Thomas Müller als Energiegeber statt Torjäger: Vor dem Jubiläum müllert es nicht mehr

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Vor seinem Jubiläum beim DFB sucht Thomas Müller in der Nationalmannschaft und beim FC Bayern derzeit verzweifelt seine Form.


HINTERGRUND

Der erlesene Klub der Hunderter hat für Thomas Müller seine Pforten geöffnet und als Belohnung würde es von Bundestrainer Joachim Löw ein Weißbier geben. Doch vor dem Eintritt in den erlauchten Kreis hält sich die Freude beim Torjäger a.D. in Grenzen. Müller sucht verzweifelt seine Form, in der Nations League erlebte er den ersten Abstieg seiner Profikarriere. Deshalb spielt er die Bedeutung seines bevorstehenden Jubiläumseinsatzes in der deutschen Nationalmannschaft herunter.

"Natürlich ist das eine Zahl, auf die viel geschaut wird. Und für mich persönlich ist es im Rückblick vielleicht etwas Besonderes", sagte der 29-Jährige vor dem Prestigeduell gegen die Niederlande am Montag (20.45 Uhr im LIVE-TICKER) in Gelsenkirchen zwar, "aber jetzt konzentriere ich mich mehr auf den Fußball als auf die Statistiken, die nebenbei laufen." Und damit hat der Münchner genug zu tun.

Müller inzwischen der Mitleid erregende Raumdeuter

Es müllert einfach nicht mehr. Von seiner einstigen Leichtigkeit ist nichts mehr zu sehen. Er zögert, zweifelt und trifft die falschen Entscheidungen. In der Bundesliga ist Müller seit Anfang September ohne Tor, in der DFB-Auswahl hat er zuletzt vor acht Monaten getroffen. Der einst bewunderte Raumdeuter erregt derzeit Mitleid.

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Müller gibt sich in der schwierigsten Phase seiner Laufbahn kämpferisch. Er rennt immer noch viel, auch wenn er nicht mehr ans Ziel kommt. Dennoch gibt er nicht auf und hat immer einen lockeren Spruch parat. "Es ist sehr beeindruckend, wenn man sieht, wie positiv er jeden Tag angeht. Da kann man sehr viel mitnehmen", sagte Leon Goretzka und bezeichnete seinen Teamkollegen im Verein und in der Nationalmannschaft als "besonderen Menschen und ganz besonderen Fußballer".

Thomas Müller Germany

Sein Debüt im DFB-Trikot gab Müller im März 2010. In seinen bisher 99 Länderspielen erzielte er 38 Treffer und bereitete 36 vor. Auf Müller war als Spieler und Persönlichkeit immer Verlass. Daher kommt ein kompletter Verzicht auf den Münchner für Löw (noch) nicht infrage. "Er ist ein Energiegeber und identifiziert sich unheimlich mit der Nationalmannschaft. Er hat sich für diese Mannschaft immer den Arsch aufgerissen", sagte Löw und stellte zwar keinen Startelfeinsatz, dafür aber ein besonderes Dankeschön in Aussicht: "Wenn es so sein sollte, bekommt er ein Weißbier von mir nach dem Spiel."

Löw: Müller kann immer noch Spiele entscheiden

Trotz eigener Probleme dient Müller wie einst Lukas Podolski als Orientierung für die jungen Wilden und gibt ihnen wertvolle Tipps. "Er kann auch mit schwierigen Situationen gut umgehen", sagte Löw und betonte: "Er ist immer noch ein Spieler, der in der Lage ist, Spiele zu entscheiden."

Dies geschah zuletzt aber immer seltener. Einige Beobachter machen seinen verschossenen Elfmeter gegen Atletico Madrid im Halbfinale der Champions League 2016 dafür verantwortlich, der die Bayern den Einzug ins Endspiel kostete. Danach ging Müllers Quote an Toren und Vorlagen zurück.

Es ist fraglich, ob Müller, der mit seinem 100. Einsatz für Deutschland mit Hans-Jürgen "Dixie" Dörner und Ulf Kirsten auf Platz zwölf gleichziehen würde, ein Ausweg aus seinem Tief findet. Einst stand er für Freude im deutschen Fußball – jetzt für das allmähliche Ende der Weltmeister von 2014.

Das von Louis van Gaal formulierte Diktum "Müller spielt immer" gilt nicht mehr. Serge Gnabry hat ihm beim FC Bayern und in der DFB-Auswahl derzeit den Rang abgelaufen. Auch deshalb hält sich Müllers Freude über das bevorstehende Jubiläum in Grenzen.

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