Jürgen Klopp verzichtete bei seinem ersten Lehrgang als Bundestrainer bewusst darauf, Florian Wirtz und Jamal Musiala gemeinsam auf den Platz zu schicken. Das könnte sich in der nächsten Länderspielpause ändern. Doch ergibt eine derartige Konstellation überhaupt Sinn?
Mario Basler äußerte nun Zweifel daran, dass die beiden Offensivspieler ihre Stärken auf dem Platz für die deutsche Nationalmannschaft im Verbund zeigen können. "Natürlich sind es beide Weltklasse-Spieler. Aber beide zusammen gehen halt nicht als Weltklasse", sagte der frühere Profi des FC Bayern München in seinem Podcast "Basler ballert".
Basler führte aus: "Wir können froh sein, dass wir so zwei Superspieler haben. Und es kann ja auch mal passieren, dass der eine verletzt ist. Dann kann natürlich der andere spielen. Oder du kannst auch den einen oder anderen von der Bank bringen. Aber beide zusammen wird halt sehr schwierig werden."
Klopp hatte Musiala in seinen ersten Kader berufen, aufgrund dessen verletzungsbedingter Abreise letztlich aber nicht auf den Ausnahmekönner der Münchner setzen können. Der 23-Jährige hatte sich beim Aufwärmen kurz vor dem Nations-League-Auftakt gegen die Niederlande einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Wirtz, eigentlich für das zweite Aufgebot vorgesehen, stieß daraufhin schon eine Partie früher zum DFB-Team.
So setzt Jürgen Klopp Florian Wirtz ein
Beim 2:0 gegen Serbien wusste Wirtz dann in Klopps System im halblinken Halbraum mit einem starken Auftritt zu überzeugen. Auch im Rückspiel in Griechenland (0:0), bei dem er die Kapitänsbinde trug, hatte der Ausnahmekönner des FC Liverpool seine Momente. "Du hast gesehen, er war für mich sehr befreit gestern. Er hat richtig Spielfreude gehabt, richtig Lust gehabt, Chef zu sein", sagte Basler. Wirtz habe viele Bälle gefordert und das Spiel geprägt: "Ich glaube, dass er, wenn er alleine spielt, sich wohler fühlt und vor allem wenn er aus dem Zentrum kommt."
Auch Musiala glänzt erwiesenermaßen aus einer zentralen Position, weshalb Basler keine Lösung für eine Startelf mit dem Duo sieht. "Musiala kannst du nicht rechts spielen lassen. Keine Chance. Musiala ist ein Zentrumspieler. Musiala über die Außenposition hilft uns nicht“, betonte er. Auf den Außenbahnen setzte Klopp indes auf klare Flügelspieler, weshalb Basler ein Problem auf den Bundestrainer zukommen sieht. "Da wird es halt auch das eine oder andere Problemchen geben, wenn sie beide fit sind und beide eingeladen werden."
Getty ImagesWird Jürgen Klopp wieder einen XXL-Kader nominieren?
In eine ähnliche Kerbe schlug auch Steffan Effenberg unlängst in der Sport1-Sendung "Doppelpass". Der Ex-Profi hielt ein deutliches Plädoyer für Wirtz als Zehner im DFB-Team, nachdem er von Julian Nagelsmann bei der WM noch nominell auf dem linken Flügel eingesetzt worden war. Der Liverpool-Star könne auf besagter Position "Spiele entscheiden, das hat er auch in der Bundesliga gezeigt. Aber wenn du Spieler auf eine Position hinschiebst, wo sie sich nicht wohlfühlen, dann funktioniert es nicht."
Auf die deutsche Nationalmannschaft warten in der kommenden Länderspielpause im November die Rückspiele gegen Serbien (13.11.) und die Niederlande (16.11.). Dann wird sich Klopp auch auf einen deutlich reduzierten Kader mit wohl 24 bis 26 Spielern festlegen, in dem - wenn beide fit sind - auch Musiala und Wirtz stehen dürften.

