Eine Schwalbe machte Timo Werner in deutschen Stadien einst derart unbeliebt, dass es für ihn enorm belastend wurde. Mittlerweile kickt er in der MLS.
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Timo Werner hat sich offen zu sehr schwierigen Phasen seiner bisherigen Karriere geäußert.
"Ich habe in meiner Karriere viel Scheiße erlebt. Auch in Deutschland musste ich viel Scheiße durchmachen. Es gab Momente, in denen ich zu Hause saß und wirklich am Boden war", verriet Werner, der Anfang des Jahres von RB Leipzig zu San Jose Earthquakes in die MLS gewechselt war, im Podcast The Late Run.
Schwalbe gegen Schalke verfolgte Timo Werner jahrelang
Allen voran eine Schwalbe im Bundesligaspiel mit Leipzig gegen den FC Schalke 04 im Dezember 2016 hing Werner noch jahrelang nach, weil gegnerische Fans ihn fortan regelmäßig zum Mittelpunkt von Schmähgesängen und Anfeindungen machten. "In Deutschland habe ich viel durchgemacht, weil ich einmal eine Schwalbe gemacht habe. Danach waren sie dort jahrelang hinter mir her", erklärte der Angreifer.
Die Situationen seien so belastend gewesen, dass er sich irgendwann gefragt habe: "Was zur Hölle? Egal, in welches Stadion ich komme, überall werde ich ausgebuht. Sie haben Lieder über mich gesungen, sich ständig irgendwelche Dinge ausgedacht – es war wirklich hart." In keiner deutschen Stadt habe er sich mehr ungestört aufhalten können - wie er das Ganze meisterte, darauf sei er heute sehr stolz, betonte Werner.
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Der gebürtige Stuttgarter galt einst als eine der größten Sturmhoffnungen in der deutschen Nationalmannschaft, war im DFB-Team lange erste Wahl auf der Neun und unter anderem bei der enttäuschenden WM 2018 im Sturmzentrum gesetzt. 2020 war er dem FC Chelsea 53 Millionen Euro Ablöse wert gewesen, in seiner ersten Saison in England gewann er mit den Blues die Champions League.
Bei Chelsea wurde Timo Werner ebenfalls nicht glücklich
Dennoch sei es für ihn auch bei Chelsea "ähnlich" wie zuvor in Deutschland gelaufen. "Da habe ich ein paar Chancen vergeben und danach hatten sie es auf mich abgesehen", blickte Werner auf seine Zeit an der Stamford Bridge zurück. 2022 kehrte er den Blues den Rücken und kam nach Leipzig zurück, hielt sich zunächst noch in der Nationalmannschaft. Seit Juni 2023 wurde er dann allerdings nicht mehr für das DFB-Team nominiert, das bis dato letzte seiner insgesamt 57 Länderspiele hatte er im März 2023 absolviert.
Bei Leipzig lief es immer schlechter, auch eine eineinhalb Jahre andauernde Leihe zu Tottenham Hotspur brachte Werners Karriere keinen neuen Schwung. Da er danach bei RB so gut wie gar keine Rolle mehr spielte, verließ er im Januar den europäischen Fußball und schloss sich San Jose an.
Dort hat der 30-Jährige bis Sommer 2028 unterschrieben und ist sportlich wieder wichtig. In bisher 22 Einsätzen für San Jose Earthquakes sind Werner sechs Tore und sieben Assists gelungen. Als Dritter der Western Conference ist San Jose bereits für die Playoffs der MLS qualifiziert.







