Walid Regragui, ehemaliger Trainer der marokkanischen Nationalmannschaft, hat sich nach seinen umstrittenen Aussagen zum Gewinn des Ballon d'Or hinter Kylian Mbappe gestellt, nachdem es zuvor viel Kritik gegeben hatte.
"Ich habe diesen Sommer bei dem prestigeträchtigsten Wettbewerb Geschichte geschrieben, aber es liegt noch ein langer Weg vor mir", hatte Mbappe vor dem UCL-Duell gegen Inter Mailand (2:1) gesagt. "Dieses Jahr kann ein gutes für mich sein, um den Ballon d‘Or zu gewinnen", denn "ich selbst halte mich immer für den besten Spieler der Welt."
Es sei für Mbappe deshalb auch ganz normal, "dass die Leute dich mit solchen Preisen in Verbindung bringen, wenn du für den besten Klub der Welt spielst. Viele Leute auf der Straße sprechen mir gegenüber vom Ballon d'Or. Viele Leute reden über mich als möglichen Gewinner des Ballon d'Or."
Aussagen, die Regragui, mittlerweile Experte bei Canal+, absolut verstehen kann. "Sollte er wie manche Spieler ein Heuchler sein und sagen: 'Nein, ich glaube nicht, dass ich ihn verdiene, aber ich will ihn'?", fragte Walid. "Zumindest ist er ehrlich. Er hat Selbstvertrauen. Ob er es nun verdient oder nicht, ist eine andere Frage."
Für den marokkanischen Trainer scheint das Rennen jedenfalls noch völlig offen zu sein. "In diesem Jahr wird es extrem schwierig sein, den Sieger vorherzusagen", erklärte er. "Und da jeder sagt: 'Dieses Jahr kann ich gewinnen!', wird jeder alles daran setzen, sich den Titel zu sichern, aber es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Mbappé, Kvaratskhelia, Harry Kane, Lamine Yamal, Dembélé, Olise, Fabián Ruiz und allen anderen Spielern."
Frankreich-Legende watscht Mbappe ab
Ähnlich offen sieht die Vergabe Frankreich-Legende Christoph Dugarry, sagte im RMC-Podcast 'Rothen s'enflamme': "Dies war eine Saison, in der kein Spieler wirklich herausragte. Kein Spieler hat alles gewonnen, weder auf Team- noch auf individueller Ebene. Niemand hat eine so herausragende Leistung gezeigt, dass man sagen könnte, sein Sieg wäre offensichtlich und sicher."
Deshalb kritisierte er Mbappe auch für seine offensive Ansage. "Öffentlich um eine solche individuelle Auszeichnung zu bitten, finde ich kindisch und erbärmlich. Es zeugt nicht von Größe, darum zu bitten, vor allem nicht als Kapitän der Nationalmannschaft", schimpfte er.
Auch Lamine Yamal hat sich bereits zur Vergabe des Ballon d'Or geäußert und konnte sich dabei eine kleine Spitze gegen Mbappe nicht verkneifen.



