Wie Sky berichtet, schließt der 39-Jährige eine erneute Übernahme des Trainerpostens bei RB Leipzig zumindest nicht aus. Nagelsmann wird seit geraumer Zeit als möglicher Nachfolger von Martin Demichelis gehandelt, der mit den Sachsen einen gemessen an den Erwartungen schwachen Saisonstart hingelegt hat und aktuell nur auf Rang neun in der Bundesliga-Tabelle liegt.
Nach der enttäuschenden WM in Nordamerika trennte sich der DFB von Nagelsmann als Bundestrainer.
Wann trainierte Julian Nagelsmann bereits RB Leipzig?
Eine Rückkehr nach Leipzig würde für ihn daher auch die Rückkehr an eine bestens bekannte Wirkungsstätte bedeuten. Zwischen 2019 und 2021 betreute Nagelsmann die Sachsen in 95 Pflichtspielen, führte den Klub ins Champions-League-Halbfinale und zur Vizemeisterschaft.
Auch DFB-Direktor Rudi Völler zeigte sich zuletzt gegenüber der Bild überzeugt, dass Nagelsmann schon bald wieder eine Top-Mannschaft übernehmen werde: "Julian wird ein bisschen durchatmen, zur Ruhe kommen. Und dann wird er schnell wieder eine absolute Top-Mannschaft übernehmen, da habe ich keine Zweifel."
Noch am Mittwoch hatte die Sport Bild die Gerüchte um eine mögliche Nagelsmann-Rückkehr nach Leipzig als haltlos bezeichnet. Einen Tag später schlug Sky jedoch nun in eine andere Kerbe. Demnach spielt Nagelsmann durchaus eine Rolle in den Überlegungen der Leipziger - sollte es tatsächlich zur Trennung von Demichelis kommen. Vor allem Oliver Mintzlaff, Aufsichtsratschef von RB Leipzig und CEO von Red Bull, soll als Befürworter Nagelsmanns gelten, der im RB-Kosmos nach wie vor einen guten Ruf genieße. Leipzig soll jedoch nicht der einzige Klub sein, der Nagelsmann auf dem Zettel hat. Auch aus der Premier League soll es Interesse geben.
Trotz der Spekulationen wollen die Verantwortlichen in Leipzig laut Bericht zunächst an Demichelis festhalten. Head of Soccer Roger Schmidt, Nachfolger von Jürgen Klopp, der das Bundestrainer-Amt von Nagelsmann übernahm, soll intern weiterhin vorerst für Ruhe plädieren.
Auch Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer stärkte dem Argentinier während der Länderspielpause öffentlich den Rücken: "Eine neu zusammengestellte Mannschaft braucht Zeit, um sich zu finden und Abläufe zu entwickeln. Das ist die Realität."
Getty ImagesViel Zeit bleibt Demichelis allerdings wohl nicht, um die Verantwortlichen von seinem Weg zu überzeugen. Der Oktober dürfte wichtige Erkenntnisse über seine Zukunft liefern. Zwar versuche der Argentinier, einen attraktiveren Fußball spielen zu lassen - genau das war zuletzt ein Kritikpunkt an Vorgänger Ole Werner. Gleichzeitig erschwere ihm die Kommunikation die Arbeit: Im extrem internationalen Kader spreche Demichelis vor allem Deutsch und Spanisch und nur wenig Englisch.
Demichelis hatte erst im Sommer die Leipziger übernommen, nachdem sich der Klub überraschend von Werner getrennt hatte. Dieser hatte RB zuvor zurück in die Champions League geführt.
Nun wartet nach der langen Länderspielpause ein Hammerprogramm auf Demichelis und Leipzig: Zunächst sind gegen Eintracht Frankfurt und die PSV Eindhoven zwei Heimsiege Pflicht, anschließend stehen mit dem FC Bayern und Real Madrid zwei Auswärtsspiele der absoluten Spitzenklasse an.



