Ab September steht nach der enttäuschenden WM die Nations League auf dem Programm, doch zuvor stehen Entscheidungen an.
| Gesamtsieger | bet365 |
|---|---|
| Frankreich | 3.75 |
| Spanien | 4.00 |
| Deutschland | 5.50 |
| England | 5.50 |
| Portugal | 9.00 |
| Holland | 13.00 |
| Gruppensieg A2 | bet365 |
| Deutschland | 1.50 |
| Holland | 2.75 |
| Serbien | 17.00 |
| Griechenland | 26.00 |
* Quoten Stand vom 01.07.2026, 17:53. Angaben ohne Gewähr. Die Quoten unterliegen laufenden Anpassungen und können sich mittlerweile geändert haben. 18+ | AGB gelten.
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Gegen Paraguay kam es zu einem taktischen Stillstand und Kontrollverlust
Nach einer weitgehend enttäuschenden Leistung unterlag die deutsche Nationalmannschaft am Montag im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Dabei hatte die DFB-Auswahl dank des 7:1 gegen Curaçao und des 2:1-Aufholsieges gegen die Elfenbeinküste an den ersten zwei Spieltagen der Gruppe F sechs Zähler geholt. Doch schon beim 1:2 gegen Ecuador offenbarten sich Risse im taktischen Gefüge, die die Albirroja anschließend ausnutzte.
Für das Sechzehntelfinale nahm Julian Nagelsmann erstmals bei der WM 2026 Jamal Musiala aus der Stammformation, und Deniz Undav rückte ins Sturmzentrum. Kai Havertz hingegen fiel in die offensive Dreierreihe zurück, was zu einem extrem trägen Aufbauspiel und speziell vor der Pause zu einem isolierten Undav führte. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Leroy Sané auf dem rechten Flügel folgenschwer Bälle verlor.
Dem gegenüber stand Paraguay mit seinem tief stehenden 4-5-1-System, das phasenweise in ein engmaschiges 4-6-0 verschob. So kam es, dass Deutschland trotz eines Ballbesitzes von 80 % zur Pause einen xG-Wert von 0,14 zu Buche stehen hatte. Zudem kamen die Südamerikaner in der 42. Minute zur Führung durch Julio Enciso.
Auch wenn Kai Havertz in der 54. Minute ausglich, blieb auch nach dem Seitenwechsel das erhoffte Offensivfeuerwerk der deutschen Nationalmannschaft aus. Genau genommen köpfte Jonathan Tah in der 102. Minute ein, doch der VAR annullierte den Treffer. Das ändert jedoch nichts daran, dass ein xG-Wert von 1,57 bei einem Ballbesitz von weit über 70 % viel zu wenig ist.
Lothar Matthäus' Kritik und Manuel Neuers Abschied
Dabei hätte die WM 2026 Deutschland nach dem Vorrunden-Aus in Russland 2018 sowie in Katar 2022 zumindest wieder an die Weltspitze heranführen sollen. Doch nach dem ersten K.-o.-Spiel seit dem gewonnenen WM-Finale von 2014 sparten frühere Leitfiguren nicht mit Kritik. So warf etwa Lothar Matthäus vor, dass wie schon bei der WM 1994 der sportliche Aspekt einer Wohlfühl-Mentalität weichen musste.
Nahezu gleichzeitig bestätigte Manuel Neuer seinen endgültigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Als ihn Nagelsmann auf Kosten von Oliver Baumann, der eine starke Qualifikation gespielt hatte, aufstellte, spaltete das die Fans und Experten. Zudem wirkte sein Stellungsspiel bei den Gegentoren gegen Ecuador sowie vor allem gegen Curaçao unglücklich.
Das Dilemma des DFB rund um Nagelsmann
Auch unmittelbar vor der WM war das Ansehen von Julian Nagelsmann auch dank seiner Erfolge in Hoffenheim und Leipzig sowie beim FC Bayern sehr hoch. Nach dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay schloss er einen Rücktritt kategorisch aus und richtete den Blick auf die anstehende Nations League sowie auf die EM 2028. Gleichzeitig schränkte er ein, dass die Entscheidung beim DFB liege.
Doch weil der Verband bereits vor dem Turnier in Nordamerika den Vertrag mit Nagelsmann bis nach der EM verlängerte, steht das Arbeitspapier nun vor einer Zerreißprobe. Eine vorzeitige Auflösungsklausel gibt es zwar, aber diese war an ein neuerliches Vorrundenaus gekoppelt. Bei einer Entlassung müsste der DFB eine Abfindung von bis zu 14 Millionen in die Hand nehmen.
Und während Sportdirektor Rudi Völler ihn vehement verteidigte, deutete das Statement von Bernd Neuendorf auf eine tiefgreifende Krise hin. Der Verbandspräsident erklärte unmissverständlich, dass das Abschneiden keineswegs den Ansprüchen genüge und man keinesfalls zur Tagesordnung übergehen könne.
Jürgen Klopp wäre ein Heilsbringer im Red-Bull-Korsett
Sollte es zu einem Trainerwechsel kommen, stellt Jürgen Klopp die einzige Wunschlösung dar. Nachdem er sich nach seinem Abschied vom FC Liverpool eine Auszeit genommen hatte, fungiert er als Head of Global Soccer für Red Bull. Und seine Rückkehr zur Trainertätigkeit würde die nächste Herausforderung darstellen.
Nicht zuletzt auch deswegen, weil Klopp auch für den Teamchef-Posten keine Ausstiegsklausel besitzt. Dazu kommt, dass sein bis Ende 2029 laufender Fünfjahresvertrag ein kolportiertes Jahresgehalt von bis zu elf Millionen garantiert. Kurzum, eine Verpflichtung durch den DFB wäre nur durch einen finanziellen Kraftakt und schwierige Ablöseverhandlungen möglich.
Ende September geht es in der Nations League 2026/27 los
Die Entscheidung beim DFB muss zeitnah fallen, startet doch am 24. September die Gruppenphase der Nations League. Dort trifft Deutschland in der Gruppe A2 auf Holland, Serbien sowie Griechenland. Von der Papierform her handelt es sich weitgehend um schlagbare Gegner, doch zum Auftakt gastiert man bei den Oranje.
Vermutlich auch dank der Gruppenauslosung bewertet etwa Bet365 die Chancen auf den Triumph als stabil. Mit einer Quote von 5,50 liegt Deutschland auf Augenhöhe mit England und nur hinter Frankreich (3.70) sowie Spanien (4.00). In der Gruppe spiegeln die Quoten von 1.50 bzw. 2.75 ein mögliches Kopf-an-Kopf-Duell mit Holland wider.
