imago-sport-1080494412.jpgSven Simon

Er bekommt eine unverhoffte Chance: Eigengewächs des FC Bayern profitiert von Transfer-Entwicklungen

Insgesamt rund 35 Millionen Euro hat der FC Bayern durch die Verkäufe von Leih-Rückkehrern wie Alexander Nübel schon eingenommen. Doch dabei soll es nicht bleiben: Händeringend sucht die sportliche Führung um Max Eberl noch nach Abnehmern für Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. Auch wegen ihrer hohen Gehälter und Ablösesummen erweist sich das aber als schwierig


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Ein Leih-Rückkehrer ist derweil fest für die kommende Saison eingeplant: Arijon Ibrahimovic. Nach insgesamt drei Leihen zu Frosinone Calcio, Lazio Rom und zum 1. FC Heidenheim bekommt das erstaunlicherweise immer noch erst 20-jährige Eigengewächs in dieser Saison seine Chance bei den Profis. So verkündete es der FC Bayern durchaus überraschend vor drei Wochen in einer eigens verschickten Pressemitteilung.

"Arijon kam bereits mit zwölf Jahren zum FC Bayern und hat seinen Weg über unseren Campus sowie gezielte Leihstationen Schritt für Schritt gemacht. Vor allem im vergangenen sehr guten Jahr in Heidenheim hat er persönlich viel gelernt, um jetzt bereit für den FC Bayern zu sein", ließ sich Sportdirektor Christoph Freund damals zitieren. "Seine Entwicklung steht beispielhaft für die Möglichkeiten, die wir unseren Talenten aufzeigen. Jetzt geht es für ihn nicht mehr allein ums Lernen – jetzt geht es ums Angreifen, hier beim FC Bayern."

FC Bayern holt Saibari statt Gordon - und Ibrahimovic profitiert

Dass Ibrahimovic diese Chance bekommt, hat auch mit eigentlich so gar nicht vorgesehenen Entwicklungen auf dem Transfermarkt zu tun. Im Frühsommer wollte sich der FC Bayern in der Offensive eigentlich mit einem weiteren hochklassigen Linksaußen verstärken. Intensiv bemühten sich die Münchner um Anthony Gordon, doch der wechselte letztlich zum FC Barcelona .

Stattdessen kam mit Ismael Saibari ein Allrounder, der seine Stärken eher im Zentrum hat. Dort wird Saibari vor allem mit Jamal Musiala und Serge Gnabry um Spielzeiten kämpfen. Alle drei können zwar auch auf den linken Flügel ausweichen, doch als nomineller Vertreter für den unumstrittenen Platzhirsch Luis Diaz plant Trainer Vincent Kompany offenbar mit Ibrahimovic. "Eigentlich Diaz-Backup", antwortete Ibrahimovic bei einer Medienrunde am Montag auf die Frage, welche Rolle ihm Kompany zugeteilt habe. 

Ibrahimovic zählte zum kleinen Kreis der Spieler, die die Vorbereitung schon beim offiziellen Trainingsauftakt vergangenen Montag aufgenommen haben. Beim ersten Test gegen Wehen Wiesbaden (1:2) kam er zum Einsatz und auch bei den anstehenden Vorbereitungspartien dürfte Ibrahimovic wegen der Abwesenheit etlicher gestandener Offensivspieler viel Spielzeit bekommen. Diaz weilt genau wie Harry Kane und Michael Olise noch im verlängerten WM-Urlaub. Musiala, Gnabry, Lennart Karl und Saibari arbeiten an ihren Comebacks nach diversen Blessuren. 

"Ich freue mich riesig, dass ich die Chance bekomme, beim größten Klub der Welt spielen zu dürfen", sagte Ibrahimovic. "Ich möchte meine Chance auf jeden Fall nutzen."

imago-sport-1080421179.jpgIMAGO

Vincent Kompany beeindrucken Ibrahimovics Sprinter-Qualitäten

Ibrahimovic debütierte Anfang 2023 im Alter von 17 Jahren unter Julian Nagelsmann für die Profis FC Bayern. Es folgten drei weitere Einsätze und drei Leihen. Zunächst eine vielversprechende zu Frosinone, dann eine völlig enttäuschende zu Lazio, wo er insgesamt nur 19 Minuten zum Einsatz kam. In der vergangenen Saison etablierte sich Ibrahimovic beim Bundesliga-Absteiger Heidenheim als Stammspieler. Dabei wechselte er wild zwischen den Positionen, kam mal über rechts, mal über links und mal durch die Mitte und verzeichnete sieben Scorerpunkte.

Kompany beeindruckten vor allem Ibrahimovics Sprinter-Qualitäten. Insgesamt 664 Sprints absolvierte Ibrahimovic in der vergangenen Bundesligasaison, das ist der siebtbeste Wert aller Spieler. Spitzenreiter beim FC Bayern war Michael Olise mit 628. Ibrahimovic erreichte einen Topspeed von 35,08 km/h. Diesen Wert übertraf kein Münchner Offensivspieler, schneller waren nur die Verteidiger Alphonso Davies, Konrad Laimer und Josip Stanisic. Physisch hat Ibrahimovic die perfekten Voraussetzungen für Kompanys intensiven Spielstil.

Eine konkrete Bewerbung für eine Chance bei seinem Stammklub gab er dann noch im idealen Moment ab - und zwar beim direkten Duell mit dem FC Bayern in der Allianz Arena im Mai. Heidenheim holte ein 3:3, Ibrahimovic überzeugte und legte ein Tor auf.

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Häufig gestellte Fragen

Vincent Jean Mpoy Kompany wurde am 10. April 1986 in Ukkel - einer an Brüssel angrenzenden belgischen Gemeinde geboren. Aus einer Hochhaussiedlung im berüchtigten Quartier Nord in Brüssel ging es für ihn raus in die große, weite Welt des europäischen Fußballs.

Und wie er das hat. Vincent Kompany galt einige Zeit lang, als einer der besten Innenverteidiger Europas. Er war nicht nur physisch stark, sondern auch intelligent und technisch versiert. Auch seine Führungsstärke wurde immer wieder hervorgehoben, sowohl im Verein als auch der belgischen Nationalmannschaft.

Der ehemalige Star-Innenverteidiger startete seine Karriere in der Jugend des RSC Anderlecht, wo er mit 17 Jahren sein Debüt bei den Profis gab. Über den Hamburger SV und die Bundesliga schaffte er den Sprung zu Manchester City. Hier blieb Kompany elf Jahre lang und gewann mit den Skyblues so ziemlich jeden Titel den es gibt. Zur Saison 2019/20 wechselte er zurück zu seinem Heimatverein Anderlecht, wo er als Spielertrainer fungierte.

Seine Trophäensammlung als Trainer ist noch nicht mit der als Spieler vergleichbar - der Belgier hat aber noch reichlich Zeit in seiner noch jungen Trainerkarriere. Mit Anderlecht schaffte er es zwar ins Pokalfinale, musste sich dort aber Genk geschlagen geben. Bei seiner zweiten Station, dem FC Burnley, lief es besser und Kompany konnte mit dem Club den 1. Platz in der EFL Championship und Aufstieg in die Premier League feiern. Zur Saison 2024/25 übernahm er das Zepter beim FC Bayern München und wurde Deutscher Meister. Im Sommer folgte noch der Gewinn des Supercups.

Der Verteidiger konnte in seiner Karriere noch nie die Champions League gewinnen - weder als Spieler noch als Trainer. Man City war erst einige Jahre nach seinem Weggang erfolgreich, mit dem FC Bayern möchte er diese Saison aber endlich den Henkelpott in den Händen halten.

Bei Anderlecht coachte Kompany seinen ehemaligen Mitspieler und französischen Nationalspielr Samir Nasri, so wie den jetzigen City-Profi Jeremy Doku. Ebenfalls nun in Manchester beheimatet ist sein ehemaliger Burnley-Keeper James Trafford. Die ganz großen Starts hat Kompany aber erst jetzt bei den Bayern unter seiner Fittiche. Harry Kane, Jamal Musiala, Manuel Neuer, Joshua Kimmich - die Liste könnte man noch weiter fortsetzen.

Genug Geld um sich keine Sorgen mehr machen zu müssen. In seiner langen Karriere gehörte er bei Manchester City als Kapitän zu den bestbezahltesten Spielern der Premier League. Und auch bei seinen Trainerstationen Burnley und jetzt in München verdient Kompany gutes Geld - sein Basisgehalt bei den Münchnern wird auf 7 Millionen pro Jahr geschätzt. Sein Vermögen wird von diversen Medien zwischen 45 und 55 Millionen Euro geschätzt.

Mit seiner Frau hat der Trainer des FCB drei Kinder. Das älteste davon ist seine Tochter Sienna, welche im Juni 2010 auf die Welt kam. Im Oktober 2013 und Oktober 2015 folgten seine beiden Söhne Kai und Caleb. Seine Kinder wachsen aber - so gut wie möglich - in einem von der Öffentlichkeit relativ geschützten Umfeld auf.

Der ehemalige Innenverteidiger ist seit Juni 2011 mit der Engländerin Carla Higgs verheiratet. Kompany lernte seine Frau kurz nach seinem Wechsel zu City in Manchester kennen. Carla ist ausgebildete Anwältin, jedoch nicht mehr als solche tätig. Generell gibt es wenig Infos zu seiner Frau, welche auch in den Sozialen Medien nicht wirklich aktiv ist.

Noch nie. Aber der Belgier hat gerade erst seine erste Trainer-Saison auf Weltklasseniveau hinter sich. Für die Spielzeit 2024/25 wird er ihn nicht bekommen, Kompany befindet sich nicht unter den fünf nominierten Trainern.

Ja, das hat er. Vor allem in seiner Zeit bei Manchester City sprachen seine Mannschaftskollegen immer wieder über "Vinnie", wenn Kompany gemeint wurde. Ein weiter Spitzname des Belgiers lautet "Obama" und spielt auf die Ähnlichkeit als Führungsfigur mit dem ehemaligen US-Präsidenten an.

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