Außergewöhnlich genug, um an "The Special One" heranzureichen, ist Julian Nagelsmann noch nicht. Das sieht sogar er selbst so. "Ich habe keinen Titel, er hat unzählige", fasst der Trainer von RB Leipzig nüchtern zusammen, wenn man ihn auf Portugals ikonischen Coach Jose Mourinho anspricht. In seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim war Nagelsmann von Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese als "Baby-Mourinho" bezeichnet worden.
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Als Nagelsmann zum Spiel in der Champions League bei Benfica Lissabon in Portugal landete, war Mourinho natürlich sofort wieder ein Thema. In einem Interview mit der portugiesischen Sportzeitung O Jogo äußerte sich Nagelsmann zum Trainer-Guru. "Angesichts seiner Geschichte habe ich noch einen weiten Weg vor mir", sagte der Coach, der aber seine eigene Geschichte schreiben will. Mit 32 Jahren ist er dort, wo die meisten Trainer in ihrem ganzen Leben nicht hinkommen: in der Champions League. Nach einem Lehrjahr mit Hoffenheim nun als RB-Coach schon zum zweiten Mal.
Nagelsmann über Lobeshymnen: "Natürlich freue ich mich darüber"
Reichen wird das ihm, der mit 20 Jahren verletzungsbedingt seine Spielerkarriere aufgeben musste, ohne Zweifel nicht, denn bei Nagelsmann geht es immer um Entwicklung. Spieler müssen entwickelt werden, und auch mit sich selbst ist er selten zufrieden. Alles damit irgendwann in den kommenden Jahren einmal "etwas Blechernes" in der Vitrine steht, wie er bei einem Amtsantritt in diesem Sommer in Leipzig sagte. Ambitionen, die doch irgendwie an einen gewissen portugiesischen Ausnahmetrainer erinnern.
"Grundsätzlich möchte ich Titel lieber schneller als langsamer holen", sagte Nagelsmann im kicker-Interview: "Aber ich habe dennoch keinen Karriereplan, weil in dieser schnelllebigen Zeit manchmal schon drei Niederlagen dein Job-Ende bedeuten und drei Siege dich bei großen Klubs auf den Zettel bringen können." Mit dem Hype um seine Person, der nach zehn Punkten aus bislang vier Bundesliga-Spielen mit Sicherheit nicht abnimmt, hat sich Nagelsmann mittlerweile abgefunden, er weiß damit umzugehen.
"Natürlich freue ich mich darüber, wenn die Leute sagen, ich sei ein guter Trainer. Aber ich habe eine Form von Inselbegabung: Ich kann Fußballtrainer sein, bin aber total schlecht in Mathe und nicht besonders begabt in Fremdsprachen", berichtete er und verwies auf seinen Schwager, einen Ingenieur: "Er hat auch eine Inselbegabung, aber für die Welt am Ende mehr Bedeutung als ich, weil seine Firma auch nachhaltige Joghurt-Becher und Verpackungen herstellt, die besser zu recyceln sind." Für einen vermeintlichen Mourinho-Nachfolger fast zu demütige Worte.







