aus: "Der Auslöser ging klar von den Gästefans aus, in dem Block ist kein Stein mehr auf dem anderen. Aber die Reaktion darauf ist natürlich auch unterirdisch", ergänzte Wehlend. MagentaSport-Kommentator Andreas Mann sprach sogar von "kriegsähnlichen Zuständen".

    TV-Experte Fabian Klos fand ähnliche Worte. "Mich kotzt es an, was ich da gerade sehe." Der Ex-Profi weiter: "Wir müssen uns als Spieler, wenn wir Spiele verlieren, immer anhören, dass wir nicht alles für den Verein geben und uns dem Ausmaß bewusst sein sollen, was da alles für den Verein dranhängt". Klos forderte: "Warum nicht einfach das Spiel sofort abbrechen und sagen, wir werten das Spiel für Hansa Rostock? Dann kann die Mannschaft mal geschlossen sagen, vielen Dank liebe Fans, die hier rumgezündelt haben."

    Hansa-Trainer Daniel Brinkmann sprach bei MagentaSport ebenfalls über die Ausschreitungen. "Rivalität im Sport gehört dazu und ist okay. Aber die Szenen, die wir da gesehen haben, gehören nicht in ein Fußballstadion." Brinkmanns Sohn habe sogar aus Angst geweint. "Es war gefährlich und das ist nicht gut.“

  • WIE GEHT ES WEITER?

    Bereits im Vorfeld der Partie waren der Rostocker Polizei mehrere Straftaten in Form von Sachbeschädigungen, Nötigung im Straßenverkehr, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz sowie Verstoß gegen das Waffengesetz bekannt geworden. Drei Tatverdächtige wurden identifiziert.

    Insgesamt sicherten rund 1300 Beamtinnen und Beamte der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern sowie der Bundespolizei die Begegnung ab, die als Risikospiel eingestuft worden war.

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