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Schalke-Neuzugang Pablo Insua: Der stille Held von Leganes

12:00 MESZ 02.07.17
Pablo Insua CD Leganes 220417
Der FC Schalke hat sich die Dienste von Pablo Insua gesichert. Doch wie tickt der 23-jährige Innenverteidiger? Goal stellt ihn vor.

HINTERGRUND

Am letzten Spieltag der Saison 2015/16 ging es für CD Leganes um alles. Mit einem Sieg über Mirandes könnte der Klub aus dem Madrider Vorort erstmals in LaLiga aufsteigen und somit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. Nach nervösem Beginn folgte kurz nach der Pause eine Ecke, die die Anhänger der Peperioneros wohl ihr Leben lang nicht mehr vergessen werden: Alexander Szymanowski bringt den Ball mit dem linken Fuß nach innen, wo Pablo Insua zwei Gegenspieler abschüttelt und die Kugel per Kopf ins Netz wuchtet. Die Geburt eines Helden. Denn wenig später stand fest: Leganes spielt künftig in der stärksten Liga der Welt.

Schalke 04: Spanier Insua ist erster Zugang

Dass Insua, die Leihgabe von Deportivo La Coruna, fortan einen Platz in den Geschichtsbüchern von Leganes sicher hat und als Held verehrt wird, scheint dem ruhigen Innenverteidiger fast unangenehm. Denn anders als viele seiner Profi-Kollegen, die sich gern im Ruhm ihrer Taten sonnen, mag der 23-Jährige vor allem eines: Ruhe. "Er ist ein sehr ruhiger Typ. Man könnte fast meinen, er sei schüchtern", weiß Alvaro Lamela von Goal Spanien.

Statt sich in der Öffentlichkeit oder in sozialen Medien zu profilieren, bevorzugt es der junge Spanier durch sportliche Leistungen auf sich Aufmerksam zu machen, was auch Schalkes Sportvorstand Christian Heidel erkannte und ihn für 3,5 Millionen Euro nach Gelsenkirchen holte. "Er ist ein taktisch sehr gut geschulter Spieler, handlungsschnell, hat eine gute Antizipation", lobt der 54-Jährige.

Schalke als nächster Karriereschritt

Als klassischer Innenverteidiger mit starkem Kopfballspiel soll der 1,87 große Insua den abgewanderten Holger Badstuber ersetzen und für mehr Optionen in der S04-Defensive sorgen. "Er hat ein gutes Aufbauspiel und weiß, wie man die Bälle verteilt", beschreibt Lamela die Stärken des Neu-Schalkers: "Ein großes Plus ist seine Intuition. Er weiß oftmals schon im Voraus, was seine Gegenspieler vorhaben."

Nach 130 Einsätzen in Spanien (49 davon in Laliga) zieht es den U19-Euopameister von 2012 nun in die Bundesliga. "Das ist ein großer Schritt für mich, denn Schalke ist ein beeindruckender Verein, der in Europa einen guten Klang hat", erklärt Insua seinen Wechsel nach Deutschland.

Doch hat der 23-Jährige das Zeug, sich bei Königsblau durchzusetzen? Unser LaLiga-Experte ist optimistisch: "Insua wirkt reif genug für den Wechsel. Er ist im perfekten Alter, um sich in einer neuen Liga zu beweisen. Nun kann er zeigen, dass er ein erstklassiger Verteidiger ist. Ich glaube, er kann Schalke weiterhelfen."

Großer Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung

Trotz der Vorschusslorbeeren ist das Spiel des Spaniers noch längst nicht perfekt. Denn um es in der gut besetzten Innenverteidigung des Ruhrpottklubs tatsächlich in die Mannschaft zu schaffen, muss er vor allem an seinen Schwächen arbeiten. "Manchmal wirkt er in seinen Bewegungen zu steif und langsam. Speziell gegen agile Gegner, die schnell in den Strafraum ziehen, hat er noch Probleme", weiß Lamela. Auch ein Blick auf die Statistik zeigt, dass er sich häufig nur durch Fouls zu helfen wusste. So stehen in 130 Profi-Einsätzen 38 Gelbe Karten und drei Platzverweise in seiner Vita.

Nicht nur dank seines goldenen Tores, das Leganes auf direktem Wege in LaLiga brachte, gehörte Insua im Madrider Vorort zu den absoluten Lieblingen der Fans. Auch seine nette, sympathische Art und sein tadelloser Einsatz auf dem Platz sorgten dafür, dass die Anhänger der Peperioneros den Verteidiger so schnell nicht vergessen werden.

Von diesem Status ist er auf Schalke noch weit entfernt. Schließlich werden die meisten Anhänger vor der Bekanntgabe des Transfers noch nie vom 23-jährigen Spanier gehört haben. Nach vielen vermeidlichen Star-Transfers dürfen sich die Knappen nun auf einen ruhigen und sympathischen Spieler freuen, der sich selbst wohl so schnell nicht als Star bezeichnen würde – und gelingt es ihm für Königsblau ähnlich wichtige Tore zu erzielen wie für seinen Ex-Klub, steht einer Liebesbeziehung nichts im Weg.

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