Der ehemalige Reds-Kapitän sieht die Ursachen allerdings nicht beim neuen Trainer Andoni Iraola, sondern vielmehr in der seiner Meinung nach verkorksten Transferpolitik der vergangenen Jahre. Der ehemalige Innenverteidiger zieht dabei sogar einen Vergleich zur am Ende wenig ruhmreichen Galacticos-Ära von Real Madrid in den 2000er Jahren, als die Königlichen mit Superstars wie Zinedine Zidane, Ronaldo, Luis Figo und David Beckham große Erwartungen weckten, diese jedoch nicht dauerhaft erfüllen konnten.
"Der neue Trainer muss diplomatisch mit den Folgen einer Transferpolitik von Liverpool umgehen, die den Verein auf einen riskanten und ungewohnten Weg geführt hat, der eher dem von Real Madrid ähnelt. So wie die Dinge stehen, befinden wir uns mitten in der gescheiterten 'Galacticos'-Ära von Anfield", schrieb der 48-Jährige in seiner Kolumne für den Telegraph.
Dabei verweist der Engländer insbesondere auf die enormen Investitionen der vergangenen Transferperioden. Allein im Sommer 2025 gab Liverpool fast 500 Millionen Euro für neue Spieler aus. Zu den prominentesten Verpflichtungen zählten Alexander Isak (145 Millionen Euro), Florian Wirtz (125 Millionen Euro) und Hugo Ekitike (95 Millionen Euro). Hinzu kamen unter anderem Milos Kerkez und Jeremie Frimpong für jeweils mehr als 40 Millionen Euro. Liverpools Transfersommer 2025 ist der zweitteuerste in der Geschichte des Fußballs, nur Manchester City gab 2026 mehr aus.
Doch auch im Sommer 2026 legte Liverpool auf dem Transfermarkt kräftig nach. Unter anderem wechselte Bradley Barcola für eine Ablöse von rund 120 Millionen Euro von Paris Saint-Germain an die Anfield Road. Zudem verpflichteten die Reds Jeremy Jacquet für 63 Millionen Euro von Stade Rennes und Victor Munoz für weitere 40 Millionen Euro.
Für Carragher hat diese Transferoffensive eine bemerkenswerte Konsequenz. "Eine unglaubliche Tatsache, wenn man bedenkt, wie viel bereits investiert wurde. Der baskische Trainer ist der erste bei Liverpool, der mit Neuzugängen im Wert von mehr als 700 Millionen Pfund (umgerechnet 815 Millionen Euro, Anm. d. Red.) arbeitet - und dabei zurecht das Gefühl haben kann, dass ihm schlechte Karten ausgeteilt wurden", erklärte er.
Wie ist der FC Liverpool in die neue Saison gestartet?
Der FC Liverpool ist nur schleppend in die noch junge Saison gestartet. Zwar haben die Reds bislang keines ihrer sechs Pflichtspiele verloren, in der Premier League fällt die Ausbeute allerdings überschaubar aus. Nach vier Spieltagen steht lediglich ein Sieg bei drei Unentschieden zu Buche - Liverpool rangiert damit nur auf Platz acht.
Getty ImagesDer Blick auf die vergangene Saison liefert ebenfalls wenig Anlass zur Zufriedenheit. Liverpool beendete die Spielzeit ohne Titel und qualifizierte sich als Fünfter nur knapp für die Champions League. Aktuell würde der Klub damit sogar die Qualifikation für die Königsklasse verpassen. Allerdings ist die Saison noch lang.
Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich den Reds am Sonntag. Dann trifft Liverpool in der Premier League auf den AFC Bournemouth.

.jpg?auto=webp&format=pjpg&width=3840&quality=60)

