Wie Wolfsburgs Wout Weghorst im Altersheim Rentner glücklich machte

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Wout Weghorst ist bester VfL-Torjäger und wird mitunter als Relikt einer vergangenen Zeit gefeiert. Eine Geschichte dürfte ihn noch beliebter machen.


HINTERGRUND

Wout Weghorst hat für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga gegen Leverkusen, Gladbach, Bayern und Düsseldorf sowie im Pokal gegen Hannover getroffen. Mit wettbewerbsübergreifend fünf Toren in elf Pflichtspielen ist der Mann, der im Sommer für rund zehn Millionen Euro vom AZ Alkmaar kam, bester Torjäger der Niedersachsen. 

Doch es sind nicht nur seine Erfolgserlebnisse, die dafür gesorgt haben, dass Weghorst in den sozialen Netzwerken längst gefeiert wird. Es ist vor allem seine Retro-Erscheinung: Der Niederländer misst 1,97 Meter und verkörpert nicht nur aufgrund seiner Statur den klassischen Mittelstürmer in Reinform. Wer Weghorst zusieht, der wähnt sich mitunter in längst vergangenen Zeiten. Irgendwann in den Neunziger-Jahren, als wuchtige Sturmtanks mit der Nummer neun auf dem Rücken noch gang und gäbe waren. 

Wout Weghorst: "Also bin ich zum Altersheim gefahren ..."

Große Beliebtheit erfährt Weghorst auch dank seiner offenen, sympathischen Art, die er nicht zuletzt in Interviews preisgibt. Dabei wissen viele noch gar nicht um das soziale Engagement des 26-Jährigen. Angeregt durch zwei niederländische Fernsehgrößen, die in einer TV-Show ehrenamtlich mit älteren Menschen Zeit verbracht haben, kam Weghorst auf eine Idee.

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"Als ich das gesehen habe, habe ich mir gedacht: Das finde ich richtig geil. Das möchte ich auch gerne machen", erzählt Weghorst am Freitag im Interview mit Eurosport

"Also bin ich zum Altersheim gefahren und habe gefragt, ob es dort jemanden gibt, der keinen Besuch oder nicht mehr so viel Familie hat und sich ganz alleine fühlt. So bin ich zu einem Mann gekommen. Das hat super geklappt."

Weghorst: "Der hatte keine Ahnung"

Zunächst war Weghorst bei jemanden, der um seinen Job als Profifußballer wusste. "Dann habe ich gesagt: Das ist nicht mein Ziel. Ich habe das eigentlich auch gemacht, weil ich es richtig geil finde, wenn ich nicht der Fußballer bin, sondern einfach nur Wout. Beim zweiten hat das wirklich geklappt. Der hatte keine Ahnung. Wir haben nicht über Fußball gesprochen. Das war super."

Für rund ein Jahr fuhr Weghorst - wenn es ihm möglich war - jede Woche bei seinem neuen Freund vorbei. "Dann sind wir spazieren gegangen, haben ein Gesellschaftsspiel gespielt oder ähnliches."

Der Mann sei 83 Jahre alt und oft traurig gewesen. "Aber wenn ich da war, hat er sich am Ende des Tages so sehr gefreut, das war einfach super", berichtet Weghorst mit leuchtenden Augen.

"Habe gedacht: Muss vielleicht auch aufpassen"

Der Mann sei allerdings kurz darauf verstorben. "Das war nicht so einfach für mich. Ich hatte wirklich eine Connection zu ihm gefunden. Da habe ich mir gedacht: Okay, ich muss vielleicht auch aufpassen, dass mir das nicht zu nahe geht."

"Ich war richtig wichtig für ihn. Das haben die Menschen, die dort gearbeitet haben, auch gesagt", erinnert sich Weghorst: "Dann hat er immer nachgefragt: 'Kommt der Wout noch diese Woche?' Am Ende war ich wichtig für jemanden. Das war ganz speziell."

"So etwas würde ich mir öfter wünschen"

Nach dem Tod des Mannes "habe ich das auch noch mit anderen probiert, aber so eine Connection ist nicht mehr entstanden. Trotzdem ist das etwas, das ich auch in Zukunft machen will", stellt Weghorst klar.

Gleichzeitig plädiert Weghorst auf Nachfrage für mehr soziales Engagement in der Gesellschaft. "So etwas würde ich mir öfter wünschen. Nicht nur von Profis, sondern von allen Menschen. Es gibt so viele ältere Menschen, die sich richtig alleine fühlen."

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