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Max EberlGetty Images

"Mich ekelt das!" Bayern-Boss Max Eberl zerlegt die FIFA und Präsident Infantino

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"Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden", sagte Eberl am Mittwoch im Rahmen der Vorstellungs- Pressekonferenz von Neuzugang Nathaniel Brown in Rottach-Egern.

"Der Fußball", so Eberl, "gehört uns nicht. Das ist ein Spiel. Die FIFA ist für mich da, dieses Spiel zu begleiten, es in Formen und Regeln zu bringen, Weltmeisterschaften auszurichten." Momentan aber habe er das Gefühl, dass der Weltverband "nur noch dafür da ist, um Profit zu machen. Es fühlt sich an, als will man nur noch Geld machen, auf allen möglichen Kanälen. Als Kind des Fußballs ekelt mich das."

Bayern-Boss Eberl befürwortet Boykott-Pläne von der UEFA

Mit Blick auf die anstehende UEFA-Krisensitzung, auf der auch ein Boykott von FIFA-Wettbewerben - als eine Teilnahmeverweigerung auch an einer WM 2030 - diskutiert werden soll, äußerte sich Eberl positiv.

"Ich finde das gut. Ich bin kein Freund von Boykott, sondern immer einer des Dialogs. Aber wenn es soweit kommt, dann wäre ich tatsächlich dafür, dass wir als Europa auch eine starke Stirn bieten und sagen: 'Ne, das ist nicht unser Sport, das ist nicht das, was wir wollen.' Und dann eben auch dagegen vorgehen", sagte Eberl weiter.

Er wisse nicht, "wer um Herrn Infantino herum ist" - ergo: wer den immer wieder scharf kritisierten FIFA-Präsidenten auf etwaige Ideen bringt -, aber: "Aber es fühlt sich echt beschissen an!"

Infantinos Pläne, über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) unter anderem Beteiligungen an der Fußball-WM veräußern zu wollen, waren am Dienstag durchgesickert und bestätigt worden. Es folgte ein weltweiter Aufschrei. Von einem "beschämenden Plan" ist die Rede, von einem "schamlosen Verkauf", die Ankündigung des Weltverbandes schlug laut der Schweizer Zeitung Blick "wie eine Bombe" ein.

Vor Eberl hatte sich bereits DFB-Vize Hans-Joachim Watzke deutlich geäußert. "Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich", sagte Watzke dem kicker: "Hier wird eine Grenze überschritten." Gespräche hätten gezeigt, dass hierüber unter den europäischen Mitgliedsverbänden "Einigkeit" herrsche.

FIFA und Infantino möchten Verbände offenbar unter Druck setzen

Infantino will seine Pläne derweil offenbar möglichst schnell in die Tat umsetzen. In einem Schreiben an alle 211 Mitgliedsverbände, das ntv/RTL vorliegt, teilte er mit, dass die FIFA auf eine Zustimmung innerhalb von 53 Tagen setzt und dafür eine Summe von 40 Millionen US-Dollar verspricht. Bei einer Ablehnung gebe es demnach nur noch zehn Millionen US-Dollar.

Die UEFA veröffentlichte daraufhin ein weiteres Statement, in welchem es heißt, dass man sich nicht erpressen lassen wolle: "Wir haben heute erfahren, dass die FIFA den Verbänden eine Frist gesetzt hat, innerhalb derer sie ihre Pläne unterstützen müssen, andernfalls wird das Angebot einer einmaligen Zahlung zurückgezogen. Das sagt bereits alles aus, was man über diesen Plan wissen muss."

Weiter betonte der europäische Verband, dass man sich des "erheblichen und wachsenden" Widerstandes gegen das Vorhaben der FIFA bewusst sei. "Die FIFA darf unseren Sport nicht weiterhin dazu nutzen, um sich selbst und ihre Freunde zu bereichern. Wir können den Sport auf die richtige Weise weiterentwickeln. Es ist an der Zeit, Verbänden, Ligen, Vereinen, Spielern und Fans Vorrang einzuräumen."

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