Mit einer zuvor wohl noch nie dagewesenen Aktion im deutschen Fußball gegen RB Leipzig sorgt der Hallesche FC für Aufsehen. Der Traditionsklub aus der Regionalliga Sachsen-Anhalt hat sich per Mitglieder-Beschluss eine komplette Abgrenzung gegenüber dem Bundesligisten auferlegt.
Getty Images SportAnti-RB-Leipzig-Beschluss! Traditionsklub sorgt für Aufsehen
Hallescher FC will eigenständige Identität bewahren
Der bewusste Kontaktabbruch zu RB Leipzig war am Sonntag bei der entsprechenden Mitgliederversammlung "unter großem Applaus" beschlossen worden, wie im Protokoll zu lesen ist. Darunter fallen auch der Verzicht auf sportliche Kooperationen wie Testspiele, Einladungsturniere oder gemeinsame Trainingseinheiten.
Damit soll die eigenständige Identität des Halleschen FC bewahrt werden. Ob die Abgrenzung auch über Pflichtspiele hinausgeht, ist nicht konkret bekannt.
Getty Images SportKurios: Halle trainierte zuletzt noch bei RB Leipzig
Leipzig wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht zu dem Beschluss äußern, der einzigartig im deutschen Fußball sein dürfte. Der Groll des Regionalligisten gegenüber dem von Brausehersteller Red Bull finanzierten Verein ist keineswegs neu. In der Fan-Szene ist RBL aufgrund der Kommerzialisierung, die Traditionen verdrängt, zudem landesweit verhasst.
Dabei hatte es durchaus Verbindungen zwischen dem HFC und RB Leipzig gegeben. Erst im Winter hatte Halle eine Anfrage gestellt, ob man aufgrund der eigenen schlechten Bedingungen durch die kalten Temperatur die beheizbaren Plätze in Leipzig zum Training nutzen könne - und stieß dabei auf Zustimmung. Auch wechselten einige Spieler zwischen den Vereinen, auch per Leihe.
Lokalrivale BSG Chemie Leipzig zieht derweil nicht mit. Eine Initiative für einen etwaigen Beschluss sei nicht geplant, teilte der Verein gegenüber der dpa mit. Genau wie Rot-Weiß Erfurt und Lok Leipzig nutzte auch der Regionalligist die weit besseren Trainingsbedingungen bei RB nach dem Wintereinbruch.
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