Joshua KimmichGetty Images

"Er hat mit Harry den besten Schuss": FC Bayerns Joshua Kimmich lobt Mitspieler

Angesprochen auf den Matchwinner beim knappen 3:2-Sieg gegen den SC Freiburg am Wochenende nach fulminanter Aufholjagd kam es zu einem interessanten Moment auf der Pressekonferenz des FC Bayern München. Kompany erhob plötzlich seinen Zeigefinger in Richtung Pressesprecher Dieter Nickles.

  • "Letztes Thema", sagte Kompany nach einer zuvor langen Antwort zu Bischofs Doppelpack und holte nochmal aus: "Wir haben am Anfang der Saison viel über den kleinen Kader gesprochen. Das kann man nachvollziehen, wenn man Bischof am Anfang der Saison nicht richtig einschätzen kann. Oder wenn man am Anfang der Saison Lennart Karl nicht richtig einschätzen kann. Wenn die beiden dieses Niveau zeigen, hat man auf einmal einen Kader, der größer aussieht. Das ist alles organisch passiert, und das hat uns viel geholfen."

    Zur Erinnerung: Im Sommer war tatsächlich eine Debatte darüber aufgekommen, dass die Bayern im Ernstfall über zu wenig Kaderbreite verfügen könnten. Inzwischen ist dies längst kein Thema mehr. Freilich auch, weil die Ergebnisse stimmen und die Rekorde nur so purzeln. Aber eben auch, weil Kompany schon zahlreichen Talenten und Eigengewächsen sein Vertrauen schenkte, die auch die zwischenzeitlichen Verletzungssorgen in Grenzen hielten und die durch die Bank weg überzeugen. 

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  • Sport-Club Freiburg v FC Bayern München - BundesligaGetty Images Sport

    Kompany: "Man muss schon viel Talent besitzen"

    Unmittelbar vor seinem Fingerzeig hatte Kompany bereits ein Loblied auf Bischof und Karl gesungen. Zunächst hob der Bayern-Coach die gute Arbeit von Sportvorstand Max Eberl und Christoph Freund hervor, die Bischof im Sommer ablösefrei von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet hatten und Karl ihr Vertrauen schenkten, der zur laufenden Saison endgültig den Aufstieg vom FCB-Campus zu den Profis schaffte. "Es ist nicht einfach, weil man muss schon viel Talent besitzen. Man muss nicht nur das Talent haben, sondern auch die Geduld und Intelligenz, zu verstehen, was die Rolle ist und wie ich über diese wachse", erklärte Kompany: "Wir haben Glück gehabt, dass mit Tom und Lenny alles gepasst hat. Nicht nur bei der Qualität, sondern auch bei der Mentalität."

    Bei Bischof ist Kompany davon überzeugt, dass er in den kommenden "Monaten und Jahren" seinen Stellenwert für den Verein unter Beweis stellen "und seine Geschichte auch schreiben" werde. Gleichzeitig räumte er ein: "Jetzt im Moment bleibe ich noch ruhig, aber ich bewerte das als positive Geschichte für unseren Kader."

  • Auch Kimmich startete beim FC Bayern als Aushilfs-Außenverteidiger

    Wenige Minuten zuvor hatte bereits Joshua Kimmich, ebenfalls Gast auf dem PK-Podium im Bernabeu, nur lobende Worte für Bischof übrig. "Generell erinnert mich die Situation von Tom ein bisschen an meine eigene von vor elf Jahren", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der 2015 vom VfB Stuttgart an die Isar gewechselt war und zuvor nur Erfahrungen für Leihklub RB Leipzig in der 3. und 2. Liga gesammelt hatte. "Vom Gefühl her hat niemand einem vor der Saison zugetraut, dass man wichtig sein könnte für eine Mannschaft wie Bayern München. Bei Tom hat man früh gemerkt, dass er ein gutes Mindset, eine gute Mentalität hat. Dass er bereit ist, zu lernen und sich zu entwickeln. Das merkt man bei ihm jeden Tag im Training."

    Während Bischof in Sinsheim vor seinem Bayern-Wechsel durchaus schon Bundesliga-Erfahrung sammelte, besteht vor allem eine Parallele in der Rollenvergabe zu Kimmich nach dessen Ankunft: Der 31-Jährige wurde damals unter Pep Guardiola vor allem als Rechtsverteidiger eingesetzt und rotierte erst später ins Mittelfeld. Bischof muss indes häufig hinten links aushelfen, so auch gegen Freiburg. 

    Kimmich schwärmte dahingehend: "Er ist bereit auf jeder Position. Das ist auch sehr wichtig. Manch anderer Spieler würde sagen: 'Boah, ich bin doch eigentlich Sechser. Ich will im Mittelfeld spielen'. Aber der Tom nimmt dann auch die Linksverteidiger-Position an und versucht auch da, seine Stärken auf den Platz zu bekommen."

  • Bayer 04 Leverkusen v FC Bayern München - BundesligaGetty Images Sport

    Wahrscheinlich erhält Laimer den Vorzug vor Bischof

    Nach seinen zwei Distanztreffern am Samstag hatte Bischof dann verraten, dass ihn Kimmich dazu aufgefordert habe, trotz seiner Rolle aufs Tor zu schießen. "Jo hat zu mir gesagt: 'Kannst du jetzt bitte mal auf die Kiste schießen?'. Weil ich es im Training immer mache - im Spiel finde ich die Situation nicht, komme nicht rein oder verfehle den Moment. Und heute habe ich es einfach gemacht. Es hat sich geil angefühlt und natürlich auch gut, den Jungs zum Sieg zu verhelfen."

    Kimmich bestätigte das Gespräch und packte das nächste Lob aus. "Mit Harry (Kane; Anm. d. Red.) zusammen hat Tom auf jeden Fall den besten Schuss aus der Mannschaft. Links wie rechts - und er hat es bisher noch nicht geschafft, bei uns mal einen reinzuhauen. Deswegen hatte er das Thema, dass ich gesagt habe: 'Du musst auch das Vertrauen haben, dass wir dich in Position bringen oder dich selbst in Position bringen, um dann auch mal aufs Tor zu schießen'."

    Kimmich hob außerdem die Bedeutung des für den Ausgang der Meisterschaft wohl eher unbedeutenden Sieges hervor. "Das hat uns schon sehr geholfen, dass er das dann zweimal gemacht hat. Weil natürlich ändert das schon das Momentum. Vielleicht wäre jetzt nicht viel passiert, wenn wir 0:2 verloren hätten. Dann hätte jeder gesagt: 'Die sind mit dem Kopf schon in Madrid.' Vielleicht hätte sich auch nicht viel in der Herangehensweise geändert für morgen. Aber trotzdem zeigt uns das als Mannschaft: Auch wenn wir mal ein Spiel haben, das nicht so gut läuft -, dass wir immer die Mentalität haben, solche Spiele zu gewinnen", betonte er und fügte an: "Das ist dann nicht nur Harry Kane oder Michael (Olise) oder Lucho. Sondern wir haben auch andere Spieler, die das Spiel entscheiden können - und in dem Fall war es jetzt Tom. Das ist für uns sehr wichtig für den Glauben an die eigenen Stärken."

    Gegen Real wird Bischof voraussichtlich dennoch zunächst auf der Bank Platz nehmen. Als Linksverteidiger wird sich vermutlich Konrad Laimer mit Kylian Mbappe, Vinicius Junior und Co. messen. Im Mittelfeld wird Leon Goretzka oder Aleksandar Pavlovic neben Kimmich beginnen. Bischof kann sich jedoch nicht über seine Spielzeit in seiner ersten Bayern-Saison beklagen. Insgesamt 33-mal stand er in dieser Saison auf dem Platz und steuerte neben seinem Doppelpack auch drei Assists bei. 17 bestritt er davon übrigens als Linksverteidiger. 

  • Der Spielplan des FC Bayern München:

    • 07.04., 21 Uhr: Real Madrid - FC Bayern (Champions League)
    • 11.04., 18.30 Uhr: FC St. Pauli - FC Bayern (Bundesliga)
    • 15.04., 21 Uhr: FC Bayern - Real Madrid (Champions League)

Häufig gestellte Fragen

Der FC Bayern München wurde am 27. Februar 1900 im Schwabinger Café Gisela gegründet. Gründungsmitglieder waren elf junge Männer, angeführt vom späteren ersten Präsidenten Franz John. Die Gründung bedeutete die Abspaltung vom MTV München.

An der FC Bayern München AG, die sich insbesondere um die Fußballabteilung kümmert, hält der eigetragene Verein (eV) des FC Bayern München, also die rund 400.000 Mitglieder, mit 75 Prozent den Hauptanteil. Die restlichen 25 Prozent halten die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG zu gleichen Anteilen (je 8,33 Prozent).

Das Stadion des FC Bayern München befindet sich im Norden der bayerischen Landeshauptstadt (Schwabing-Freimann) und trägt den Namen Allianz Arena.

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena, bietet bei nationalen Spielen 75.024 Plätze, bei internationalen Ansetzungen 70.000.

Der FC Bayern München hat in seiner langen Historie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln gewonnen. Darunter zählen:

  • 33-mal deutscher Meister (22/23, 21/22, 20/21, 19/20, 18/19, 17/18, 16/17, 15/16, 14/15, 13/14, 12/13, 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 00/01, 99/00, 98/99, 96/97, 93/94, 89/90, 88/89, 86/87, 85/86, 84/85, 80/81, 79/80, 73/74, 72/73, 71/72, 68/69, 31/32)
  • 20-mal DFB-Pokal Sieger (19/20, 18/19, 15/16, 13/14, 12/13 , 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 99/00, 97/98, 85/86, 83/84, 81/82, 70/71, 68/69, 66/67, 65/66, 56/57)
  • 3-mal Champions League Sieger (19/20, 12/13, 00/01)
  • 3-mal Europapokal der Landesmeister Sieger (75/76, 74/75, 73/74)
  • 2-mal FIFA Klub-WM Sieger (20/21, 13/14)
  • 2-mal Weltpokal Sieger (2001 , 1976)
  • 2-mal UEFA Supercup Sieger (20/21, 13/14)
  • 1-mal UEFA Cup Sieger (95/96)
  • 1-mal Europapokal der Pokalsieger Sieger (66/67)
  • 10-mal deutscher Superpokalsieger (22/23, 21/22, 20/21, 18/19, 17/18, 16/17, 12/13, 10/11, 90/91, 87/88)
  • 6-mal deutscher Ligapokalsieger (07/08, 04/05, 00/01, 99/00, 98/99, 97/98)
  • 1-mal süddeutscher Pokalsieger (56/57)

Der FC Bayern München hat 33-mal die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Aktuell hält Thomas Müller den Rekord für die meisten Einsätze für den FC Bayern München. Müller absolvierte bislang 746 Pflichtspiele für den FCB.

Die meisten Tore für den FC Bayern München hat Gerd Müller geschossen. Die mittlerweile verstorbene Vereinslegende traf 570-mal im Dress des deutschen Rekordmeisters. Dafür brauchte er 613 Spiele.

Für den FC Bayern München spielten eine Vielzahl an legendären Fußballern. Folgende Spieler trugen allesamt das Trikot des FCB:

Oliver Kahn, Sepp Maier, Manuel Neuer, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Klaus Augenthaler, Philipp Lahm, David Alaba, Bixente Lizarazu, Lúcio, Georg "Katsche" Schwarzenbeck, Stefan Effenberg, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Franz "Bulle" Roth, Joshua Kimmich, Xabi Alonso, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jamal Musiala, Mehmet Scholl, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Giovane Élber, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Claudio Pizarro.

Beim FC Bayern München standen in der Geschichte viele berühmte und erfolgreiche Trainer an der Seitenlinie. Dazu gehören:

Zlatko "Tschik" Cajkovski, Udo Lattek, Dettmar Cramer, Jupp Heynckes, Erich Ribbeck, Franz Beckenbauer, Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

Der Spitzname des FC Bayern München nimmt Bezug auf die Vereinsfarben. So werden die Spieler des deutschen Rekordmeisters meist nur "die Roten" genannt.

Darüber hinaus ist auch der Begriff "FC Hollywood" gebräuchlich, welchen der ehemalige Trainer Giovanni Trapattoni prägte. Der Spitzname bezieht sich auf eine turbulente Zeit des Vereins während der 90er-Jahre, als es zwischen einigen hochrangigen Spielern und Funktionären des Klubs zu Auseinandersetzungen kam - ähnlich wie in einer täglichen Seifenoper.