Wie der kicker berichtet, sei dem 19-maligen deutschen Nationalspieler dies in aller Deutlichkeit von Vereinsseite mitgeteilt und ein Vereinswechsel ans Herz gelegt worden. Unter dem neuen Trainer Carles Martinez sei Andrichs Aussicht auf Spielzeit aufgrund der Systemumstellung von einer Dreier- auf eine Viererkette kaum vorhanden.
Andrich, der seit dem Abgang von Granit Xhaka im vergangenen Sommer die Werkself als Kapitän aufs Feld führte, agierte in der vergangenen Saison als zentraler Spieler in der Dreierkette von Kasper Hjulmand. Fehlerfrei blieb er allerdings oftmals nicht, zudem wurden seine Tempodefizite ein ums andere Mal sehr deutlich.
Dennoch war der 31-Jährige in einer turbulenten Bayer-Saison eine absolute Konstante und kam am Ende auf 46 Pflichtspiele. Auch zwei wichtige Treffer gelangen dem umgeschulten Innenverteidiger: Gegen den BVB erzielte er am 29. Spieltag das Siegtor zum 1:0. Gegen den späteren Champions-League-Finalisten Arsenal köpfte er die Werkself im Hinspiel in Führung und ließ die Bayer-Fans kurzzeitig von der ganz großen Sensation träumen.
Andrich will unter Klopp zurück ins DFB-Team und benötigt Spielzeit
Nun scheint Andrichs Zeit in Leverkusen nach fünf Jahren und trotz Vertrags bis 2028 abgelaufen zu sein. "Solange mich niemand vom Hof jagt oder ich das Gefühl habe, etwas Neues machen zu müssen, werde ich einen Wechsel nicht forcieren", hatte Andrich selbst erst vor kurzem gegenüber der Bild gesagt, als erste Abschiedsgerüchte und ein Interesse von Eintracht Frankfurt kursierten.
Konkret sei es laut kicker mit den Hessen nie geworden, dennoch muss sich Andrich nun aber wohl tatsächlich "etwas Neues machen", sofern er weiter auf viel Spielzeit kommen will. Dieser Wunsch könnte ihn erstmals in seiner Karriere in Ausland führen. Zumindest könne sich Andrich einen Wechsel dorthin durchaus vorstellen.
Auch das Thema Nationalmannschaft hat Andrich aufgrund des Neustarts unter Bundestrainer Jürgen Klopp noch nicht gänzlich abgehakt. "Grundsätzlich habe ich das Ziel, wieder dabei zu sein. Ich will mich wieder in den Fokus der Nationalmannschaft arbeiten", sagte er Anfang August dem kicker: "Ich habe den Anspruch, wieder Teil des Teams zu werden und will mit der Nationalelf noch was erleben."
Andrich lernte Klopp schon als TV-Experten kennen
Mit Klopp hatte es bereits während der WM regen Austausch gegeben. Beide fungierten während des Turniers als TV-Experten für Magenta. "Wenn wir uns gesehen haben, hat es echt Spaß gemacht. Wir haben viel über Fußball gesprochen", sagte der der bei Hertha BSC ausgebildete Mittelfeldspieler.
Andrich hatte zuvor den Sprung in den WM-Kader von Julian Nagelsmann verpasst, während er bei der Heim-EM 2024 an der Seite von Toni Kroos noch gesetzt war. Nun verliert er wohl auch endgültig seinen Platz in Leverkusen.
Den sollen fortan jüngere Kräfte einnehmen. Leverkusen angelte sich im Transfersommer beispielsweise Top-Talent Kennet Eichhorn, der exakt Andrichs Rolle im defensiven Mittelfeld ausfüllen kann. Allerdings wurde beim mittlerweile 17-Jährigen eine "behandlungsbedürftige Stoffwechselerkrankung" diagnostiziert. Wann Eichhorn sein Debüt für die Werkself absolvieren kann, steht deshalb noch völlig in den Sternen.
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