Im Anschluss an die WM haben einige namhafte Stars ihren Rückritt aus den Nationalmannschaften erklärt. Gelegenheit nun, für hochbegabte Youngster, diese Lücken zu füllen.
Goal wirft einen Blick auf die herausragenden Nachwuchshoffnungen unter 23 Jahren.
| FRANKREICH |

Von Robin Bairner
Frankreichs Mannschaft bei der Weltmeisterschaft im Sommer hatte bereits viele neue, frische Gesichter zu bieten. Und weitere Youngster stehen nun in den Startlöchern.
Der 21-jährige Raphael Varane zählt auf der Position des Innenverteidigers zu den größten Talenten überhaupt. Seine Konkurrenten sind auf absehbare Zeit Eliaquim Mangala, Chelseas Kurt Zouma und Aymeric Laporte, der gerade in Spanien bei Athletic Bilbao für Furore sorgt.
Auf den defensiven Außenpositionen haben Lucas Digne von Paris Saint-Germain und Monacos Layvin Kurzawa das Potenzial, internationalen Spitzenkräften zu werden. Sebastien Corchia überzeugte zuletzt zudem für den OSC Lille.
Kandidaten für das französische Tor sind mittelfristig Zacharie Boucher und Maxime Dupe, die in Toulouse und Nantes Stammplätze haben.
Spektakulär wird es im Mittelfeld. Da ist natürlich Paul Pogba, der bereits mit 21 Jahren an der Weltklasse kratzt. Monacos Duo Geoffrey Kondogbia und Tiemoue Bagayoko wird ebenfalls bereits mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Montpelliers 20 Jahre altes Eigengewächs Morgan Sanson hat sich bereits einen Namen in der Ligue Un gemacht und Clement Grenier (Olympique Lyon) verfügt trotz der jüngsten Verletzungsprobleme über großartige Fähigkeiten.
Stoßstürmer der französischen U21 ist aktuell Yaya Sanogo. Ihm könnten schon bald Anthony Martial aus Monaco und Juve-Talent Kingsley Coman Konkurrenz machen. Die Flügelflitzer Paul-Georges Ntep und Florian Thauvin sind absolute Rohdiamanten, müssen aber noch reifen und ihre Einstellung verbessern.
Nebenbei gibt es noch Alexandre Lacazette und Atletico Madrids Antoine Griezmann, die bereits fester Bestandteil des Deschamps-Kaders sind.
| BELGIEN |

Von Joe Wright
Belgiens "Goldene Generation" steht bei viele Fachleuten hoch im Kurs und gilt schon jetzt als einer der heißen Kandidaten auf das Halbfinale bei der Endrunde 2016.
Etablierte Stars wie Romelu Lukaku und Eden Hazard sind noch längst nicht 23 Jahre alt. Zu ihnen gesellt sich Adnan Januzaj: Manchester Uniteds Shootingstar des Vorjahres zählt zu den begabtesten Youngstern in Europa. Chelseas Keeper Thibaut Courtois hat in jungen Jahren bereits extrem viel Erfahrung in wichtigen Spielen gesammelt.
Und die Talente sprudeln bei den Roten Teufeln weiter: Divock Origiließ bei der WM aufhorchen und verdiente sich einen Transfer zum FC Liverpool. In Eindhoven wächst mit Zakaria Bakkaliein herausragender Angreifer heran und Yannick Ferreira-Carrasco und Michy Batshuayi mischen die Ligue Un auf.
Anderlechts Dennis Praet wird in seiner Spielweise mit Andres Iniesta verglichen und steht bei vielen Topklubs aus den großen Ligen auf dem Einkaufszettel. Ähnliches gilt für Standard Lüttichs zentralen Mittelfeldspieler Paul-Jose Mpoku.
Nicht zu vergessen Thorgan Hazard und Verteidiger Jordan Lukaku. Sie haben nicht nur extrem talentierte Brüder, sondern waren bereits selbst von Marc Wilmots für die A-Elf nominiert.
| ENGLAND |

Von Joe Wright
In England wurde nach den Enttäuschungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ein Umbruch eingeleitet. Dieser mündete allerdings auch in einer miserablen Weltmeisterschaft.
Der unumstrittene Jungstar auf der Insel ist Liverpools Raheem Sterling. Um ihn und seine elekrisierende Schnelligkeit will Roy Hodgson die neuen Three Lions aufbauen.
Weitere Säulen der englischen Elf dürften Evertons Ross Barkley und die Arsenal-Stars Alex Oxlade-Chamberlain und Jack Wilshere werden. Sie verfügen ebenso über internationale Erfahrung wie Luke Shaw und Phil Jones, die Verteidiger von Manchester United.
Jack Butland, Kapitän der U21, bleibt die große Hoffnung auf der Torhüterposition. Vor ihm in der Viererkette könnten künftig auch John Stones, Jon Flanagan, Tottenhams Neuverpflichtung Eric Dier, Manchester Uniteds Shootingstar Tyler Blackett und Arsenals Calum Chambers einen Platz haben.
Eine Abteilung weiter vorne steht James Ward-Prose (Southampton) vor seinem Durchbruch. Bei den Flügelspielern Tom Ince und Wilfried Zaha stangiert aktuell die Entwicklung und Ravel Morrison sorgt vor allem abseits des Rasens für Schlagzeilen.
Im Sturm sieht es eher mau aus. Saido Berahino sollte man im Auge behalten, nachdem er in der vergangenen Spielzeit ein Ausrufezeichen setzte. Und dann sind da noch Harry Kane von den Spurs und Uniteds James Wilson.
| DEUTSCHLAND |

Von Enis Köylü
Nach dem Triumph in Brasilien verabschiedeten sich drei arrivierte Kräfte aus der deutschen Nationalmannschaft: Ohne Miroslav Klose, Philipp Lahm und Per Mertesacker starteten Joachim Löw und seine Schützlinge in die Quali für die EM 2016.
Antonio Rüdiger und Matthias Ginter sind die beiden Spieler, die auf Sicht die besten Karten haben, Mertesackers Platz in der Innenverteidigung einzunehmen. Beide verfügen bereits über Länderspielerfahrung.
Schalkes Leon Goretzka, aktuell verletzt, ist langfristig ein heißer Kandidat für das zentrale Mittelfeld. Dies gilt auch für Christoph Kramer. Beide dürften ihre Chancen kriegen, zumal Platzhirsch Bastian Schweinsteiger auf unbestimmte Zeit ausfällt.
Wie Ginter und Kramer ist auch Julian Draxler bereits Weltmeister. Zu den Stammkräften in der DFB-Elf zählt er allerdings längst noch nicht. Und Konkurrenz bekommt er aus dem eigenen S04-Lager, wo Max Meyer mit den Hufen scharrt.
Ein Nachfolger für Klose ist aktuell nicht in Sicht. Einer, der in diese Rolle hereinwachsen kann, ist Hoffenheims Kevin Volland. Er debütierte im Mai mit dem Adler auf der Brust. Der Wolfsburger Maximilian Arnold und Timo Werner aus Stuttgart sind zudem weitere hoffnungsvolle Offensivkräfte.
| ITALIEN |

Von Carlo Garganese
Keine Frage, Italiens Juwel heißt Marco Verratti. Der 21-Jährige von Paris Saint-Germain diktiert das Spiel der Azzurri in der Zentrale. Entwickelt er sich weiter so hervorragend, erreicht er 2016 die Weltklasse.
An seiner Seite im Mittelfeld entwickelt sich Napolis in Brasilien geborener Taktgeber Jorginho zu einer Alternative. Das gilt auch für Alessandro Florenzi (Roma), der mittlerweile beim Vizemeister um einen Stammplatz kämpft. Ein Auge sollte man zudem auf Stefan Sturaro haben: Er gehört Juventus Turin und macht gerade bei Genoa große Fortschritte.
Der neue Trainer Antonio Conte darf sich über einige vielversprechende junge Angreifer freuen: Zum Beispiel über Sassuolos Pärchen Domenico Berardi/Simone Zaza. Milans Stephan El Shaarawy ist nach langer verletzungsbedingter Zwangspause wieder fit. Mattia Destro (Roma), Manolo Gabbiadini (Sampdoria) und Neapels Lorenzo Insigne haben ebenfalls großes Potenzial bereits angedeutet.
Dünner ist die Auswahl dagegen in der Defensive. Die Hoffnungen ruhen hier auf Außenverteidiger Mattia De Sciglio vom AC Milan. Alessio Romagnoli, der dem AS Rom gehört, und der von Juve an Empoli ausgeliehene Daniele Rugani (Serie-B-Verteidiger des Jahres) könnten es ebenso schaffen.
Die Torhüter Mattia Perin (Genoa), Francesco Bardi (Chievo) und Nicola Leali (Cesena) sind bereits in jungen Jahren die Nummer eins bei ihren Klubs. Das aufregendste Talent zwischen den Pfosten ist indes der 18-jährige Simone Scuffet von Udinese Calcio.
| NIEDERLANDE |

Von Stefan Coerts
Die größte Nachwuchshoffnung der Niederlande spielt bei der PSV Eindhoven und heißt Memphis Depay. Er betrat bei der WM 2014 die große Bühne und bestätigte seine guten WM-Leistungen auch in den ersten Wochen der Saison in der Eredivisie.
Feyenoords Abwehrspieler Terence Kongolo hat seinen im Vorjahr erkämpften Stammplatz verteidigt und ist ebenso ein Verteidiger mit Perspektive wie Karim Rerik. Dieser ist aktuell von Manchester City nach Eindhoven ausgeliehen. Die schon etablierten Innenverteidiger Joel Veltman und Virgil van Dijk sind noch jung, ebenso wie Flügelspieler Jetro Willems.
Ajax-Regisseur Davy Klassen wurde 2013/14 zum besten Talent der Eredivisie gewählt. Chelseas Marco van Ginkel (aktuell auf Leihbasis beim AC Mailand), Feyenoords Tonny Vilhena und PSV-Spielmacher Adam Maher sind logische Kandidaten für die mittelfristige Zukunft der Elftal. Das gilt übrigens auch für Kyle Ebicilio vom FC Twente.
Im Angriff scheinen die beiden Flügelflitzer Quincy Promes und Jean-Paul Boetius (Feyenoord) am weitesten zu sein. Auch Eindhovens Jürgen Locadia und Enschedes Luc Castaignos sollte man im Auge behalten.
| SPANIEN |

Von Ben Hayward
Spaniens sogenannte "Goldene Generation" hat ihren Zenit überschritten und steht nun schrittweise vor der Ablösung. Langjährige Eckpfeiler wie Carles Puyol, Xavi, Xabi Alonso und David Villa haben sich bereits verabschiedet.
Allerdings sind die Spanier amtierende Europameister bei den U-19- und U-21-Junioren. Die Zukunft sieht also glänzend aus.
Im Tor ist Manchester Uniteds Keeper David de Gea längst auf der Überholspur. Das gilt auch für seine Defensivkollegen Dani Carvajal (Real Madrid), Marc Bartra (FC Barcelona), Inigo Martinez (Real Sociedad) und Bundesliga-Legionär Juan Bernat vom FC Bayern.
Als Taktgeber scheint Atleticos Koke der logische Xavi-Erbe zu sein. Auch Isco vom Lokalrivalen Real ist ein heißer Kandidat für das offensive Mittelfeld. Vielversprechende Talente sind zudem Bayerns verletzter Regisseur Thiago Alcanatara und Sevillas Barca-Leihgaben Denis Suarez und Gerard Deulofeu.
Stümer Iker Muniain von Athletic Bilbao, der noch immer erst 21 Jahre alt ist, hofft auf eine neue Chance. Seine Rivalen heißen unter anderemPaco Alcacer (Valencia), Alvaro Morata (Juventus) und Jese Rodriguez (Real). In Barcelona spielen zudem zwei Supertalente, die zu Anwärtern auf ein Ticket bei der EM 2016 gehören: Munir El Haddadi und Sandro.
| REST EUROPAS |

Von Peter Staunton
Sportings William Carvalho war im Sommer einer der umworbensten jugen Mittelfeldspieler Europas. Kein Wunder, er zählt zum festen Kader der portugiesischen Nationalelf.
Sanjin Prcic wechselte vor wenigen Wochen zu Stade Rennes in die Ligue Un. Ihn halten viele für den nächsten Kracher aus Bosnien-Herzegowina.
Kroatien produziert traditionsgemäß viele Talente. Das setzt sich aktuell fort, denn Marcelo Brozovic und Mario Pasalic sind unter Niko Kovac in dieser Quali Anwärter auf die erste Elf.
Bayerns Pierre-Emile Hojbjerg gehört zu Dänemarks Hoffnungsträgern. Während er sich in Bayerns Star-Ensemble noch schwer tut, hat der jugen Mittelfeldmann bei den Dänen einen Stammplatz inne.
Nach der enttäuschenden Quali für die WM setzen die Serben alles an die Teilnahme bei der kommenden EURO. Für die Treffer auf dem Weg dorthin soll der junge Aleksandar Mitrovic sorgen. Er ist der Torjäger von Champions-League-Teilnehmer RSC Anderlecht.
Stromsgodsets' erst 15 Jahre alter Teenager Martin Odegaard steht bereits im Notizbuch vieler Topklubs des Kontinents. Über kurz oder lang wird er zu einem Fall für Per Mathias Hogmos Nationalelf.
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