Kylian Mbappe bei PSG: Der Heimkehrer

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Getty Images
Mbappe wurde bei PSG vorgestellt. Bei seiner Präsentation wurde klar: Hier kommt kein gewöhnlicher Kicker, hier kehrt ein Junge nach Hause zurück.

Als Kylian Mbappe am Mittwoch bei seinem neuen Klub Paris Saint-Germain vorgestellt wurde, war sofort klar, dass es sich in seinem Fall nicht um eine gewöhnliche Spieler-Präsentation handelte. Stattdessen konnten die Fans einen Jungen bestaunen, der nach Hause gekommen ist.

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Von etlichen jubelnden Anhängern vor dem Prinzenpark empfangen, die immer wieder Mbappes Namen riefen, sah sich der Youngster einem nie dagewesenen Hype um einen Teenager ausgesetzt. Mit einer Ablösesumme, die sich inklusive Bonuszahlungen auf 180 Millionen Euro belaufen kann, ist der Nationalspieler der teuerste, der wertvollste 18-Jährige aller Zeiten.

Am Freitag, wenn PSG beim FC Metz antritt, haben die Fans zum ersten Mal die Chance, den Neuankömmling in den Farben ihres Vereins zu sehen, können verfolgen, wie der Traum eines jungen Mannes, endlich für seinen Heimatklub aufzulaufen, wahr wird.

Der fleischgewordene Alex Hunter

Mbappe mag vom CIES Football Observatory zwar als überteuertster Profi, der jemals in einem Sommertransfer-Fenster gewechselt ist, gebrandmarkt worden sein, doch für den Hauptstadtklub stellt der Angreifer einen Wert dar, der mit Geld nicht aufzuwiegen ist. Er ist quasi der fleischgewordene Alex Hunter, der Symbolcharakter, den dieser Wechsel ausstrahlt, ist unbezahlbar.

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Hier wird das Bild eines Arbeiterkindes geschaffen, das es bis ganz nach oben geschafft hat. Dahingehend entwickelte sich auch die Vorstellung Mbappes, bei der genau dieser Eindruck manifestiert wurde. Von Graffiti gezeichnete Züge, heruntergekommene Brücken eines Pariser Vorortes. Als der Protagonist auftauchte, verschwammen die Illustrationen und wichen Bildern, die Mbappe als Kind vor dem Prinzenpark zeigten.

"War wichtig, nach Hause zu kommen"

"Es war sehr wichtig für mich, zurück nach Hause zu kommen", waren die ersten offiziellen Worte Mbappes als PSG-Spieler. "Der Prinzenpark ist etwas ganz Besonderes, ich bin immer hergekommen, als ich noch klein war. Für die Kleinen gibt es nur einen Klub in dieser wunderbaren Stadt, deshalb war der Prinzenpark auch der Ort, wo ich hinging, wenn ich mein Taschengeld bekommen habe."

Die famosen Sturmtrios der Ligue 1

In Bondy, einem zehn Kilometer entfernten Vorort der Metropole, wuchs Mbappe auf und machte seine ersten ernstzunehmenden Gehversuche als Fußballer. Jetzt spielte er gemeinsam mit Neymar, Marco Verratti und Dani Alves und trägt seinen Teil dazu bei, dass PSG plötzlich als Mitfavorit auf den Champions-League-Titel gehandelt wird.

"Niemand kann verstehen, welch große Emotionen das Ganze heute in mir auslöst", sagte der Franzose weiter. "Es erfüllt mich mit unglaublichem Stolz. Dies hier ist die Stadt, die ich kenne, in der ich aufgewachsen bin und in der ich mich entwickelt habe. Ein Teil von mir ist immer hiergeblieben. Hier bin ich nicht Mbappe, sondern einfach nur Kylian."

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In Bondy hat er gelernt, fleißig zu sein. Auf den Hinterhof-Bolzplätzen, auf denen er seine Schulferien verbrachte, an seinem Spiel arbeitete. Hier wurde der Grundstein gelegt, damit er – nachdem er mit Monaco die französische Meisterschaft gewann – nach Paris wechseln konnte, um den nächsten Schritt in seiner noch so jungen Karriere zu machen. Mbappe hatte zwar darüber nachgedacht, im Fürstentum zu bleiben, um den Titel zu verteidigen. Der Wunsch, in die Hauptstadt zu wechseln, um Paris wieder an die Spitze zu führen, war am Ende jedoch größer.

Das Ziel: Der Champions-League-Titel

“Ich habe mit meinen Eltern und meinem Berater über die Vor- und Nachteile gesprochen. Daraufhin habe ich mich für Paris entschieden, weil mich dieses Projekt überzeugt hat“, begründete Mbappe seinen Wechsel. Und schob nach: "Natürlich möchte ich immer dazulernen. Ich will aber auch gewinnen. Man hat nur eine Karriere und ich bin hungrig nach Titeln. Ich liebe es, zu gewinnen. Mit harter Arbeit und Demut werden wir unsere Ziele erreichen, vielleicht sogar unseren großen Traum erfüllen: den Gewinn des Champions-League-Titels.“

Während die PSG-Fangemeinde rund um den Globus ausschließlich darauf schielt, dass der Verein größtmöglichen Erfolg hat, haben die Anhänger vor Ort einen anderen Wunsch: Sie möchten sich mit dem Team identifizieren, hoffen darauf, dass viele der Spieler einen französischen oder Pariser Hintergrund haben. Der Wechsel von Blaise Matuidi zu Juventus Turin verärgerte die eingefleischten Fans, war doch "einer von ihnen" so plötzlich verschwunden. Mit Mbappe hat man sie beschwichtigt, einen neuen Publikumsliebling vorgestellt.

Natürlich dient Neymar dazu, den Namen PSGs in die Welt zu tragen. Mbappe hingegen ist der perfekte Repräsentant für die Einheimischen. So profitieren beide Seiten vom Transfer: Kylian verwirklicht seinen Traum, für Paris spielen zu dürfen, während der Verein mit dessen Qualität dem großen Traum vom Champions-League-Titel ein ganzes Stück näher kommt.

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