Im Interview mit France Football, dem Mitorganisator der Ballon-d'Or-Wahl, sprach der 33-Jährige offen über seine schwierige Anfangszeit bei Tottenham Hotspur. "Während meiner Leihphasen hatte ich Zweifel", gestand Kane. 2004 war er aus der Jugend des FC Watford zu den Spurs gewechselt, sechs Jahre später schaffte er den Sprung in den Profikader. Der erhoffte Durchbruch blieb zunächst jedoch aus. Stattdessen wurde der Angreifer in den folgenden drei Jahren gleich mehrfach verliehen - an Leyton Orient, Millwall, Norwich City und Leicester City.
2013 kehrte Kane schließlich nach Nordlondon zurück. Obwohl Tottenham erneut eine Leihe in Betracht zog, wollte sich der Stürmer diesmal unbedingt durchsetzen und lehnte einen weiteren Wechsel ab. "Ich spürte, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, um den nächsten Schritt zu machen", erinnerte er sich. Gleichzeitig war ihm bewusst, wie viel auf dem Spiel stand: "Wenn ich mich damals nicht durchsetzen könnte, hatte ich Angst, weiterhin ausgeliehen zu werden und schließlich verkauft zu werden."
Wann feierte Harry Kane sein Debüt für Tottenham Hotspur?
Unter Trainer Tim Sherwood, der Anfang 2014 das Amt bei Tottenham übernommen hatte, erhielt Kane schließlich seine Chance. Diese wusste er umgehend zu nutzen: In seinem ersten Premier-League-Spiel unter Sherwood traf er gegen den AFC Sunderland. Damit war der Knoten geplatzt. "Ich wusste, dass ich diese Gelegenheit genutzt hatte", blickte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft zurück. In den darauffolgenden Jahren entwickelte er sich zu einer absoluten Vereinslegende. Insgesamt erzielte Kane für Tottenham 280 Tore und bereitete weitere 63 Treffer in 435 Pflichtspielen vor.
Ein Titelgewinn blieb ihm in London dennoch verwehrt. Erst nach seinem Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2023, für den die Münchner rund 95 Millionen Euro zahlten, endete diese Durststrecke. Mit den Bayern gewann Kane seitdem zweimal die deutsche Meisterschaft, einmal den DFB-Pokal und zweimal den Supercup. Seinen bislang größten individuellen Erfolg feierte er nun mit dem Ballon d'Or. Ausschlaggebend dafür war seine herausragende Saison 2025/26, in der ihm sagenhafte 61 Pflichtspieltore für den deutschen Rekordmeister gelangen. Am Montag wurde er dafür in London als bester Fußballer der Welt ausgezeichnet.
Getty ImagesWie viel ihm diese Ehrung bedeutet, machte Kane ebenfalls deutlich: "Wir leben in einer Zeit, in der solche Auszeichnungen für die Menschen wichtig sind und ihre Wahrnehmung der Qualität eines Spielers beeinflussen. Niemand wird mir diesen Moment oder diese Saison jemals nehmen können. Ich denke, dass man sich mit Titeln wie diesem den Respekt anderer und der Fans verdient. Das steht fest."
Auch in der laufenden Saison ist Kane auf einem ähnlichen Niveau unterwegs. Nach zwölf Pflichtspielen stehen bereits zehn Tore und sieben Vorlagen zu Buche. Am Samstag bietet sich ihm im Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr) die nächste Gelegenheit, Tore und Assists zu liefern.

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