Hamburger SV: Markus Gisdol gehen die Spieler aus

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Die Personallage hat sich beim Hamburger SV nach dem 0:2 gegen RB Lepzig noch einmal verschärft. Trainer Markus Gisdol beklagt die Spielansetzung.

HINTERGRUND

Erst traf es Filip Kostic (37.), dann Rick van Drongelen (71.), und zu guter Letzt auch noch Albin Ekdal (74.). HSV-Trainer Markus Gisdol hatte nach der 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig gleich drei Verletzte zu beklagen. Als wäre die Personallage nach den Ausfällen von Bjarne Thoelke (Innenbandriss), Nicolai Müller (Kreuzbandriss) und Aaron Hunt (Muskelfaserriss) nicht ohnehin schon angespannt, hat sich die Situation nach dem dritten Spieltag in der Bundesliga noch einmal deutlich verschärft.

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Gisdol gehen so langsam die Spieler aus. Vor allem der Ausfall von Kostic und Müller ist in Anbetracht der konterlastigen taktischen Marschroute ein herber Verlust. "Kostic und van Drongelen haben noch am Dienstag ihr zweites Länderspiel absolviert, sind viel gereist. Andere Spieler sind erst Donnerstag angekommen. Es war ein großer Nachteil für uns, weil wir nicht die hundertprozentige Frische auf dem Platz hatten. Ein Punkt, der auch ausschlaggebend war", sagte Gisdol auf der Pressekonferenz über die Strapazen seiner Nationalspieler.

HSV-Kader dünn besetzt

Wie schwer die Verletzungen wirklich sind, wird eine genaue Untersuchung im Laufe des Tages ergeben. Während die Auswechslung des Schweden Ekdal nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen sein soll, drohen Kostic und van Drongelen jedoch zumindest für die nächste Partie gegen Hannover 96 auszufallen. Noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden und vertragslose Spieler verpflichten zu wollen, schloss Gisdol vorerst aus. "Wir leben jetzt mit der Situation, wie sie ist. Es wird immer wieder mal knapp werden in der Saison. Aber wir haben auch viele junge Spieler, die wir entwickeln müssen."

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Filip Kostic HSV Bundesliga 08092017Filip Kostic (r.) zog sich eine Muskelverletzung zu

Differenzen mit Investor Klaus-Michael Kühne und Uneinigkeit im Aufsichtsrat hatten dazu geführt, dass der HSV seine Transferziele in diesem Sommer nicht erfüllen konnte. Neben einem neuen Linksverteidiger sollte außerdem ein weiterer Offensivspieler verpflichtet werden. Stattdessen gab der HSV am Ende der Wechselperiode mit Pierre-Michael Lasogga (Leeds United) und Finn Porath (Unterhaching) zwei weitere Spieler ab. "Wir wissen, dass wir bis zum Winter noch vertragslose Spieler verpflichten können. Aber das ist aktuell kein Thema für uns", bekräftigte Sportchef Jens Todt.

Gisdol redet sich wegen Eurosport in Rage

Frust gab es derweil nicht nur bei den Beteiligten auf dem Rasen, sondern auch bei den Zuschauern zuhause. Zwei Wochen nach dem pannenreichen Start des "Eurosport Players" bei der Übertragung des Spiels 1. FC Köln gegen den Hamburger SV kam es im zweiten Anlauf erneut zu etlichen technischen Störungen. Viele Nutzer des Internetdienstes beklagten die mangelhafte Qualität und zahlreiche Ausfälle. HSV-Trainer Gisdol sprach von einer "Katastrophe".

"Das ist nichts, was unserem Fußball gut tut. Die Fans sind hochgradig verärgert. Das würde mir auch auf den Keks gehen, wenn ich zuhause sitzen würde und es nicht funktioniert. Ich denke, da spreche ich doch jedem Fan aus dem Herzen. Da muss ein Punkt gesetzt werden, so kann es nicht gehen", redete sich der 48-Jährige in Rage. Eurosport versprach, an den Problemen arbeiten zu wollen und das Angebot weiter zu verbessern. Für viele Fans ein schwacher Trost. Das Spiel ihrer Mannschaft konnten sie nur mit deutlichen Einschränkungen verfolgen.

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