Nachdem Real Madrid die Katalanen defensiv hinter sich gelassen hat, liegt der Fokus nun auf der Verstärkung der Offensive. Reicht das, um die Meisterschaft wieder nach Madrid zu holen?
| La Liga Sieger | Quote |
|---|---|
| Barcelona | 1.72 |
| Real Madrid | 2.20 |
Quoten zur Verfügung gestellt von bet365. Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ändern.
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Verstärkte Königliche heizen den Titelkampf in La Liga an
Aufgrund der überragenden Offensivwerte der letzten Saison geht Barcelona als der Maßstab im Titelrennen für die Spielzeit 2026/27 an den Start. Doch in der Defensive war der Abstand zwischen den beiden spanischen Schwergewichten minimal. Vor dem Saisonstart stellt sich also eine einfache Frage: Ist die Quote des Favoriten zu niedrig angesetzt, um dagegen zu wetten?
Die kurze Antwort lautet: Ja. Wie bei vielen europäischen Top-Klubs läuft der Umbruch bei Real Madrid auf Hochtouren. José Mourinho kehrt auf die Trainerbank zurück – ein Faktor, der den Fans Hoffnung machen dürfte, die La-Liga-Trophäe dem Erzrivalen wieder zu entreißen. Los Blancos wollen verhindern, dass Barça zum ersten Mal seit 2010/11 drei Meisterschaften in Folge feiert.
Als Real Madrid das letzte Mal La Liga gewann, glänzte das Team auch auf europäischer Bühne. Mit der Rückkehr des „Special One“ wird dieser Traum wieder lebendig.
Barcelonas Meister-Ambitionen vor einer neuen Hürde
Barcelona geht völlig zu Recht als Favorit in die neue Saison. Die Offensivbilanz der letzten abgeschlossenen La-Liga-Saison war mit 95 Toren spürbar stärker als die der Königlichen (77 Tore). Auch die zugrunde liegenden Zahlen sprechen eine klare Sprache: Barça erarbeitete sich einen xG-Wert (Expected Goals) von 86.62 im Vergleich zu 78.00 bei Real Madrid.
Die Katalanen übertrafen ihren xG-Wert um 8.38 Tore, was zeigt, wie effektiv sie ihre Chancen verwerteten. Die Elf von Hansi Flick führte La Liga mit 692 zu 665 Torschüssen an; bei den Schüssen aufs Tor lag Barça mit 257 zu 253 knapp vorne. Der Titelgewinn war also kein Zufall. Die Katalanen waren schlichtweg besser und behaupteten diesen Vorsprung über alle zentralen Offensiv-Metriken hinweg.
Anders sieht es am eigenen Sechzehner aus: Hier waren beide Teams nahezu gleichauf. Barça kassierte im Laufe der Saison 36 Gegentore – lediglich eines mehr als Real Madrid. Mit einem xGA-Wert (Expected Goals Against) von 45.3 landete der Meister bei den zugelassenen Chancen nur auf Platz vier in La Liga. Selbst Athletic Bilbao, am Ende Tabellenzwölfter, wies mit 42.24 einen besseren xGA-Wert auf.
Anstatt die Schwachstellen in der Abwehr anzugehen, scheint Flick jedoch erneut alles auf die Offensive zu setzen. Die Katalanen verpflichteten Anthony Gordon von Newcastle, der Marcus Rashford auf dem linken Flügel ersetzen wird.
Gordon erzielte in 26 Einsätzen für die Magpies lediglich sechs Tore, während Rashford in 32 Spielen acht Treffer beisteuerte. Rashford kam auf einen xG-Wert von 7.35, Gordon hingegen auf 8.83. Das verdeutlicht, dass Rashford über den Erwartungen performte.
Durch den Abgang von Robert Lewandowski verliert Barcelona zudem einen Stürmer, der in der vergangenen Saison wettbewerbsübergreifend 19 Treffer erzielte. Das muss Barça nicht zwangsläufig schwächen, macht die niedrige Langzeitquote auf die Meisterschaft aber noch schwerer zu rechtfertigen. Barcelona ist zwar der berechtigte Favorit, doch der Preis ist schlichtweg zu niedrig.
Der Angriff der Katalanen war zwar eindeutig der stärkere. Der Unterschied von nur einem einzigen Gegentor zeigt jedoch, dass die Lücke zwischen den Erzrivalen kleiner war, als es das Quotenbild vermuten lässt.
Warum sich ein Wett Tipp auf Real Madrid lohnt
Ein Wett Tipp auf Real setzt voraus, dass man die starke defensive Basis der Madrilenen anerkent. Sie stellten nicht nur die beste Abwehr der Liga, sondern spielen jetzt auch unter den gewohnt pragmatischen Fittichen von José Mourinho. Wie zu erwarten war, wies Real in der letzten Saison mit 41.17 den niedrigsten xGA-Wert in La Liga auf und unterbot diesen sogar noch um -6.17 Gegentore.
Los Blancos ließen nur 122 Schüsse aufs eigene Tor zu – 10 weniger als der amtierende Meister. Zudem kassierten die Königlichen 77.14 % ihrer Gegentore innerhalb des Strafraums, während es bei Barça 91.67 % waren. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Flicks Abwehrreihe weitaus anfälliger war als die von Real.
Die Hauptschwachstelle lag im Angriff: Mit einem xG-Wert von 78.00 lag man deutlich hinter Barcelonas 86.62 zurück. Auch die Chancenverwertung von 11.58 % war ein Sorgenkind und reichte in La Liga nur für Rang sieben. Der Tabellendritte Villarreal führte diese Statistik mit 15.82 % an, während der Meister auf 13.73 % kam.
Diese Offensivprobleme könnten jedoch indirekt durch die defensiven Neuzugänge gelöst werden. Los Blancos haben in diesem Sommer drei Verteidiger geholt: Ibrahima Konaté kam ablösefrei von Liverpool, während Marc Cucurella und Denzel Dumfries die Außenpositionen verstärken.
Cucurella kehrt nach einer erfolgreichen Weltmeisterschaft mit Spanien in seine Heimat zurück. Der linke Außenverteidiger gehörte in der vergangenen Premier-League-Saison bei Ballkontakten im gegnerischen Strafraum und kreierten Chancen zu den besten 5 % aller Abwehrspieler.
In der abgelaufenen Spielzeit schlug er 43 Flanken in den Strafraum, wovon 13 ankamen (eine starke Erfolgsquote von 30.2 %). Insgesamt kreierte Cucurella 39 Chancen in 34 Spielen – lediglich fünf davon stammten aus Standardsituationen.
Auch Dumfries, der von Inter Mailand kam, bringt enorme Offensivqualität mit. In der vergangenen Champions-League-Saison lag er bei Toren, Expected Goals und Expected Assists pro 90 Minuten unter den besten 4 % aller Verteidiger.
Diese Verstärkungen für die Abwehrkette könnten Real Madrid unter Mourinho auf ein neues Level heben und dem Spiel nach vorne spürbar mehr Dynamik verleihen. Vor diesem Hintergrund ist Real Madrid zu den aktuellen Wettquoten der klare Value-Tipp im Markt für den La-Liga-Sieger.
Barcelonas Vorsprung von 18 Toren, der höhere xG-Wert und die besseren Schuss-Statistiken machen sie zu Recht zum Favoriten für die Saison 2026/27.
Doch beim Blick auf das Gegentor-Verhältnis von 35 zu 36 sollten Sportwetten-Fans innehalten, bevor sie die niedrige Quote auf Barcelona vorschnell anspielen. Wenn es Mourinho gelingt, die Lücke in der Offensive auch nur ansatzweise zu schließen, braucht es keinen Erdrutschsieg, damit Real Madrid zum ernsthaften Titelanwärter wird.
