Borussia Dortmund: Real Madrid entzaubert das System Bosz

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Real Madrid zeigt Borussia Dortmund beim 3:1-Sieg deutlich die Grenzen auf. Die Dortmunder wollen nun weiter am Spielsystem arbeiten.

HINTERGRUND

In der Bundesliga schwebt Borussia Dortmund nach sechs Spieltagen auf Wolke sieben, führt die Liga an und hat die beste Offensive. In der Champions League hingegen hat das Team von Peter Bosz am Dienstagabend erneut die Grenzen aufgezeigt bekommen. Nun droht sogar das vorzeitige Aus in der Königsklasse. Die Partie gegen Real Madrid  ( hier geht's zur Analyse der Partie BVB-Real ) hat die Schwächen des neuen Systems schonungslos aufgedeckt. Daran gilt es, nun in den kommenden Tagen und Wochen zu arbeiten.

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"Wir hatten heute nicht dieselbe Energie wie in einem Bundesligaspiel. Wenn wir unsere Aufgaben nicht zu 100 Prozent erfüllen, bekommen wir Probleme", sagte Dortmunds Innenverteidiger Sokratis nach dem Spiel. "Wir haben heute nicht so gut gepresst, und wenn wir diesen offensiven Fußball ohne Energie spielen, wird es gefährlich."

Bosz gnadenlos offen: "Schlechtes Defensivverhalten"

Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Co. nutzen die offensive Ausrichtung der Borussia immer wieder für schnelle Gegenstöße, das Pressing der Madrilenen funktionierte hervorragend. Deshalb ergaben sich für die Spanier immer wieder Räume, die diese zu nutzen wussten und Roman Bürki, den BVB-Torhüter, mächtig unter Druck setzten.

Gareth Bale Real Madrid Champions League 26092017

Kein Wunder, dass Trainer Peter Bosz nach dem Spiel ungewohnt angefressen war und seine Meinung deutlich äußerte. "Das war schlechtes Defensivverhalten. Wir haben zwar gegen einen sehr guten Gegner gespielt, aber das muss man besser verteidigen",  sagte der Niederländer bei Sky . Sein Team hätte keinen Druck auf den Ball erzeugt, "wir waren immer einen Schritt zu spät", analysierte Bosz.

Was in der Bundesliga bisher so hervorragend funktionierte, ging gegen Madrid nicht auf - wie schon zuletzt gegen die Tottenham Hotspur am ersten Champions-League-Spieltag , als der BVB ebenfalls mit 1:3 verlor. Sokratis will dies aber nicht an einem Mannschaftsteil festmachen - vielmehr nahm er alle seine Kollegen in die Pflicht. "Das ist nicht das Problem eines Mannschaftsteils. Wenn wir als Mannschaft nicht so pressen, wie es uns der Trainer beibringt, haben wir ein Problem", sagte er.

Aufgrund der Niederlage stellt Sokratis das Bosz-System im 4-3-3 und dem aggressiven Pressing aber nicht infrage. "Das ist unser System und wir spielen gern so. Wir müssen weiter daran arbeiten. Das ist unser Fußball - ob wir gewinnen oder verlieren", sagte Sokratis. Schließlich läuft es in der Bundesliga mit dieser Art des Fußballs hervorragend. 19:1 Tore stehen auf dem Konto der Borussen. Das weiß auch der Innenverteidiger. "Wir können heute verlieren und morgen sieben Tore schießen. Wir müssen weiter daran arbeiten, was der Trainer uns sagt."

Konzentration auf die Bundesliga

Das dem BVB nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Gruppenphase bereits das Ausscheiden aus der Champions League droht, wies der Grieche allerdings zurück. Er glaubt weiterhin an die Chance, weiterzukommen. "Wir haben zwei Spiele verloren. Aber wir haben die Mannschaft und die Qualität, die vier verbleibenden Spiele zu gewinnen", sagte er. "Mit diesem Team können wir alles gewinnen und auch noch weiterkommen." Dafür muss der BVB an den kommenden beiden Spieltagen aber erst einmal seine Pflicht erfüllen und beide Spiele gegen APOEL Nikosia gewinnen.

Vielmehr wollen sich die Dortmunder nun aber ohnehin erst einmal auf die Bundesliga konzentrieren. Denn dort stehen sie noch ohne Niederlage da - und das soll auch erst einmal so bleiben. Vor allem am Wochenende gegen den überraschend starken FC Augsburg. "Ab morgen müssen wir uns auf die Bundesliga konzentrieren und nach vorn blicken", sagte Sokratis. Der Grund ist ganz einfach. "Dieses Jahr haben wir große Chancen in der Bundesliga", sagte der Grieche. Eine Hoffnung hat er aber dennoch. "Wir müssen auch in der Champions League besser auftreten."

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